Laura Lindemann sprintet zur Goldmedaille

Laura Lindemann hat sich in Edmonton zur besten Triathlon-Juniorin der Welt gekrönt. Einmal mehr zermürbte sie die beiden Französinnen Cassandre Beaugrand und Audrey Merle, die sich wie bei der EM mit Silber und Bronze zufrieden geben mussten. Die Australierin Brittany Dutton, zuletzt Siegerin bei den Youth Olympic Games, wurde im Hawrelak Park nur Sechste.

Von > | 30. August 2014 | Aus: SZENE

Laura Lindemann | Laura Lindemann Edmonton

Laura Lindemann Edmonton

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Europas Triathlon-Juniorinnen bleiben auch auf der Weltbühne das Maß aller Dinge. Allen voran Laura Lindemann. Nach EM-Silber und WM-Bronze im vergangenen Jahr vergoldete die 17-Jährige aus Potsdam in dieser Saison beiden Medaillen. Auch dieses Mal gelang es den beiden starken Französinnen Cassandre Beaugrand und Audrey Merle nicht, die Deutsche vor dem entscheidenden Zielsprint abzuhängen.

Coldwell greift an, Lindemann clever

Lindemanns Stärke ist, dass sie keine wirkliche Schwäche hat. Das demonstrierte sie auch in Edmonton noch einmal eindrucksvoll. Auf den 750 Schwimmmetern orientierte sie sich sofort nach vorn und heftete sich an die Fersen der US-Amerikanerin Taylor Knibb. Nach etwas mehr als neun Minuten führten die beiden das Feld zum ersten Wechsel. Nur fünf ihrer Konkurrentinnen gelang es, an ihr Hinterrad zu springen. Darunter die Britin Sophoie Coldwell, eine bekannt starke Radfahrerin, die schon bei dem Europameisterschaften in Kitzbühel ihre Klasse in der zweiten Disziplin gezeigt hatte. Und Coldwell fackelte auch dieses Mal nicht lange. Am einzigen Anstieg, der für die Damen vier Mal zu bewältigen war, drückte sie gleich in der ersten Runde richtig aufs Tempo. Der Lohn für die sieben Führenden: ein komfortables und kaum wieder zu stopfendes 40-Sekunden-Loch. Im Wissen um ihre Laufstärke tat Lindemann in der Gruppe nicht mehr als nötig, auch die Französinnen überließen Coldwell einen großen Teil der Führungsarbeit. Bemerkenswert vor allem die Leistung von Audrey Merle, die noch am Montag während des Radtrainings in einen Verkehrsunfall verwickelt worden war. Ihr Start war bis zuletzt offen. Hinter der Kopfgruppe kämpfte unterdessen Brittany Dutton, die Siegerin der Youth Olympic Games von Nanjing, verzweifelt darum, ihren Rückstand zumindest etwas zu verringern. Vergeblich. Die vierte Laufzeit des Tages reichte für die junge Australierin am Ende nur zum sechsten Platz.

Lindemann verputzt Franzosen-Sandwich

Das Ausscheidungsrennen an der Spitze begann schon auf den ersten Metern des 5-Kilometerlaufs. Nur Merle und ihre Teamkollegin Cassandre Beaugrand konnte Lindemanns Tempovorgabe halten. Die Portugiesin Santos, Taylor Knibb und Avery Evenson büßten Meter um Meter ein - wenig später platzte auch Coldwells Traum von einer WM-Medaille. Für die Britin blieb wieder nur die Holzmedaille. Im deutsch-französischen Länderkampf fiel die Entscheidung wie schon in Kitzbühel erst auf den letzten 200 Metern. Erst schüttelte Lindemann die EM-Dritte Merle ab, auf der Zielgerade musste sich dann auch Beaugrand dem überragenden Finish der Deutschen beugen. "Es war ein sehr hartes Rennen", sagte die neue Weltmeisterin später. Sie habe gewusst, dass die Französinnen schnell sind. Doch sie selbst war noch etwas schneller. Mit dem WM-Gold geht für Lindemann eine märchenhafte Saison zu Ende. Denn neben den Siegen bei EM und WM holte sie sich in Grimma auch den Titel der Deutschen Meisterin. Für Anna Schmidt, die zweite Deutsche im WM-Rennen von Edmonton endete die erste große internationale Meisterschaft auf dem 27. Platz. Mit der achtbesten Laufzeit katapultierte sich Schmidt nach dem Radfahren noch von Rang 43 nach vorn.

ITU Triathlon World Championships | Juniorinnen

  1. August 2014, Edmonton (CAN)

Name

Nation

Gesamt

0,75 km Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Laura Lindemann

GER

1:02:35

9:01

34:46

17:17

2

Cassandre Beaugrand

FRA

1:02:38

9:10

34:38

17:18

3

Audrey Merle

FRA

1:02:44

9:07

34:38

17:27

4

Sophie Coldwell

GBR

1:03:37

9:06

34:35

18:18

5

Avery Evenson

USA

1:03:44

9:05

34:42

18:27

6

Brittany Dutton

AUS

1:04:05

9:15

35:27

17:42

7

Margot Garabedian

FRA

1:04:06

9:13

35:15

18:03

8

Vanesa De La Torre

MEX

1:04:10

9:13

35:37

17:48

9

Taylor Knibb

USA

1:04:13

9:01

34:40

18:53

10

Dritte Kristensen

DEN

1:04:24

9:07

35:17

18:18

27

Anna Schmidt

GER

1:07:09

10:05

37:17

18:13

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