Knapp, Haug, Frodeno und Löschke auf Medaillenjagd

Anne Haug, Jan Frodeno, Anja Knapp und Franz Löschke sollen für das DTU-Team am Sonntag auf dem Hamburger Rathausmarkt um eine Weltmeisterschafts-Medaille im Teamformat kämpfen. Favorit ist aber das Team aus Großbritannien.

Von > | 20. Juli 2013 | Aus: SZENE

Hamburg Triathlon 2013 - Elite Frauen - 23

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Beine hochlegen und Entspannen war nicht drin - zumindest nicht sofort. Nur eine Stunde nach dem Zieleinlauf der schnellsten Männer beim Einzelrennen am Samstag, um 20 Uhr, musste die Deutsche Triathlon Union (DTU) bereits ihre Meldung für das Teamrennen am Sonntag an die International Triathlon Union (ITU) abgeben. Eine Entscheidung, für die man erst die Eindrücke aus den Einzelrennen abwarten wollte - und die auch taktisch geprägt sein sollte.

"Im Team kann der Underdog immer überraschen"

Echte Überraschungen gibt es in der Aufstellung der DTU allerdings nicht. Neben den beiden bestplatzierten Damen der Einzelrennen, Anne Haug und Anja Knapp, ergänzen Jan Frodeno und Franz Löschke die Mannschaft am Sonntag. Dabei wurde Löschke, als 30. der drittbeste Deutsche, dem starken Schwimmer Maximilian Schwetz vorgezogen, der seinen Vorsprung vom Radfahren im Einzelrennen knapp vor Löschke als 27. ins Ziel gerettet hatte. Über 300 Meter Schwimmen, 6,6 Rad- und 1,6 Laufkilometer werden dann am Sonntagnachmittag auf dem Hamburger Rathausmarkt die neuen Weltmeister im Teamtriathlon gesucht.

Favoriten sind die Titelverteidiger aus Großbritannien. Auch wenn die Meldungen der anderen Nationen noch nicht offiziell vorliegen - an den Brownlee-Brüdern sowie Non Stanford und Jodie Stimpson dürfte für die britischen Sportdirektoren kein Weg vorbeiführen. Vier Athleten also, die die Einzelrennen am Samstag allesamt auf dem Podest beendeten. "Auf dem Papier sind die Briten unschlagbar", sagte Jan Frodeno schon bei der Auftaktpressekonferenz am Donnerstag. "Aber wir kennen das ja von der Leichtathletik. Mit der richtigen Einstellung, auch taktisch, kann der Underdog immer überraschen." Und auch DTU-Cheftrainer Ralf Ebli setzte "eine Medaille" für den Sonntag zum Ziel. "Der Team-Triathlon ist eine deutsche Disziplin. Hier kommt es auf Kaderbreite und Taktik an." Die ärgste Konkurrenz für das DTU-Team könnten neben den Briten die Teams aus Frankreich, Spanien, Australien, Südafrika und den USA darstellen.

Schwer zu berechnende Konkurrenz

Während die Franzosen auf der Frauenseite wohl Emmie Charayron und Jessica Harrison ins Rennen schicken werden, müssen sie bei den Männern eine Auswahl aus Vincent Luis, Aurelien Raphael und dem im Einzelrennen vorzeitig ausgestiegenen Laurent Vidal treffen. Die Spanier dürften neben Javier Gomez und Mario Mola die starke Schwimmerin Carolina Routier und Ainhoa Murua nominieren, die Australier müssen sich für die weibliche Besetzung zwischen Ashleigh Gentle, Emma Moffatt und Emma Jackson entscheiden. Auch die US-Amerikaner könnten mit Gwen Jorgensen und Sarah Groff sowie Joe Maloy und Matt Chrabot eine Rolle bei der Medaillenvergabe spielen. Die Südafrikaner stellen mindestens drei konkurrenzfähige Athleten: Henri Schoeman und Richard Murray gehören aktuell zu den stärksten Männern im Feld, auch Kate Roberts dürfte zumindest nicht viel Boden verlieren.

Eine entscheidende Rolle spielt im Rennverlauf aber auch die Antrittsreihenfolge der nominierten Athleten. Gestartet wird die Staffel mit einer weiblichen Athletin, dann folgen abwechselnd ein Mann, die zweite Frau und zum Abschluss der zweite Mann. Im deutschen Team wird voraussichtlich Anja Knapp die Spitzenposition übernehmen, da sie als starke Schwimmerin die besten Chancen hat, auf dem Rad sofort in der Spitzengruppe zu landen. Der Start erfolgt am Sonntag um 15:01.