Gwen Jorgensen setzt Siegesserie fort

Gwen Jorgensen ist dem Sieg bei der World Triathlon Series 2014 einen großen Schritt nähergekommen. Beim Laufen hat sie den ITU World Triathlon in Hamburg für sich entschieden. Die Australierin Emma Jackson wurde Zweite, als beste Deutsche kam Rebecca Robisch auf Rang 13 ins Ziel.

Von > | 12. Juli 2014 | Aus: SZENE

Gwen Jorgensen - 03 | Gwen Jorgensen

Gwen Jorgensen

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Fluch ist gebannt: Nach mehreren verkorksten Rennen in Hamburg hat Gwen Jorgensen mit der Hansestadt Frieden geschlossen und souverän das Frauenrennen der ITU World Triathlon Series gewonnen. Beim Laufen hatte sich die US-Amerikanerin eindrucksvoll nach vorn gearbeitet und eine Konkurrentin nach der anderen überholt – spannend war danach nur noch der Kampf um Platz zwei. Für Jorgensen ist das nach den Rennen in Yokohama, London und Chicago der vierte Sieg in Folge, und für ihre Konkurrentinnen wird es immer schwieriger, ihr den WM-Titel in Stockholm und Edmonton noch zu entreißen.

Robisch und Knapp vorn dabei

Beim 750 Meter langen Schwimmen in der Hamburger Binnenalster hatten zunächst die Italienerin Alice Betto, Pamela Oliveira aus Brasilien und Mitfavoritin Helen Jenkins (GBR) das Tempo vorgegeben. Doch Jorgensen behielt den Anschluss und wechselte in Schlagweite auf die 20 Radkilometer. Auf den sechs Runden durch die Hamburger Innenstadt konnten auch die Deutschen ein Wörtchen mitreden: Rebecca Robisch und Anja Knapp, erst vor fünf Tagen aus dem Höhentrainingslager in den französischen Pyrenäen zurückgekehrt, arbeiteten sich bis zur Spitze vor, wo sich vor allem die Britin Lucy Hall um das Tempo bemühte. Zunächst motiviert, später genervt: Während Hall im Wind die meiste Arbeit verrichtete, hielten sich die schnellen Läuferinnen im Feld taktisch klug zurück.

Erst auf der vierten Runde löste die Kanadierin Kirsten Sweetland Lucy Hall ab und übernahm die Führungsarbeit. Direkt dahinter: Rebecca Robisch, Anja Knapp und alle Favoritinnen. Auf der fünften Runde wagte Hall noch eine letzte vergebliche Attacke – dann ließ sich niemand mehr auf taktische Spielchen ein. Geschlossen rollte eine große Spitzengruppe um Sweetland, Jorgensen, Jenkins, Jackson, Emma Moffatt, Andrea Hewitt, Robisch und Knapp in die Wechselzone. Ebenfalls ganz vorn mit dabei: Jodie Stimpson, als Dritte des aktuellen WM-Serien-Rankings eine der wenigen, die Jorgensen in der Gesamtwertung noch gefährlich werden können.

Raumgreifend und mühelos

Wie so oft entschied Jorgensen das Rennen dann eindrucksvoll beim Laufen: Mit raumgreifenden Schritten ließ sie die Konkurrentin regelrecht stehen und arbeitete sich auf der ersten der beiden 2,5-Kilometer-Runden auf den sechsten Platz nach vorn. Nach halber Strecke führten Jodie Stimpson und Kirsten Sweetland das Feld an, dahinter bildete sich eine vierköpfige Verfolgergruppe aus Emma Jackson, der Italienerin Annamaria Mazzetti, Andrea Hewitt aus Neuseeland und eben Gwen Jorgensen. Die hielt sich dort nicht lange auf: Sie schloss scheinbar mühelos auch zu Stimpson und Jackson auf, überholte das Duo auf den letzten Kilometern und erarbeitete sich einen Vorsprung, den ihr bis ins Ziel niemand mehr nehmen konnte. Den Kampf um Platz zwei entschied wie im Jahr 2011 Emma Jackson für sich, Rang drei verteidigte Jodie Stimpson, die WM-Zweite von 2013.

Die derzeit beste Deutsche im WM-Ranking, Rebecca Robisch, bestätigte ihre Form auf dem 13. Platz, Anja Knapp kam auf dem passablen 16. Rang ins Ziel. Sophia Saller, die Überraschungs-Zweite des EM-Rennens in Kitzbühel, und Hanna Philippin komplettierten das deutsche Team auf den Plätzen 39 und 46. Mitfavoritin Emma Moffatt war auf der Laufstrecke ausgestiegen, die Japanerin Juri Ide, als Fünfte eine der WM-Medaillen-Anwärterinnen, nach Problemen beim Schwimmen gar nicht erst aufs Rad gestiegen. Welche beiden der vier deutschen Frauen morgen Nachmittag im Mixed-Team um WM-Gold kämpfen dürfen, steht noch nicht offiziell fest, empfohlen haben sich Robisch und Knapp mit ihrem Einsatz im Einzelrennen aber allemal.

ITU World Triathlon Hamburg | Frauen

  1. Juli 2014, Hamburg (GER)

Name

Nation

Gesamt

0,75 km Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Gwen Jorgensen

USA

56:54

9:45

30:31

15:46

2

Emma Jackson

AUS

57:00

10:01

30:13

15:55

3

Kirsten Sweetland

CAN

57:00

9:52

30:08

16:04

4

Andrea Hewitt

NZL

57:11

9:49

30:14

16:13

5

Jodie Stimpson

GBR

57:15

9:55

30:08

16:21

6

Annamaria Mazzetti

ITA

57:25

9:50

30:13

16:33

7

Vicky Holland

GBR

57:32

9:52

30:11

16:37

8

Barbara Riveros

CHL

57:39

10:03

30:01

16:43

9

Aileen Reed

IRL

57:42

9:46

30:23

16:39

10

Ashleigh Gentle

AUS

57:45

10:15

29:54

16:41

13

Rebecca Robisch

GER

57:54

9:52

30:13

16:58

16

Anja Knapp

GER

58:02

9:54

30:11

17:05

39

Sophia Saller

GER

59:56

10:21

31:57

16:43

46

Hanna Philippin

GER

1:00:51

10:01

32:20

17:39

Swipe me