Jorgensen führt US-Team zum nächsten Triple

Gwen Jorgensen bleibt unschlagbar. Auch bei ihrem zehnten Start in Folge war die US-Amerikanerin siegreich und durfte in London gar zum zweiten Mal ein rein amerikanisch besetztes Podium bejubeln. Für die DTU stachen erneut Sophia Saller und Laura Lindemann positiv heraus.

Von > | 31. Mai 2015 | Aus: SZENE

US-Podium | One-two-three: Podeste sind in dieser Saison US-Angelegenheit

One-two-three: Podeste sind in dieser Saison US-Angelegenheit

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Die Geschichte der Frauenrennen in der World Triathlon Series sind 2015, zumindest wenn Weltmeisterin Gwen Jorgensen am Start steht, schnell erzählt. Zum fünften Mal im sechsten Rennen des Jahres - und für sie persönlich zum zehnten Mal in Folge - war Gwen Jorgensen am Ende die umjubelte Siegerin. Selbst vom 16 Grad Celsius kalten Wasser, das die Athletinnen im Londoner Hyde Park empfing, ließ sich die US-Amerikanerin diesmal nicht schocken.

Keiner hält dagegen

Stattdessen gab es schon beim Schwimmen das in dieser Saison gewohnte Bild: Während sich die Spanierin Carolina Routier um das Tempo kümmerte und auf diese Weise im Feld einige Lücken rissen, hielten sich die drei US-Damen Jorgensen, Katie Zaferes und Sarah True souverän an den Füßen der Spitzendame und wechselten in Führung liegend auf das Rad. Dort eröffneten sie eine sieben Frauen große Spitzengruppe, in der vor allem True, später auch Zaferes, sich um das Tempo bemüht machten. "Ich wollte die anderen guten Läuferinnen unbedingt auf Distanz halten", erklärte im Anschluss True ihr Engagement: Denn rund 30 Sekunden hinter ihnen hatte sich eine große Verfolgergruppe gebildet, in der alle fünf deutschen Starter und einige Mitfavoritinnen um Vicky Holland (GBR) und Andrea Hewitt (NZL) lagen. Die Waliserin Non Stanford verlor im Schwimmen sogar noch etwas mehr Zeit, erreichte nur die zweite Verfolgergruppe und spielte im Rennen anschließend keine Rolle mehr.

Dank der vorherigen Tempoarbeit des US-Duos büßten die sieben Spitzendamen erst auf den letzten 5 von 20 Radkilometern einige Sekunden ein und wechselten mit 20 Sekunden Vorsprung vor der riesigen Verfolgergruppe auf die Laufstrecke. Und auch dort waren es erneut die US-Amerikanerinnen, die das Geschehen dominierten: Angeführt von Sarah True setzten sich True, Zaferes und Jorgensen prompt von den Begleiterinnen ab und machten das Rennen, wie schon in Gold Coast im April, unter sich aus. Nach zwei Kilometern trat Jorgensen dabei zu ihrer erwarteten Attacke an - und ihre Landsfrauen versuchten gar nicht erst, gegenzuhalten, sondern ließen die derzeitig übermächtige Frau auf der Sprint- und Kurzdistanz ziehen. Bis auf die letzten Meter konzentrierten sie sich stattdessen auf den Kampf um die Silbermedaille, den letztlich Zaferes für sich entscheiden konnte.

Saller und Lindemann stechen heraus

Auch die nachfolgenden Plätze hinter den drei momentan klar stärksten Triathletinnen der World Triathlon Series wurden mit knappen Abständen vergeben: Aileen Reid (IRL) rettete sich als Vierte knapp vor Vicky Holland ins Ziel, die Kanadierin Paula Findlay, die die Olympischen Spiele 2012 an gleicher Stätte unter Tränen als Letzte beendet hatte, schob sich nach mehreren von etlichen gesundheitlichen Rückschlägen gezeichneten Jahren als Achte erstmals wieder unter die besten Zehn. Sophia Saller als Zehnte und Laura Lindemann als 14. zeigten erneut, warum die sportliche Leitung der DTU derzeit vor allem auf seinen weiblichen Nachwuchs setzt. Auch Hanna Philippin blieb noch unter den besten 20, Anja Knapp lief in ihrem ersten Saisonrennen auf Rang 26. Rebecca Robisch erlitt in der dritten von vier Radrunden einen technischen Defekt und musste sich mit dem drittletzten Platz begnügen. "Insgeheim hatten wir zwar auf ein wenig mehr gehofft, aber die Ergebnisse sind in Ordnung", meinte DTU-Cheftrainer Ralf Ebli. "Vor allem die beiden jungen Athletinnen Sophia und Laura haben gezeigt, dass sie stabil in der Weltklasse mithalten können."

ITU World Triathlon London

  1. Mai 2015, London (GBR)

Name

Nation

Gesamt

750 m Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Gwen Jorgensen

USA

55:45

?

28:56

16:00

2

Katie Zaferes

USA

56:06

?

28:56

16:32

3

Sarah True

USA

56:07

9:22

28:56

16:33

4

Aileen Reid

IRL

56:25

9:48

28:45

16:26

5

Vicky Holland

GBR

56:28

10:02

28:41

16:30

6

Andrea Hewitt

NZL

56:31

9:55

28:43

16:32

7

Barbara Riveros

CHI

56:32

10:02

28:34

16:31

8

Paula Findlay

CAN

56:32

10:01

28:36

16:37

9

Amelie Kretz

CAN

56:33

?

?

?

10

Sophia Saller

GER

56:33

10:02

28:29

16:36

14

Laura Lindemann

GER

56:45

9:51

28:48

16:43

18

Hanna Philippin

GER

57:04

9:57

28:39

17:07

26

Anja Knapp

GER

57:37

9:37

29:05

17:33

58

Rebecca Robisch

GER

1:01:13

9:37

32:56

17:12

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