ITU gibt Drafting für Agegroup-WM 2016 frei

Die International Triathlon Union will ab 2016 das Windschattenfahren bei internationalen Agegroup-Meisterschaften freigeben. Das geht aus einem Schreiben an die nationalen Verbände hervor. Gelten soll die Regel vorerst nur für die WM über die Sprintdistanz. Bei der Deutschen Triathlon Union reagierte man zurückhaltend.

Von > | 22. Juli 2014 | Aus: SZENE

Windschattenfreigabe | Grand Final London 2013

Grand Final London 2013

Foto >Frank Wechsel / spomedis

In einer gewöhnlichen Memo informierte die International Triathlon Union (ITU) zu Wochenbeginn ihre nationalen Verbände über diese gravierende Regeländerung. Das Executive Board habe beschlossen, die Agegroup-Weltmeisterschaften über die Sprintdistanz von einem 'drafting-illegal'- zu einem 'drafting-legal'-Wettbewerb zu machen", heißt es in dem Schreiben wörtlich. In den Wettbewerben über die olympische Distanz soll Windschattenfahren dagegen weiterhin verboten bleiben. "Die neue Regel wird beim Grand Final 2016 zum ersten Mal in Kraft treten", so die ITU in dem Statement weiter. Wo das Grand Final, bei dem neben den Weltmeistern der Elite, U23-Klasse und Junioren seit 2009 auch die Agegroup-Weltmeister im Sprint- und Kurzdistanztriathlon gekürt werden, stattfindet, steht noch nicht fest. Unklar ist zudem, ob das Windschattenfahren ab 2016 auch bei kontinentalen und nationalen Meisterschaften erlaubt sein wird. Bisher galt die Windschattenfreigabe ausschließlich für Eliteathleten.

Mexiko bringt Stein ins Rollen

Auf Nachfrage des Onlineportals "slowtwitch.com" legte Erin Greene, Media Manager beim Triathlon-Weltverband, Wert darauf, dass der Vorschlag vom Triathlonverband Mexikos an die ITU herangetragen wurde. Dort gelte die Regel schon seit einigen Jahren und sie habe sich als sicherer und kostengünstiger erwiesen. Die Nationalverbände hätten, so Greene, die Technische Kommission der ITU bei einem Kongress damit beauftragt, den Vorschlag Mexikos zu prüfen und eine Empfehlung an das Executive Board auszusprechen. Diese fiel offenbar positiv aus. Dennoch bleiben Fragen offen. Zum Beispiel, wie sich die Neuregelung auf das Material auswirken wird. Werden klassische Zeitfahrmaschinen in den betreffenden Wettbewerben dann verboten und Rennräder ohne Aerolenker zur Pflicht? Zu dieser und anderen Fragen äußerte sich die ITU bisher nicht. Heftigen Gegenwind bekommt der Weltverband jedenfalls aus den USA. "Wir möchten die Tradition des windschattenfreien Triathlons schützen, der gewachsen ist, seit es diesen Sport gibt", sagte Barry Siff von amerikanischen Verband USAT gegenüber "slowtwitch.com" trotzig.

DTU zunächst zurückhaltend

Die Deutsche Triathlon Union reagierte zunächst zurückhaltend auf den ITU-Vorstoß. "Das ist eine gerade erst getroffene Regelung, zu der wir aktuell nichts Konkretes sagen können, weil es noch keine weiterführenden und detaillierteren Informationen seitens der ITU gibt", so Lisa Henkel, die bei der DTU für den Amateursport zuständig ist, gegenüber tri-mag.de. Auch zur Frage, ob und wie diese Regeländerung auch Deutsche Meisterschaften tangieren werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.