Frodeno meldet sich zurück

Mit einem eindrucksvollen Auftritt in Seoul hat sich Jan Frodeno in den Kampf um den Weltmeistertitel eingeschaltet. Der Olympiasieger entschied das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Australier Courtney Atkinson auf den letzten Metern für sich.

Von > | 8. Mai 2010 | Aus: SZENE

Jan Frodeno | Jan Frodeno gewinnt das WM-Serienrennen in Seoul 2010 im Zielsprint

Jan Frodeno gewinnt das WM-Serienrennen in Seoul 2010 im Zielsprint

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Jan Frodeno hat sein Versprechen wahr gemacht und sich mit einem Paukenschlag im Kampf um die WM-Krone zurückgemeldet. Der Olympiasieger blieb in Seoul von Zwischenfällen verschont, präsentierte sich vor allem beim Laufen in überragender Verfassung und zeigte wie bei seinem Olympiasieg von Peking Sprinterqualitäten.

Gomez zurück an der Spitze

68 Profis hatten sich am Morgen ins 15 Grad kalte Wasser des Han River gestürzt. Wie schon in Sydney übernahm zunächst der schwimmstarke Russe Dmitry Polyansky das Kommando. Gemeinsam dem US-Amerikaner Matt Chrabot, dem Portugiesen Joao Silva und Rückkehrer Javier Gomez gelang es dem Vierten von Sydney sogar, sich einige Längen vom Rest des Feldes zu lösen. Doch vorentscheidend absetzen, konnte sich das Quartett erwartungsgemäß nicht. Nach 19:10 Minuten entledigte sich schließlich Gomez als Erster seines Neoprenanzugs und hatte dabei fast 50 Konkurrenten im Nacken, die ihm im Sekundentakt in die Wechselzone folgten. Darunter auch das deutsche Quartett um Olympiasieger Jan Frodeno.

Dieser forcierte gleich in der ersten von acht Radrunden das Tempo und setzte sich - wohl auch um einem möglichen Sturz aus dem Weg zu gehen - an die Spitze einer 57-köpfigen Gruppe. Einen ersthaften Ausreißversuch startete Frodeno aber nicht. Ganz im Gegensatz zum Spanier Ivan Rana, der schon in Sydney mit einigen harten Attacken für Unruhe im Hauptfeld gesorgt hatte. Doch erneut blieben die Anstrengungen des ehemaligen Radprofis unbelohnt. Weil das Peloton mit allen Favoriten auch den US-Amerikaner Mark Fretta zunächst an der langen Leine hielt und später wieder einholte, rollte ein mehr als 50 Mann starkes Feld - dieses Mal ohne Stürze - geschlossen in die Wechselzone.

Atkinson attackiert früh

Nach einem blitzschnellen Wechsel in die Laufschuhe begann das große Ausscheidungsrennen. Der Australier Courtney Atkinson fackelte nicht lange und riss mit einer eindrucksvollen Sprinteinlage auf den ersten hundert Metern gleich ein kleines Loch auf seinen Verfolger. "Das war eigentlich gar nicht mein Plan", erklärte Atkinson nach dem Rennen. "Aber ich hatte einen glänzenden Wechsel und habe mich deshalb spontan entschieden, gleich zu attackieren." Eine passende Antwort darauf hatte überraschend nur Jan Frodeno. Weder Sydney-Sieger Bevan Docherty, noch Brad Kahlefeldt oder das russische Team konnten das fulminante Tempo des Duos mitgehen. Runde für Runde vergrößerten die beiden ihren Vorsprung auf das chancenlose Feld. Bis auf den letzten Kilometer belauerten sich Frodeno und Atkinson. Schulter an Schulter ging es dann auf die lange Zielgerade. Dort behielt der Deutsche die Nerven, konterte einen Angriff von Atkinson, um 30 Meter vor dem Zielstrich selbst zum entscheidenden Überholmanöver anzusetzen. "Ich bin mit viel Selbstvertrauen in diese Sprintentscheidung gegangen und die lange Zielgerade hat mir heute in die Karten gespielt", freute sich Frodeno über seinen ersten Saisonsieg.

Eine bärenstarke Leistung zeigte auch Steffen Justus bei seinem Saisoneinstand. Der Thüringer war auf der Laufstrecke in 29:27 Minuten nur 19 Sekunden langsamer als Frodeno und Atkinson und damit der drittschnellste im gesamten Feld. Nur vier Sekunden fehlten dem Thüringer am Ende, um in der World Championship Series zum zweiten Mal aufs Podium klettern. Sebastian Rank landete auf Platz 26, Christian Prochnow kam weit abgeschlagen als 52. ins Ziel.

Dextro Energy ITU Triathlon World Championship Series 2010

  1. Mai 2010, Seoul (Südkorea)

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

Gesamt

1

Jan Frodeno

19:25

1:01:47

29:08

1:51:49

2

Courtney Atkinson

19:24

1:01:49

29:08

1:51:50

3

Brad Kahlefeldt

19:30

1:01:46

29:33

1:52:17

4

Steffen Justus

19:42

1:01:40

29:27

1:52:21

5

Alexander Brukhankov

19:33

1:01:44

29:30

1:52:28

6

Dmitry Polyansky

19:12

1:02:07

29:40

1:52:34

7

Bevan Docherty

19:26

1:01:46

29:56

1:52:39

8

Jarrod Shoemaker

19:32

1:01:43

29:48

1:52:43

9

Reto Hug

19:34

1:01:35

30:01

1:52:43

10

William Clarke

19:28

1:01:47

30:09

1:52:54

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