Justus, Buchholz, Saller, Haug: DTU-Elite in doppelter Mission

Der T³-Triathlon in Düsseldorf hat sich als Bestandteil der Triathlon Bundesliga etabliert. Nach mehreren Meisterschaften im Altersklassenbereich werden in diesem Jahr auch die Deutschen Meister der Elite am Rhein gekürt. Die Kurzdistanz-Elite folgt den Titelrufen und reist direkt aus dem Höhentrainingslager in der Schweiz an.

Von > | 26. Juni 2015 | Aus: SZENE

Steffen Justus | Steffen Justus steigt am Sonntag in die World Triathlon Series 2015 ein

Steffen Justus steigt am Sonntag in die World Triathlon Series 2015 ein

Foto >Jo Kleindl / DTU

Für die Kaderathleten der Deutschen Triathlon Union (DTU) bleibt 2015 ein stressiges Jahr ohne viel Zeit zum Durchatmen. Nach überwiegend schwachem Start in das Mammut-WM-Serienprogramm des Frühjahrs tankte das Team in den vergangenen Wochen im Höhentrainingslager in St. Moritz Kraft für einen neuen Angriff und die Olympiaqualifikation in Rio de Janeiro Anfang August. Doch zunächst geht es von diesem Trainingslager auf fast direktem Weg an den Rhein: In Düsseldorf werden die Athleten um Gregor Buchholz und Steffen Justus ihre Beine am Sonntag gleich im Bundesliga-Wettkampf testen. Und hoffen, sich zur Belohnung ein Jahr lang amtierender "Deutscher Meister" nennen zu dürfen.

Angriffslustige Saarländer

Denn der T³-Triathlon in Düsseldorf stellt nicht nur die dritte Station der Triathlon-Bundesliga 2015 dar, sondern in diesem Jahr zugleich auch die Deutsche Meisterschaft für die Elite. In ihrem Sprintrennen werden daher nicht nur die 75 gemeldeten Bundesliga-Starter an den Start gehen, sondern zusätzlich auch noch einige, von den Verbänden zugelassene weitere deutsche Athleten, die um Titelehren kämpfen wollen. Und die auf diese Weise entscheidenden Einfluss auf den Verlauf des Rennens, in dem das Windschattenfahren erlaubt ist, nehmen können.

Einer dieser DM-Starter sollte eigentlich Florian Angert sein: Der 23-Jährige, der zuletzt die Rennen in Mußbach und Erding mit großem Vorsprung gewann, gilt als der schnellste Schwimmer im Feld und zudem als starker Radfahrer, der vor den abschließenden fünf Laufkilometern eine kleine Fluchtgruppe initiieren könnte. Durch Ausfälle im Saarbrücker Bundesliga-Team steht er aber nun doch im Bundesliga-Aufgebot des jungen und wilden Saar-Teams, das mit Maximilian Schwetz und Gregor Payet zudem noch mit zwei weiteren schnellen Schwimmern aufwartet. Unterstützung könnten die Schwimmspezialisten von der Saar beispielsweise durch das Stadtwerke-Team Witten bekommen, das neben dem für Österreich startenden Hallenser Thomas Springer, Jelle Geens (BEL), Alexander Bryukhankov (RUS) im Wahl-Luxemburger Stefan Zachäus ebenfalls einen Schwimmspezialisten an den Start bringt.

Buschhütten hat die freie Wahl

Favoriten sind aber erneut die Athleten aus Buchhütten: Die haben sogar ein so breites Aufgebot an Sportlern unter Vertrag, dass nicht einmal alle für ihr Bundesligateam starten können. So werden die Buschhüttener für das Ligarennen neben den Deutschen Justus Nieschlag, dem amtierenden Deutschen Meister Steffen Justus und Gregor Buchholz auch den Schweizer Sven Riederer und den großen Favoriten auf den Sieg im Einzel, Richard Murray (RSA), einsetzen - und über die Wertungen zu den Deutschen Meisterschaften in Franz Löschke und Jonathan Zipf zudem noch zwei weitere Sportler an den Start bringen. Vor allem für den 29-jährigen Zipf, der nach monatelangen gesundheitlichen Problemen erst seit wenigen Wochen wieder kontinuierlich trainieren kann, wird das Düsseldorfer Rennen deshalb ein besonderes. Christopher Hettich stößt am Sonntag ebenfalls über die DM-Wertung in das Bundesligafeld.

In der Bundesligawertung selbst dürfte wieder kaum ein Kraut gegen das Buschhüttener Starensemble gewachsen sein. Um die Plätze direkt dahinter bewirbt sich neben den Wittenern beispielsweise Triathlon Potsdam, die neben Lasse Lührs auch den jungen Moritz Horn, Jahrgang 1999, ins Rennen schickt. Auch das Team aus Süßen, eine Mixtur aus italienischen, österreichischen und luxemburgischen Athleten, hat Chancen auf Podestplatzierungen. Im Trikot des Darmstädter Bundesliga-Teams wird außerdem Patrick Lange an den Start gehen, für das Team Mitteldeutschland startet der einhändige Paralympics-Aspirant Martin Schulz im Feld der Elite.

Gegenwart trifft Zukunft

Im Rennen der Frauen deutet viel darauf hin, dass die Siegerin gleichzeitig auch Deutsche Meisterin werden wird: Anders als bei den Männern, wo der große Favorit auf den Sieg aus Südafrika kommt, setzen die Teams hier vor allem auf Athletinnen aus Deutschland - wobei die Favoritinnen zumindest auf den Sieg in der Bundesliga-Tageswertung natürlich im Trikot des dominierenden Teams aus Buschhütten an den Start gehen. Mit Rachel Klamer (NED) und den Deutschen Svenja Bazlen, Hanna Philippin und Rebecca Robisch dürften die Siegerländer für die Konkurrentinnen in der Teamwertung erneut kaum zu knacken sein. In der Einzelwertung um den Meistertitel dagegen schon: So schickt das Team aus Erlangen beispielsweise Anne Haug und die amtierende Deutsche Meisterin Sophia Saller ins Rennen. Das Stadtwerke-Team aus Witten vertraut in einem jungen Aufgebot in Carina Brechters und Anja Knapp auf zwei herausragende Schwimmerinnen. Auch Annika Vössing (PV Witten), Juniorenweltmeisterin Laura Lindemann (Potsdam) und Lisa Sieburger (Griesheim) sind in der Einzelwertung gute Ergebnisse zuzutrauen.

Sieburger könnte mit ihrem Griesheimer Team um Leonie Poetsch, Natascha Schmitt und Anna-Lena Pohl außerdem den Sprung auf das Bundesliga-Podest schaffen. Darum konkurrieren sie unter anderem mit dem international besetzten Krefelder Kanu Klub um Maria Shorets (RUS), der Potsdamer Mannschaft sowie dem Team aus Lemgo. Nicht um Spitzenplatzierungen, aber um sehr wertvolle Erfahrungen geht es zudem für eine andere junge Athletin: U18-Triathletin Lisa Tertsch aus Darmstadt, die im Frühjahr bereits einen Junioren-Europacup in Portugal gewann und auch die hessische Leichtathletik-Szene in ihrer Altersklasse dominiert, bekommt über die Deutschen Meisterschaften eine Chance, am Sonntag in Düsseldorf erstmals zusammen mit einigen der weltbesten Triathletinnen auf dem Startponton zu stehen.