Fernando Alarza besiegt Jonathan Brownlee

Fernando Alarza hat beim dritten Rennen der World Triathlon Series ein Ausrufezeichen gesetzt und den britischen Favoriten Jonathan Brownlee besiegt. Mario Mola reichte seine Laufstärke diesmal nicht, um das Podest zu stürmen. Die Deutschen zeigten leichte Aufwärtstendenz - nur Justus Nieschlag passierte ein Ausrutscher.

Von > | 24. April 2016 | Aus: SZENE

Fernando Alarza | Fernando Alarza

Fernando Alarza

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Nie ging es seit Einführung der World Triathlon Series im Jahr 2009 an der Weltspitze des Kurzdistanz-Triathlons so eng zu wie in der frühen Phase des Jahres 2016. Beim dritten Rennen der World Triathlon Series 2016 hat sich der Spanier Fernando Alarza aus dem Schatten seiner Landsmänner Javier Gomez und Mario Mola gearbeitet und sich in die lange Liste der Medaillenanwärter bei den Olympischen Spielen im August eingereiht. In Kapstadt gewann Alarza das erste Sprintrennen des Jahres vor Jonathan Brownlee, Dorian Coninx (FRA) und seinem Landsmann Mario Mola.

Nieschlag mit ungewohnten Schwächen

Ein langgezogenes Feld erreichte in Kapstadt nach 750 Metern im Wasser den ersten Wechsel, was wieder einmal vor allem dem Tempodiktat Henri Schoemans (RSA) und der Franzosen geschuldet war - obwohl ihr derzeit bester Athlet, Vincent Luis, seinen Start wegen muskulärer Probleme kurzfristig abgesagt hat, um das Projekt Olympia-Gold nicht zu gefährden. Jonathan Brownlee (GBR) gelang es erneut problemlos, die Füße von Dorian Coninx (FRA) an der Spitze zu halten, wogegen der sonst starke Schwimmer Justus Nieschlag in der Auftaktdisziplin ungewohnte Schwächen zeigte: Noch hinter Gregor Buchholz und Jonathan Zipf, die für ihre Verhältnisse gute Schwimmergebnisse erzielten, stieg er im Mittelfeld mit rund 40 Sekunden Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser. Mario Mola schwamm zwar beachtlich und erreichte den ersten Wechsel im Bereich einer Top-15-Platzierung - das allerdings war nicht gut genug.

Denn an der Spitze sorgten vor allem Jonathan Brownlee und Dorian Coninx auf dem Rad sofort für ein hohes Tempo. Durch ihre beherzte Tempoarbeit gelang es ihnen, sich in einer insgesamt 14 Mann großen Spitzengruppe von einer rund 35 Mann großen Verfolgergruppe abzusetzen, zu der auch Mario Mola und die drei Deutschen gehörten. Bei rund 25 Sekunden stagnierte der Vorsprung der 14 Spitzenreiter auf die Verfolger über die gesamten 20 Radkilometer hinweg, bis es auf die abschließenden fünf Laufkilometer ging.

"Fühle mich seit zwei Wochen furchtbar"

Dort präsentierte sich Jonathan Brownlee dann ungewohnt zurückhaltend. Der Brite lief zwar gemeinsam mit Fernando Alarza und Dorian Coninx in einer dreiköpfigen Spitzengruppe, setzte selbst aber keine Akzente, sondern reagierte lediglich auf die Tempoverschärfungen seiner Konkurrenten. Locker ließen die es aber nicht angehen, schließlich drohte von hinten der laufstarke Spanier Mario Mola wieder näher zu kommen. Nach rund drei Kilometern musste Coninx dann als erster der drei Spitzenreiter etwas zurückstecken und ließ seine Begleiter ziehen, einen Kilometer später setzte Fernando Alarza alles auf eine Karte: Mit einer Tempoverschärfung distanzierte er Brownlee um eine Körperlänge. "Ich fühle mich schon seit zwei Wochen, seitdem ich beim Hitzerennen in Australien kollabiert bin, einfach schrecklich", erklärte Brownlee anschließend. Dennoch gab er sich nicht sofort geschlagen. Über zweihundert Meter hinweg versuchte der Brite sich wieder an Alarza heranzuschieben - doch vergeblich. Der Spanier gewann sein erstes Rennen in der World Triathlon Series und empfahl sich damit beeindruckend für den letzten freien spanischen Olympia-Startplatz hinter Weltmeister Javier Gomez und Mario Mola, der in Kapstadt Vierter wurde. "Das war das beste Rennen meines Lebens", jubelte Alarza im Ziel.

Die Deutschen Gregor Buchholz und Jonathan Zipf präsentierten sich in Kapstadt gegenüber ihren jüngsten Auftritten etwas verbessert und beendeten das Rennen auf den Plätzen 20 und 23. Schlechter lief es für Justus Nieschlag, der als 36. kaum Punkte für das Olympia-Ranking sammeln konnte, weshalb die Chancen Deutschlands im Kampf um den dritten Olympiastartplatz erneut gesunken sind. Die letzte Chance zum Punktesammeln - und die Möglichkeit, sich für die Spiele zu qualifizieren - bietet sich den Deutschen beim nächsten WM-Rennen im japanischen Yokohama Mitte Mai .

ITU World Triathlon Series Cape Town

  1. April 2016, Kapstadt (Südafrika)

Name

Nation

Gesamt

750 m Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Fernando Alarza

ESP

54:12

9:01

29:41

14:27

2

Jonathan Brownlee

GBR

54:17

8:58

29:28

14:34

3

Dorian Coninx

FRA

54:23

8:56

29:28

14:41

4

Mario Mola

ESP

54:33

9:23

29:43

14:24

5

Pierre Le Corre

FRA

54:38

8:59

29:26

14:53

6

Henri Schoeman

RSA

54:40

8:58

29:17

14:54

7

Aurelien Raphael

FRA

54:48

8:57

29:31

15:01

8

Vicente Hernandez

ESP

54:52

9:05

29:41

14:42

9

Richard Varga

SVK

54:53

8:54

29:27

15:06

10

Andrea Salvisberg

SUI

54:55

9:02

29:25

15:11

20

Gregor Buchholz

GER

55:12

9:36

29:21

15:00

23

Jonathan Zipf

GER

55:22

9:26

29:23

15:11

36

Justus Nieschlag

GER

56:06

9:43

29:10

15:53

Swipe me