Jorgensen gnadenlos, Lindemann starke Siebte

Gwen Jorgensen hat in Hamburg ihren sechsten Sieg in Serie eingefahren. Die US-Amerikanerin musste beim World Triathlon an der Alster allerdings härter kämpfen als zuletzt. Vor allem die Britin Vicky Holland ließ sich lange nicht abschütteln. DTU-Juniorin Laura Lindemann mischte vom Start bis ins Ziel vorn mit und wurde sensationell Siebte.

Von > | 18. Juli 2015 | Aus: SZENE

Gwen Jorgensen | ITU World Hamburg Triathlon 2015, Zieleinlauf der Siegerin Gwen Jorgensen

ITU World Hamburg Triathlon 2015, Zieleinlauf der Siegerin Gwen Jorgensen

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Angeführt von Küken Laura Lindemann hat das DTU-Frauenteam beim Heimrennen in Hamburg gezeigt, dass es zur Weltspitze gehört. Die 19-jährige gebürtige Berlinerin zeigte bei ihrer Hamburg-Premiere vom Start weg ein couragiertes Rennen, schaffte nach wenigen hundert Radmetern den Sprung in die wichtige 13-köpfige Führungsgruppe und sorgte dort gemeinsam mit Teamkollegin Anja Knapp dafür, dass die Verfolgerinnen viel Kraft aufwenden mussten, um in der letzten von sechs Radrunden die Lücke nach vorn zu schließen. Das war letztlich auch die Basis für einen starken siebten Platz. Das sehr gute Mannschaftsergebnis komplettierten Rebecca Robisch als Zehnte, sowie Anne Haug und Anja Knapp auf den Plätzen 15 und 16.

Knapp und Backhouse machen Tempo

Beim Schwimmen in der knapp 22 Grad warmen Binnenalster sorgte wie erwartet die Spanierin Carolina Routier für das Tempo. Von den sechs DTU-Frauen konnten nur zwei den Kontakt nach vorn halten. Anja Knapp und Laura Lindemann. Pech hatte Hanna Philippin, die nach einer Panikattacke ans Ende des Felds zurückfiel und wie Anna Haug mit fast einer Minute Rückstand aus dem Wasser stieg. Dort bildete sich auf der ersten von sechs Radrunde eine 13-köpfige Spitzengruppe, die fortan von einer ähnlich großen Gruppe um die Binnenalster gejagt wurde. Bis auf 20 Sekunden wuchs der Vorsprung dank der forschen Tempoarbeit von Anja Knapp und der Australierin Gillian Backhouse zeitweise an. Eine Runde vor dem Wechsel in die Laufschuhe, an der Spitze wurde inzwischen ein wenig taktiert, schafften die Verfolgerinnen - darunter auch Rebecca Robisch - den Anschluss. Wenige Minuten später stürmte die Niederländerin Rachel Klamer als Erste aus er Wechselzone. An ihren Fersen die Britin Vicky Holland, ihre Landsfrau Non Stanford, Sarah True (USA) und die mutige Laura Lindemann. Topfavoritin Gwen Jorgensen strauchelte beim Lauf durch die Wechselzone kurz und handelte sich einige Sekunden Rückstand ein. Und die Weltmeisterin brauchte fast zwei Kilometer, um Klamer und Lindemann einzufangen. Etwas später bekamen dann auch True, Holland und Stanford weltmeisterliche Begleitung.

Jorgensen wackelt, fällt aber nicht

Doch Jorgensen musste für die Aufholjagd offenbar mehr Energie aufwenden als bei ihren letzten Rennen. Sie zog nicht sofort vorbei, sondern verschnaufte kurz im Windschatten von Holland. Mit frischen Kräften setzte Jorgensen dann aber doch eine Attacke, der True und Stanford zum Opfer fielen. Einen Kilometer vor dem Ziel versuchte sich Holland dann in Majestätsbeleidigung. Doch Jorgensen konterte den Angriff der Britin und feierte nach einem langezogenen Zielsprint auf der Poststraße ihren zweiten Sieg in Hamburg, den sechsten in der World Triathlon Series 2015 und saisonübergreifend den elften Seriensieg in Folge. Hinter Holland entbrannte ein harter Kampf um den dritten Platz, den Stanford für sich entscheiden konnte.

Laura Lindemann | Laura Lindemann im Ziel des ITU World Triathlon Hamburg 2015

Laura Lindemann im Ziel des ITU World Triathlon Hamburg 2015

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Laura Lindemann musste auf den beiden letzten Kilometern zwar etwas zurückstecken, sicherte sich als Siebte im vierten WTS-Rennen der Karriere aber ihre beste Platzierung. "Das war viel schöner, als alle Rennen, die ich bisher gemacht habe", freute sie sich im Ziel. Zumindest ein wenig zuversichtlich war Anne Haug, auch wenn der 16. Platz nicht ihren hohen Ansprüchen genügt. "Ich muss zufrieden sein, mit dem was heute rausgekommen ist", so Haug. Im Hinblick auf das Olympiaqualifikationsrennen in Rio in zwei Wochen sagte sie: "Ich probiere es, sonst versuche ich es eben im nächsten Jahr.

ITU World Triathlon Hamburg | Frauen

  1. Juli 2015, Hamburg (GER)

Name

Nation

Gesamt

0,75 km Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Gwen Jorgensen

USA

57:08

9:51

30:38

15:45

2

Vicky Holland

GBR

57:13

9:55

30:30

15:57

3

Non Stanford

GBR

57:24

10:12

30:14

16:06

4

Sarah True

USA

57:25

9:46

30:37

16:08

5

Rachel Klamer

NED

57:38

9:52

30:33

16:24

6

Katie Zaferes

USA

57:43

10:03

30:23

16:18

7

Laura Lindemann

GER

57:48

10:02

30:24

16:30

8

Andrea Hewitt

NZL

57:52

10:09

30:15

16:34

9

Annamaria Mazzetti

ITA

58:00

9:55

30:33

16:39

10

Rebecca Robisch

GER

58:11

10:15

30:13

16:52

15

Anne Haug

GER

58:37

10:37

30:29

16:39

16

Anja Knapp

GER

58:39

9:57

30:30

17:23

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