Gold für Deutschland: Lindemann besteigt EM-Thron

Die Potsdamerin Laura Lindemann hat bei den ETU Triathlon-Europameisterschaften in Kitzbühel für den ersten Paukenschlag gesorgt. Im Rennen der Juniorinnen setzte sich die 17-Jährige auf der Laufstrecke gegen zwei Französinnen durch. Lena Meißner und Kristin Ranwig komplettierten den starken Auftritt der jungen DTU-Damen. Einziger Wermutstropfen: Annabel Knoll stürzte beim Radfahren und schied aus.

Von > | 20. Juni 2014 | Aus: SZENE

Laura Lindemann Europameisterin | Laura Lindemann

Laura Lindemann

Foto >Jan Sägert / spomedis

Laura Lindemann hat der Erfolgsgeschichte der deutschen Juniorinnen ein Kapitel hinzugefügt. Nachdem es im vergangenen Jahr schon zu Silber gereicht hatte, gelang der 17-Jährigen am Schwarzsee der ganz große Wurf. Selbst die "saustarken" Französinnen, die sie beim Laufen in die Zange nahmen, ließ Lindemann mit einer Tempoverschärfung kurz vor dem Ziel stehen.

Lindemann von vorn, Pech für Knoll

Fast 70 junge Damen waren gut eine Stunde zuvor gemeinsam in den Schwarzsee gesprungen. Lindemann, die als eine der stärksten Schwimmerinnen im Juniorenbereich gilt, ließ sich nicht auf Spielchen ein und setzte sich schon auf den ersten Metern an der Spitze des Felds fest. Auch Kristin Ranwig konnte das Tempo mitgehen. Weniger als neun Minuten nach dem Start kletterte Lindemann an der Seite der Britin Sophie Coldwell aus dem Wasser und als Erste auf ihr Rad. Dort formierte sich schon vor dem ersten Anstieg zum Seebichl eine Gruppe, die das Rennen bis zum Schluss prägen sollte. Lindemanns Teamkolleginnen verpassten den so wichtigen Anschluss. Ranwig, Lena Meißner und Annabel Knoll fanden sich in der großen Verfolgergruppe wieder. Für Knoll, die am vergangenen Wochenende noch völlig überraschend das Bundesligarennen im Kraichgau gewonnen hatte, war die EM-Premiere wenige Minuten später schon vorbei. Sie stürzte noch in der ersten Runde auf dem glitschigen Asphalt und musste aufgeben. Vorn bestimmte Lindemann weiter das Tempo. Mehr als eine Minute fuhr die Spitzengruppe zwischenzeitlich auf die Verfolger heraus.

Lindemann knackt Franzosen-Duo

In dieser Konstellation kamen Lindemann und ihre Begleiterinnen dann auch zum zweiten Wechsel. Und die WM-Dritte von 2013 schlug sofort ein hohes Tempo an, das nur die Französinnen Audrey Merle und Cassandre Beaugrand mitgehen konnten. Schon nach zwei Kilometern schienen die Medaillen verteilt. Eingeklemmt zwischen Merle und Beaugrand ging Lindemann auf die entscheidende zweite Laufrunde. Die Top3-Platzierung, die sie sich der Schützling von Ron Schmidt vorgenommen hatte, war da schon eingetütet. Doch Lindemann wollte mehr - und bekam mehr. Weniger hundert Meter vor dem Ziel attackierte sie die im Vorfeld favorisierten Merle und Beaugrand. Die Entscheidung. Nach 1:03:14 Sekunden riss Lindemann das Zielbanner in die Höhe und bescherte Thomas Möller, Bundestrainer Nachwuchs, einen perfekten Start in die Europameisterschaften. Merle konnte sich über Silber nicht wirklich freuen, Bronze ging an Beaugrand. Die beiden anderen deutschen Damen komplettierten ein herausragendes Gesamtergebnis. Meißner wurde bei ihrem EM-Einstand Zehnte, Ranwig, die ebenfalls debütierte, kam auf Platz 14. Minuten später lag sich das Trio überglücklich in den Armen.

ETU Triathlon European Championships | Juniorinnen

  1. Juli 2014, Kitzbühel (AUT)

Name

Nation

Gesamt

0,75 km Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Laura Lindemann

GER

1:03:14

8:54

35:52

16:55

2

Audrey Merle

FRA

1:03:19

9:11

35:36

16:59

3

Cassandre Beaugrand

FRA

1:03:29

9:09

35:46

17:04

4

Ditte Kristensen

DEN

1:04:22

9:08

35:39

18:01

5

Carmen Gomez

ESP

1:04:42

9:09

35:35

18:20

6

Sophie Coldwell

GBR

1:04:54

8:57

35:44

18:40

7

Angelica Olmo

ITA

1:05:11

9:11

35:37

18:49

8

Therese Feuersinger

AUT

1:05:23

9:02

35:49

19:04

9

Flora Bicsak

HUN

1:05:54

9:52

36:24

17:53

10

Lena Meißner

GER

1:06:04

9:37

36:33

18:14

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