Frankreich siegt, Team Germany verspielt Medaille

Eine zehnsekündige Zeitstrafe hat Team Germany bei den dritten Mixed Relay World Championships die erhoffte Medaille gekostet. Beim Sieg der Franzosen um Vincent Luis mussten sich Laura Lindemann, Rebecca Robisch, Justus Nieschlag und Gregor Buchholz mit dem unglücklichen vierten Platz begnügen.

Von > | 19. Juli 2015 | Aus: SZENE

Vincent Luis | Vincent Luis führt das französische Team

Vincent Luis führt das französische Team

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Der offene Verschluss des Radhelms von Rebecca Robisch hat Team Deutschland die zweite WM-Medaille nach dem Gold von 2013 gekostet. Die Rotherin versuchte den Helm noch vor der ominösen Linie ausgangs der Wechselzone zu schließen, schaffte es aber erst einen Meter zu spät. Ein Regelverstoß, der vom Kampfgericht mit einer zehnsekündigen Zeitstrafe geahndet wurde. Zuvor hatten Laura Lindemann und Justus Nieschlag mit couragierten Auftritten dafür gesorgt, dass die ersehnte Medaille für die Gastgeber in Reichweite war.

Lindemann und Nieschlag stark

Laura Lindemann war bei Hamburger Nieselregen als erste für die DTU ins Rennen gegangen. Und die 19-jährige Juniorin mischte wie schon am Vortag beim Einzelrennen von Beginn an vorn mit. Gemeinsam mit den Briten, Australien und Team New Zealand setzte sich Lindemann einige Sekunden von den anderen 13 gestarteten Teams ab. Beim Laufen war Vicky Holland zwar etwas stärker, doch Lindemann übergab den imaginären Staffelstab als Zweite an den Zehnten vom Vortag, Justus Nieschlag. Der kletterte nach 350 Metern mit Aaron Royle und Gordon Bensson aus der Kleinen Alster. Gemeinsam baute das Trio auf den regennassen Straßen rund um die Binnenalster seinen Vorsprung auf fast 20 Sekunden aus. Nach 6,6 Radkilometern stürmte Nieschlag mit Royle an den Fersen als Erster auf die Laufstrecke. Nach einem fulminanten Schlusssprint durfte Rebecca Robisch die zweite Hälfte der dritten Mixed-Team-WM eröffnen. Nach ihrem Schwimmpart hatten sich die Franzosen zu dem Trio an der Spitze gesellt. Den dritten Teil des Rennen dominierte aber eine andere. Die Britin Non Stanford wollte ihren Sturz von 2013 vergessen machen und jagte an der Spitze des Quartetts über den 2-Rundenkurs. Zuvor handelte sich Robisch ausgangs der Wechselzone die besagte Zeitstrafe ein. Auch beim Laufen ließ Stanford keine Zweifel darüber aufkommen, wer das große Finale in Führung liegend aufnehmen wird. Mit großen Schritten hängte sie Robisch, die Französin Merle und Emma Jackson aus Australien ab. Robisch übergab an Gregor Buchholz, der die 10-Sekunden-Bürde mit auf die Strecke nehmen musste.

Luis überragend

Als das Quartett nach dem letzten Schwimmen gemeinsam Richtung Rathausmarkt stürmte, war der WM-Titel so gut wie vergeben. Denn Frankreich hatte den Sieger des Einzelrennens, Vincent Luis, auf die vierte Position gesetzt und damit einen cleveren Schachzug gelandet. Luis versuchte schon beim Radfahren wegzukommen, ließ sich dann aber nicht zu weiteren Ausreißversuchen hinreißen. Vielmehr verließ er sich auf seine Laufstärke, die er wenige Minuten später eindrucksvoll ausspielte. Ohne Mühe schüttelte er Ryan Bailie und Mark Buckingham ab. Nur Buchholz konnte das Tempo des Franzosen halten - der Potsdamer hatte beim Wechsel aber einige Sekunden gezögert und dabei wichtige Meter verloren. Dennoch schnappte er sich Buckingham und distanzierte ihn um mehr als 50 Meter. Das Ziel und Bronze vor Augen musste er 100 Meter vor dem Ziel aber ins Penalty-Zelt abbiegen und Buckingham wieder vorbeiziehen lassen. Nach dem WM-Gold von 2013 und Platz sechs im vergangenen Jahr steht 2015 der undankbare vierte Platz zu Buche.