Gold und Silber für deutsche Mixed-Teams

Die Deutsche Triathlon Union kehrt als erfolgreichste Nation von den Europameisterschaften in Kitzbühel zurück. Am Schlusstag holten die Junioren in der Mixed-Staffel die Goldmedaille, das U23-Team von Marek Jaskolka musste nur den Italienern den Vortritt lassen. Damit verbesserte das deutsche Team seine Bilanz auf zweimal Gold und zweimal Silber.

Von > | 22. Juni 2014 | Aus: SZENE

ETU Triathlon European Championships | Deutsche Junioren Gold Triathlon-EM

Deutsche Junioren Gold Triathlon-EM

Foto >Jan Sägert

Den Anfang hatten am letzten Wettkampftag wieder die Junioren gemacht. Thomas Möller, der verantwortliche DTU-Bundestrainer riskierte viel und setzte seine beiden stärksten Athleten, Europameisterin Laura Lindemann und den Vierten der Einzel-EM vom Vortag, Lasse Lührs, auf die Positionen drei und vier.

Am Ende war es die genau richtige Entscheidung, denn Lena Meißner und Valentin Wernz blieben nicht nur in Schlagdistanz zu den hochfavorisierten Franzosen - sie setzten sie sogar richtig unter Druck. Entschieden wurde das Rennen - wie so oft in der Mixed-Staffel - auf der so wichtigen dritten Position. Mit dem Selbstvertauen ihres EM-Titels legte Laura Lindemann im Wasser, auf dem Rad und beim Lauf rund um den Schwarzsee mehr als eine Minute zwischen sich und ihre Verfolgerin. Eine Steilvorlage für ihren Potsdamer Trainingskollegen Lasse Lührs, der es in der letzten Runde mit dem amtierenden Europameister Raphael Montoya zu tun bekam. Der wollte sich nicht mit Silber abfinden und kam auf den 8,6 Radkilometern bis auf wenige Sekunden an den EM-Vierten vom Vortag heran. Doch Lührs verteidigte den knappen Vorsprung bis ins Ziel, wo ihn seine drei Teamkollegen mit zwei Deutschlandfahnen empfingen. Silber ging an die Franzosen, Bronze holte Großbritannien. Für Lindemann war es nach dem Titel im Einzel am Freitag schon die zweite Goldmedaille. Die 17-Jährige ist damit die erfolgreichste Athletin der Europameisterschaften.

ETU Triathlon European Championships | Lena Meißner, Laura Lindemann und Valentin Wernz nehmen Schlussläufer Lasse Lührs in Empfang.

Lena Meißner, Laura Lindemann und Valentin Wernz nehmen Schlussläufer Lasse Lührs in Empfang.

Foto >Jan Sägert

Philippin packt den Hammer aus

Nur eine Stunde später stand das von Trainer Marek Jaskolka betreute und nominierte U23-Team vor der schweren Aufgabe, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Vize-Europameisterin Sophia Saller, Maximilian Schwetz, Hanna Philippin und Justus Nieschlag sollten es richten. Saller musste auf den 200 Schwimmmetern nur der Österreicherin Sarah Vilic den Vortritt lassen, ging nach einem schnellen Wechsel aber zeitgleich mit Vilic und einigen anderen Teams auf die Radstrecke. Nach der ersten Runde rollte dieses Feld geschlossen durch die Wechselzone - in dieser Konstellation kamen die Damen dann auch zum zweiten Wechsel. Etwas überraschend gelang dort Vilic der schnellste Wechsel. Zur Freude ihrer Landsleute an der Strecke verteidigte sie ihren Vorsprung über die gesamten 2,4 Laufkilometer rund um den Schwarzsee und übergab als Erste an ihren Teamkollegen Alois Knabl. Knapp dahinter übergab Saller an Schwetz. Beim Radfahren bildete sich danach ein Führungsquartett, dass gut zusammenarbeitete, so dass Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn geschlossen auf die Laufrunde gingen. Dort musste Knabl als Erster reißen lassen. Schwetz und Alessandro Fabian schenkten sich nichts. Keine zehn Meter lagen beim Wechsel auf Hanna Philippin und Annamaria Mazzetti zwischen den Favoritenteams. Auch die Ungarn hielten noch gut mit. Wie schon bei den Junioren fiel auch hier auf der dritten Position eine Vorentscheidung im Kampf um die Medaillen.

Steinwandter bezwingt Nieschlag

Philippin und Mazzetti, die sich schon am Freitag ein packendes Duell um die Bronzemedaille geliefert hatten, schüttelten die Ungarin Vanek ab und bauten den Vorsprung auf der ersten Radrunde gemeinsam aus. Dann attackierte die Deutsche und brachte tatsächlich einige Meter zwischen sich und die Italienerin. Beim Wechsel in die Laufschuhe lag Mazzetti mehr als zehn Sekunden zurück. Doch wie im Einzelrennen erwies sie sich als die stärkere Läuferin. Auf der Runde um den See drehte die 25-Jährige aus der Lombardei den Spieß um. Beim letzten Wechsel lag nun wieder ihr italienisches Team vorn. Die Entscheidung um Gold und Silber musste also der Zweikampf zwischen Justus Nieschlag und dem Südtiroler Matthias Steinwandter bringen. Und die wollten es offenbar beide auf ein Laufduell ankommen lassen. Rad an Rad erreichten sie den letzten Wechsel dieser Europameisterschaften. Nieschlag wechselte etwas schneller - doch Steinwandter parierte diese erste Attacke. Knapp acht Minuten tauchte das blaue Trikot des Italieners zuerst auf dem ebenso blauen Teppich der Zielgerade auf. Steinwandter hatte Nieschlag niedergekämpft und bescherte den Italienern damit die zweite Medaille der EM. Das deutsche Quartett sicherte sich Silber und darf sich nach den sechs Entscheidungen mit dem Titel "erolgreichste Nation" schmücken. Zwei Mal Gold und zwei Mal Silber fischte der sogenannte zweite Anzug der Deutschen Triathlon Union aus dem Schwarzsee. Dazu kamen zahlreiche Titel und Podestplätze bei den Paratriathleten und Amateuren.

Triathlon-EM Kitzbühel | Das deutsche Silber-Quartett: Sophia Saller, Justus Nieschlag, Hanna Philippin und Maximilian Schwetz

Das deutsche Silber-Quartett: Sophia Saller, Justus Nieschlag, Hanna Philippin und Maximilian Schwetz

Foto >Jan Sägert