Duffy und Middaugh holen Titel auf Maui

Josiah Middaugh hat als erster US-Amerikaner seit Michael Tobin im Jahr 2000 die Xterra-WM auf Maui gewonnen. Er bezwang den Neuseeländer Braden Currie und Titelverteidiger Ruben Ruzafa aus Spanien. Bei den Frauen wiederholte Flora Duffy von den Bermudas ihren Sieg aus dem Vorjahr. Die Österreicherin Carina Wasle wurde Sechste.

Von > | 2. November 2015 | Aus: SZENE

Josiah Middaugh - Xterra World Championship 2015 | Josiah Middaugh

Josiah Middaugh

Foto >xterraplanet.com

Erschöpft, erleichtert und unfassbar stolz, ballte Josiah Middaugh nach zweieinhalb harten Rennstunden auf der Zielgerade die Fäuste. Im 15. Anlauf glückte dem 37-Jährigen aus Colorado das, womit er vielleicht selbst nicht mehr gerechnet hatte. Xterra World Champion. Als fünfter US-Amerikaner sicherte er sich die WM-Krone der Crosstriathleten. Vor ihm gelang das nur Jimmy Riccitello (1996), Mike Pigg (1997), Ned Overend (1998/99) und Michael Tobin (2000). 

Ruzafa überzockt, Middaugh macht Kasse

Schon beim Schwimmen legte Middaugh die Basis für seinen späteren Sieg. Zwar büßte er zwei Minuten auf Courtney Atkinson und vier weitere Konkurrenten ein, dafür machte er sich an der Seite von Titelverteidiger Ruben Ruzafa auf die etwas mehr als 30 Mountainbike-Kilometer. Trotz zwei Stürzen und einem erneut bärenstarken Ruzafa hielt Middaugh den Rückstand vor dem Laufen in Grenzen und profitierte danach noch ein wenig davon, dass Ruzafa beim Radfahren einige Körner zu viel investiert hatte und nicht das gewohnte Tempo gehen konnte. Auch die mechanischen Probleme beim starken Mexikaner Francisco Serrano spielten ihm in die Karten. Schon nach wenigen Laufkilometern übernahm Middaugh die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht wieder her. 20.000 US-Dollar Preis- und Schmerzensgeld sind der Lohn für zweieinhalb Stunden harte Arbeit. Kiwi Braden Currie ging ebenfalls noch an Ruzafa vorbei und sicherte sich Platz zwei. Für den Titelverteidiger blieb immerhin noch der dritte Podiumsplatz.

Duffy dominiert

Im Rennen der Frauen ließ Flora Duffy von der erste Sekunde an keine Zweifel darüber aufkommen, dass sie das Rennen gewinnen will. Fast vier Minuten schwamm die frühere ITU-Athletin im Wasser auf Hauptkonkurrentin Lesley Paterson (GBR) heraus. Die kam ihr mit einem Parforceritt zwar vor dem Laufen noch einmal ziemlich nah, war im Finale dann aber doch chancenlos. Duffy gewann wie schon 2014 und strich nach 2:54:17 Stunden wie Middaugh eine Siegprämie von 20.000 US-Dollar ein. Paterson, die 2011 und 2012 auf Maui triumphiert hatte, wurde wie 2013 Zweite, Platz drei ging an die US-Amerikanerin Emma Garrard. Carina Wasle aus Österreich verpasste knapp die Top 5, die Schweizerin Renata Bucher wurde Neunte.