Kathrin Müller: "Das ist die absolute Krönung"

Zwei Jahre nach ihrem Wechsel vom Straßentriathlon ins Gelände hat Kathrin Müller den größten Erfolg ihrer sportlichen Karriere gefeiert. Mit dem WM-Titel von Zittau ging für die 30-Jährige ein Traum in Erfüllung. Im Interview verrät sie, was für den Heimsieg entscheidend war und warum sie sich am kommenden Wochenende schon ins nächste Triathlonabenteuer stürzt.

Von > | 20. August 2014 | Aus: SZENE

Kathrin Müller | Kathrin Müller ITU Cross Triathlon World Championships

Kathrin Müller ITU Cross Triathlon World Championships

Foto >Jan Sägert / spomedis

Kathrin Müller, Sie haben den Rennverlauf fast so vorhergesagt wie es letztlich gelaufen ist. Wie nah waren Sie am perfekten Rennen?
Bei der Heim-WM den Titel zu holen, ist mehr als perfekt. Da zählt nur das Ergebnis.

Gab es einen Schlüsselmoment?
Sicher die frühe Führung auf dem doch sehr schwierigen Radkurs und vor allem, dass ich mich sofort von Flora Duffy absetzen konnte. Da wusste ich, dass ich nicht nur den Rückstand zugefahren habe, sondern ihn auch aus eigener Kraft in einen Vorsprung umwandeln kann. Nach den ersten zwei, drei technischen Passagen war ich allein auf weiter Flur. Das hat mich unheimlich beflügelt.

ITU Cross Triathlon WM 2014 | Auf den schweren 36 Mountainbike-Kilometern gelingt Kathrin Müller die Vorentscheidung.

Auf den schweren 36 Mountainbike-Kilometern gelingt Kathrin Müller die Vorentscheidung.

Foto >Jan Sägert / spomedis

Welchen sportlichen Wert hat das WM-Gold von Zittau für Sie – wo sortieren es in Ihrer Karriere ein?
Das ist sicher der größte sportliche Erfolg, den ich bis 2014 erreichen konnte. Ich werde bestimmt noch oft an den vergangenen Samstag zurück denken. Auch wenn ich im olympischen Triathlon große Momente mit großartigen Sportlern teilen durfte, ist der WM-Titel die absolute Krönung für mich.

Werden Sie bei der Xterra-WM auf Maui starten – wenn ja, welche Chancen rechnen Sie sich dort aus?
Das ist noch offen. Zunächst genieße ich das Erreichte. Die Cross-Saison hat schon im Mai angefangen und ist nun sehr lang. Mit EM- und WM-Titel sind die gesteckten Ziele für 2014 natürlich schon übertroffen.

ITU Cross Triathlon WM 2014 | Mit einer der besten Laufzeiten bringt die 30-Jährige den WM-Titel schließlich sicher nach Hause.

Mit einer der besten Laufzeiten bringt die 30-Jährige den WM-Titel schließlich sicher nach Hause.

Foto >Jan Sägert / spomedis

Am kommenden Wochenende starten Sie beim Inferno Triathlon. Wovor haben Sie am meisten Angst?
Angst ist das falsche Wort, aber ohne Respekt sollte man weder der Großen und Kleinen Scheidegg noch dem Schilthorn gegenübertreten. Da ich nicht schwindelfrei bin, hoffe ich entgegen vielen anderen Athleten ein wenig auf Nebel auf den Bergspitzen, damit ich die tiefen Abgründe nicht so sehe. Insgesamt freue ich mich auf eine andere Art des Cross und ein einmaliges Erlebnis in einer der traumhaftesten Regionen Europas.

Was reizt Sie grundsätzlich an Herausforderungen wie diesem Rennen  - auch vor dem Hintergrund Ihres Sieges beim Celtman 2013?
Ich muss jedes Jahr irgendwas Verrücktes tun. Außerdem teile ich mit meinem Partner Skinfit die Liebe zum abenteuerlichen Multisport.