Gómez übersprintet Mola - Brownlees chancenlos

In einer packenden Laufentscheidung hat Javier Gómez auch das dritte Rennen der World Triathlon Series 2014 gewonnen. Erst auf der Zielgeraden setzte er sich gegen seinen Landsmann Mario Mola durch. Die Brownlee-Brüder waren chancenlos.

Von > | 17. Mai 2014 | Aus: SZENE

Javier Gomez | Javier Gomez sprintet im Duell mit Mario Mola zum Sieg in Japan

Javier Gomez sprintet im Duell mit Mario Mola zum Sieg in Japan

Foto >Delly Carr / ITU

In den Minuten nach dem Rennen bedankte sich die Triathlonwelt via Twitter bei Tom Davison. Sie bedankte sich für eines der spannendsten Triathlon-Rennen der letzten Jahre - und für eines, in dem die Vorherrschaft der Brownlees gebrochen wurde: Bei jedem WM-Rennen, bei dem die beiden Brüder seit 2009 angetreten waren, war am Ende auch mindestens einer von ihnen auf das Podest gelaufen. Diese Serie hat nun ihr Ende gefunden - vor allem eben wegen der aufopferungsvollen Arbeit des Kiwis Tom Davison.

"Er ist gefahren wie ein Tier"

Der hatte schon beim WM-Auftaktrennen in Auckland gezeigt, dass er sich auf dem Rad nicht vor den Brownlee-Brüdern und dem Galizier Javier Gómez zu verstecken braucht - und setzte beim dritten Rennen des Jahres in Japan noch einmal etwas auf die imposante Performance von Auckland drauf: Zwar schien es zu Beginn, als könnte sich über das Schwimmen eine kleine Gruppe von knapp zehn Leuten um Jonathan und Alistair Brownlee (GBR), Henri Schoeman (RSA) und Javier Gómez vom Feld lösen - doch anders als sonst verpasste es das dominante Favoritentrio, sofort für ein hohes Tempo zu sorgen und ermöglichte somit nach fünf Kilometern eine 16 Mann große Spitzengruppe, der mit 30 Sekunden Rückstand ein weit in die Länge gezogenes Feld folgte - angeführt schon bald von Tom Davison.

Und anders als sonst gelang es dem unermüdlich hart arbeitenden Kiwi, den Rückstand kontinuierlich zu verkürzen. Nach knapp 20 Kilometern führte er sogar den Zusammenschluss der Verfolgergruppe mit der Spitze herbei, wodurch sich um die Brownlees herum ein Feld von über 30 Athleten bildete - zu denen nun auch die starken Läufer Mario Mola (ESP) und Richard Murray (RSA) gehörten. "Tom Davison ist gefahren wie ein Tier", sagte im Ziel später Mario Mola, "wir haben ihm heute sehr, sehr viel zu verdanken - ich hatte selbst im Windschatten Probleme", meinte auch Richard Murray. Gregor Buchholz dagegen verpasste den Sprung an die Spitze: In der Verfolgung machte Tom Davison so viel Tempo, dass in der langgezogenen Verfolgergruppe Lücken aufrissen - was in der Folge auch Buchholz zu weit zurückwarf. Weil Davison auch auf den verbleibenden 20 Kilometern weiter für ein hohes Tempo an der Spitze sorgte, verloren die Verfolger um den Deutschen auf der zweiten Hälfte der Radstrecke bis zum zweiten Wechsel noch rund eine Minute.

"Das härteste Rennen seit sehr langer Zeit"

So mussten sich Javier Gómez und Jonathan Brownlee beim abschließenden Zehn-Kilometer-Lauf nicht nur erstmals in dieser Saison mit Alistair Brownlee auseinandersetzen, sondern auch mit Mario Mola und Richard Murray. Was folgte, war ein fünf Kilometer andauerndes Feuerwerk - und ein Rennen, das Javier Gómez im Anschluss als "das härteste seit sehr, sehr langer Zeit" bezeichnen sollte.

Eröffnet wurde das von Alistair Brownlee: Dominant wie immer stürmte der ältere der beiden Brownlee-Brüder los, konnte damit aber nicht verhindern, dass Mario Mola und Richard Murray wieder zum Spitzentrio aufschlossen, nachdem sie beim zweiten Wechsel zunächst einige Sekunden verloren hatten. Was Javier Gómez veranlasste, selbst schon früh initiativ zu werden: nach nur einem gelaufenen Kilometer setzte der Galizier eine erste eigene Tempoverschärfung - und distanzierte damit den Zweitplatzierten der beiden ersten Rennen des Jahres, Jonathan Brownlee.

Die Brownlees binnen fünf Kilometern besiegt

Ermutigt von diesem Erfolgserlebnis spannte sich in der Folge vor allem Richard Murray an die Spitze des Führungsquartetts. Immer wieder setzte er Tempoverschärfungen - und schüttelte damit noch binnen der ersten vier Laufkilometer auch Alistair Brownlee ab, der in der Folge gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan auf den Positionen vier und fünf lief. Erst nach fünf Kilometern - und einer Durchgangszeit von unter 14:20 Minuten für den langsam wechselnden Richard Murray - beruhigten sich das Rennen und das Tempo wieder ein wenig. Nach acht Kilometern musste der Südafrikaner Murray schließlich für seinen engagierten Beginn bezahlen und das spanische Duo ziehen lassen, woraufhin Murrays Trainingskollege Mario Mola erstmals initiativ wurde: Er versuchte, Javier Gómez auf den letzten beiden Kilometern abzuschütteln, doch der Spanier wehrte sich verbissen, blieb dran - und konnte sich in einem packenden Finale auf der Zielgeraden, wenige Meter vor dem Zielbanner, an Mola vorbei zu seinem dritten Sieg in Serie schieben.

Als bester deutschsprachiger Starter erreichte Andrea Salvisberg (SUI) das Ziel als Zehnter. Der einzige DTU-Starter, Gregor Buchholz, gab dem Wettkampf nach einer Lauffrunde auf, "als klar war, dass es heute nicht wirklich Punkte geben wird", um beim WM-Rennen in zwei Wochen in London frisch am Start stehen zu können. Der Neuseeländer Tom Davison erreichte das Ziel auf Platz 40.

ITU World Triathlon Yokohama

  1. Mai 2014, Yokohama (JPN)

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

1

Javier Gómez

ESP

1:45:31

17:29

57:08

29:32

2

Mario Mola

ESP

1:45:31

18:00

56:44

29:25

3

Richard Murray

RSA

1:46:00

18:21

56:18

29:55

4

Alistair Brownlee

GBR

1:46:27

17:32

57:01

30:27

5

Jonathan Brownlee

GBR

1:46:29

17:31

57:04

30:29

6

Aaron Harris

GBR

1:46:38

18:14

56:23

30:33

7

Fernando Alarza

ESP

1:46:45

17:41

56:56

30:37

8

Hirokatsu Tayama

JPN

1:46:52

17:35

57:00

30:47

9

Adam Bowden

GBR

1:47:16

18:06

56:30

31:12

10

Andrea Salvisberg

SUI

1:47:29

17:41

56:56

31:30

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