Gómez will EM-Gold zurück, Schwetz in die Top-Ten

Nach zwei Jahren, in denen er ihn kampflos hergegeben hat, will sich Javier Gómez am Samstag in Genf den Europameistertitel über die Kurzdistanz zurückholen, muss dabei aber auf seinen Lieblingsrivalen verzichten. Die DTU entsendet zwei Männer in die Schweiz.

Von > | 10. Juli 2015 | Aus: SZENE

Javier Gomez | Javier Gomez hat vor dem WM-Finale gesundheitliche Probleme.

Javier Gomez hat vor dem WM-Finale gesundheitliche Probleme.

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Die Europameisterschaften in Genf sollen für den in der Schweiz geborenen Spanier Javier Gómez am Samstag der nächste große Schritt in Richtung der Olympia-Qualifikation werden. Noch etwas eingerostet in die Saison gestartet, hatte der Galizier bereits früh angekündigt, dass er sich nun von Rennen zu Rennen steigern werde - um dann zum angepeilten Qualifikationsrennen in Rio de Janeiro Anfang August wieder in Bestform aufzulaufen. Diese Taktik, so scheint es vier Monate nach Start der World Triathlon Series 2015, geht voll auf: Immer besser kam der 32-Jährige in den zurückliegenden Weltmeisterschaftsrennen in Schuss, gewann nebenbei auch noch einen Ironman 70.3 in Großbritannien - und setzte ein dickes Ausrufezeichen abseits der internationalen medialen Aufmerksamkeit: In der durch einige Vereine hoch dotierten und deswegen auch stets hochkarätig besetzten französischen Triathlonliga gewann Gómez erst Ende Juni ein Sprintrennen in Dunkerque mit über einer Minute Vorsprung vor den weiteren Verfolgern.

Zwei Franzosen fordern Gómez

In Genf will der erfahrene Gómez am Samstag also den nächsten Schritt hin zu seiner Bestform tun, der er mit jedem Rennen näher zu kommen scheint - und trifft dabei erneut auf einige starke Sparringspartner, auch wenn die Brownlee-Brüder am Start fehlen werden. Der jüngere der beiden Briten, Jonathan Brownlee, zog sich im Trainingslager in St. Moritz einen Ermüdungsbruch zu, wird deshalb in dieser Saison voraussichtlich kein Rennen mehr bestreiten können und kann sich somit auch erst 2016 für die Olympischen Spiele qualifizieren. Der ältere, Alistair, verschwand am Donnerstag von der Meldeliste für die Kurzdistanz-Europameisterschaft, verschwieg eine Begründung dafür aber bislang.

Doch auch so haben die Briten in Thomas Bishop, Grant Sheldon und Matthew Sharp gleich drei Kandidaten am Start, denen Podestplatzierungen auf der schwierigen Strecke in Genf zuzutrauen sind - auch wenn Javier Gómez wohl noch für alle von ihnen eine Nummer zu groß sein dürfte. Alexander Bryukhankov, Ivan Vasiliev und Dmitry Polyanskiy (alle RUS) dagegen spielten einst in einer ähnlichen Liga wie Gómez, konnten in letzter Zeit aber nicht mehr an ihre beste Phase um die Saison 2012 anknüpfen. So werden Gómez' größte Herausforderer in Genf wohl sein Landsmann Francesc Godoy und die Franzosen David Hauss und Pierre Le Corre. Auch Davide Uccellari (ITA) und Sven Riederer (SUI) könnten Gómez beim Laufen ins Schwitzen bringen, dürften selbst aber wiederum Probleme in der Auftaktdisziplin bekommen: Einmal mehr will der schnellste Schwimmer im Feld, der Slowake Richard Varga, die Spitzengruppe bereits im Wasser ausdünnen, um sich auf dem Rad dann gemeinsam unter anderem mit Javier Gómez abzusetzen.

Lührs und Schwetz führen die Teams an

Auch der für die Türkei startende Niedersachse Jonas Schomburg und der Deutsche Maximilian Schwetz wollen den Sprung in diese erwartete kleine Spitzengruppe schaffen - und sich dort dann festbeißen. "Sofern ich auf der schwierigen Radstrecke nicht wegplatze, halte ich eine Top-Ten-Platzierung für möglich", sagt der 24-jährige Schwetz, der 2013 bei den Europameisterschaften in der Türkei überraschend Vierter wurde. Als zweiter deutscher Athlet bekommt der junge Berliner Ian Manthey eine Startchance in der Schweiz. "Ian stand bisher weniger im Fokus, hat aber eine starke Saison und bekommt diese EM-Nominierung daher als Belohnung. Wir sind gespannt, wie er sich in einem internationalen Spitzenfeld schlagen wird“, meint DTU-Cheftrainer Ralf Ebli. Für die Schweiz kämpft Andrea Salvisberg vor heimischem Publikum um eine Top-Platzierung.

Im Rennen der männlichen Junioren stellt die DTU drei weitere Starter. Für den Potsdamer Lasse Lührs, Vorjahresvierter, geht es dabei wohl sogar um eine Podestplatzierung, seine Landsleute Marc Trautmann und Linus Stimmel wollen sich in ihrem ersten Rennen auf internationaler Ebene für weitere Aufgaben im Dress der Deutschen Triathlon Union aufdrängen.