"Läuferisch schon unter den besten Acht"

Mit nur 24 Jahren ist Franz Löschke beim Start der World Triathlon Series 2013 in Auckland der Jüngste im DTU-Team - dabei ist es für den Potsdamer bereits die zweite Saison auf der großen Bühne. Auch, weil der U23-Weltmeister von 2009 kein Lampenfieber hat.

Von > | 29. März 2013 | Aus: SZENE

SIH_4604_NEU | Franz Löschke

Franz Löschke

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Pünktlich zum Olympiaqualifikationsrennen in Madrid im Mai 2012 hatte Franz Löschke es geschafft: World Triathlon Series. Ausgerechnet bei dem wichtigsten Vor-Olympischen Rennen der vergangenen Saison feierte der U23-Weltmeister des Jahres 2009 seinen Einstand auf der großen Bühne der Kurzdistanzathleten - und zeigte als 15., Sekundenbruchteile hinter seinem erfahrenen Landsmann Christian Prochnow, eines der besten Debütanten-Rennen der vergangenen Jahre. Solche Ergebnisse, kündigt der 1,92-Meter-Hüne im Interview an, will er in dieser Saison regelmäßig abliefern. Und vielleicht sogar noch etwas mehr.

Franz Löschke, hinter Ihnen liegt Ihr erstes Jahr bei den „Großen“. Welche Eindrücke und Erfahrungen haben Sie daraus mitgenommen?
Eigentlich gar keine Besonderen. Bei den „Großen“ bin ich ja auch vorher schon gestartet, es war eben nur mein erstes Jahr in der WM-Serie. Ich kannte viele der Leute ja aber schon aus Europacups oder beispielsweise von den Europameisterschaften, daher hatte ich bereits eine Ahnung, was mich in der World Triathlon Series erwartet. Wirklich überrascht hat mich dann, als ich wirklich selbst Teil davon wurde, eigentlich nichts mehr.

Sie sind also vollkommen unaufgeregt an Ihre Premiere in Madrid, das Olympiaqualifikationsrennen, herangegangen?
Ja, schon. Denn mein Ziel war es ja, so viele Punkte zu sammeln, dass ich in Madrid überhaupt am Start stehen kann; schon das hätten mir viele gar nicht zugetraut. Dass ich dann wirklich dabei war, war der wichtigste Punkt. Über mehr, also die Qualifikation für die Olympischen Spiele, hatte ich mir gar keine großen Illusionen gemacht. Auch wenn das Rennen mit dem 15. Platz für mich auf Anhieb wirklich sehr gut lief.

Franz Löschke | Konzentriert, aber nicht nervös: Franz Löschke in Madrid.

Konzentriert, aber nicht nervös: Franz Löschke in Madrid.

Foto >Fabian Fiedler

Ist es trotzdem ein anderes Gefühl, nun so kurz vor dem Start in die zweite WM-Saison zu stehen? Sind die Ansprüche gestiegen?
Ich will so viele Punkte sammeln, dass ich nächstes Jahr nicht vor WM-Start erst noch andere Rennen einschieben muss, um mir meinen Startplatz für die Serie zu sichern. Das heißt, eine Top-30-Platzierung in der Serie müsste schon her. Grundsätzlich will ich aber vor allem konstant durch die Saison kommen und in den einzelnen Rennen regelmäßig unter den besten 20 landen. So, wie mir das im vergangenen Jahr im Prinzip auch schon gelungen ist.

Da waren Sie vor allem läuferisch oft schon nah an der Spitze, ein paar kleinere Ausrutscher nach unten gab es allerdings auch.
Für die gab es aber immer Gründe. In Kitzbühel (DNF) und Hamburg (39.) war ich etwas krank und vielleicht übertrainiert, in Yokohama dann durch das Trainingslager zuvor und den Jetlag doch ziemlich müde, weshalb es da nicht ganz gepasst hat – obwohl ich dort ja immerhin noch 16. wurde. Grundsätzlich sehe ich mich läuferisch, wenn alles passt, schon unter den besten Acht.

Worauf haben Sie in der Saisonvorbereitung also einen Schwerpunkt gelegt?
Vor allem im Schwimmen habe ich versucht, technisch wieder einen Schritt nach vorne zu machen. Und ich behaupte, dass das auch funktioniert hat. Ansonsten lag ein Schwerpunkt im Trainingslager zuletzt auch auf dem Radfahren, bei dem mich Gregor Buchholz und Sebastian Rank ziemlich leiden lassen haben. Sebastian hatte seine Vorbereitung auf 2013 ja schon gestartet, da hatten wir noch nicht einmal das letzte Rennen 2012 hinter uns – dadurch hat er nun schon einige Kilometer mehr in den Beinen. Und auch Gregor war mir voraus, weil er im Dezember schon ins Trainingslager fahren und dort viel auf dem Rad trainieren konnte, wogegen ich wegen meines Studiums noch ein paar Wochen in Deutschland bleiben musste. Da musste ich auf dem Rad also ordentlich ranklotzen. Vor allem, weil in Auckland ja gleich zu Beginn wieder eine Knaller-Radstrecke auf uns wartet.

Franz Löschke | 2012 wird Franz Löschke erstmals Deutscher Meister in der Elite.

2012 wird Franz Löschke erstmals Deutscher Meister in der Elite.

Foto >Fabian Fiedler / pebe-sport.de

Sie sprechen Ihr Studium („Rehabilitation und Prävention“ an der Uni Potsdam) schon an. Lässt sich das wirklich mit dem Sport vereinbaren?
In der Regelstudienzeit bin ich nicht mehr, aber ich komme ganz gut mit. Man ist schon immer ein wenig auf die Hilfsbereitschaft der Dozenten angewiesen, allerdings sehe ich mich sowieso in erster Linie als Triathlet. Das Studieren ist für mich eher ein Hobby.

Mit welchen Zielen gehen Sie nun ins erste Rennen nach Auckland?
Schwierig zu sagen. Das Startfeld ist relativ klein, und unter normalen Umständen – also bei einem Rennen mitten in der Saison – würde ich sagen: Eine Top-Ten-Platzierung muss da drin sein. Nun sind da aber die ganzen Kiwis und Australier am Start, die in den letzten Monaten nicht mit Schnee, Eis und Kälte zu kämpfen hatten. Im Gegenteil: Die hatten Sommer und perfekte Trainingsbedingungen, stehen schon jetzt voll im Saft, wogegen wir mit einer relativ kurzen Saisonvorbereitung anreisen. Deshalb könnte es schon etwas schwieriger werden. Eine Top-20-Platzierung nehme ich aber vor.