DTU-Präsident Engelhardt: "Jetzt erst recht"

Mit großer Enttäuschung hat Dr. Martin Engelhardt auf das "Nein" der Hamburger zur Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2024 reagiert. Der Präsident der Deutschen Triathlon Union nimmt das Votum aber sportlich und den organisierten Sport in Deutschland in die Pflicht.

Von > | 30. November 2015 | Aus: SZENE

SNOTY 2015 - 07 | Sailfish Night of the Year 2015

Sailfish Night of the Year 2015

Foto >Michael Rauschendorfer

Dass das Referendum in Hamburg keine Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung gefunden habe, sei schade, so Engelhardt in einem offiziellen Statement zur gestrigen Entscheidung. Dennoch nehme man dieses demokratische zustande gekommene Resultat auch bei der Deutschen Triathlon Union sportlich. Engelhardt, selbst einer der Triathleten der ersten Stunde in Deutschland, verspricht aber, dass der Verband auch ohne Olympische Spiele daran mitarbeiten werde, den Sport in Deutschland weiterzuentwickeln und junge Menschen dazu zu animieren, sich sportlich zu betätigen.

"Zu viel Vertrauen verspielt"

Engelhardt zeigte sich vor allem persönlich enttäuscht. "Deutschland nimmt sich die Möglichkeit, für uns und die Welt andere Spiele in einem demokratischen und weltoffenen Land zu organisieren", findet der Mediziner aus Osnabrück. Einen wichtigen Grund für das "Nein" der Hamburger Bürger sieht Engelhardt im gestörten Vertrauensverhältnis zwischen der Mehrheit Bevölkerung und von Korruption und Doping geplagten nationalen und internationalen Verbänden. Auch bei der Vergabe internationaler Sportgroßereignisse habe der organisierte Sport viel Vertrauen verspielt. Bei aller Enttäuschung appelliert Engelhardt aber vor allem an "uns" Sportler, nach der Niederlage aufzustehen und dem Rest der Bevölkerung erst recht die positiven Werte des Sports vorzuleben. Insbesondere vor dem Hintergrund der Integration von mehr als einer Million Flüchtlinge werde der Sport jetzt mehr denn je benötigt.

Am vergangenen Wochenende hatte sich der DTU-Präsident im Rahmen der "sailfish Night of the Year" noch für die Hamburger Olympia-Bewerbung stark gemacht.