Mixed-Team-WM: Großbritannien holt Gold, Deutschland Sechster

Die deutschen Triathleten haben bei der Mixed-Team-WM in Hamburg die erhoffte Medaille verpasst und das finale Rennen des ITU World Triathlon an der Alster auf dem sechsten Platz beendet. Dank einer Energieleistung von Alistair Brownlee ging Gold an Großbritannien. Silber holten sich die Franzosen vor den überraschend starken Ungarn.

Von > | 13. Juli 2014 | Aus: SZENE

Team GB | Die Weltmeister aus Großbritannien: Jonathan und Alistair Brownlee, Lucy Hall und Vicky Holland.

Die Weltmeister aus Großbritannien: Jonathan und Alistair Brownlee, Lucy Hall und Vicky Holland.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Im vergangenen Jahr hatten die Briten den WM-Titel nach einem Sturz von Non Stanford noch auf dem Hamburger Asphalt liegenlassen. Dieses Mal kam das Quartett um die Superstars Alistair und Jonathan Brownlee unfallfrei über den kurvenreichen und engen Parcours rund um die Alster. Am Ende machte die Extraklasse des Olympiasiegers den Unterschied. Das deutsche Quartett mischte lange vorn mit, konnte in den Kampf um die Medaillen letztlich aber doch nicht eingreifen.

Robisch legt vor

Rebecca Robisch sollte den Gastgeber und Titelverteidiger in eine gute Ausgangsposition bringen. Und tat das mit Bravour. Ihren kleinen Rückstand nach dem Schwimmen machte die 13. des gestrigen Einzelrennens schon auf der ersten von zwei 3,3 Kilometer langen Radrunden wett. Gemeinsam mit der Brasilianerin Pamela Oliveira griff Robisch dann sogar an. Wirklich lösen konnte sich die Deutsche zwar nicht - doch sie führte eine fünfköpfige Spitzengruppe zum ersten Wechsel und übergab an Steffen Justus, der gestern schon als Achter überzeugt hatte. Im Wasser musste Justus dann aber zunächst den US-Amerikaner Ben Kanute und vier weitere Teams, darunter die starken Franzosen und den Italiener Alessandro Fabian, passieren lassen. Eingangs der zweiten Radrunde schloss Jonathan Brownlee zu den acht führenden Mannschaften auf und übernahm dort sofort die Initiative. Absetzen konnte sich der Hamburgsieger von 2013 aber nicht.

Knapp & Co kontern britische Attacke

Ein unglücklicher Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke kostete Steffen Justus danach Anschluss zu Brownlee, dem Australier Royle, Ungarn und Frankreich. 21 Sekunden verlor der 32-Jährige auf der 1.600 Meter kurzen Laufstrecke. Vorn kontrollierte nun endgültig das britische Team das Renngeschehen. Jonathan Brownlee gab Vicky Holland sechs Sekunden Vorsprung mit auf den Weg. Er habe versucht, Anja Knapp so wenig wie möglich Rückstand mitzugeben, so Justus nach seinem Einsatz. Knapp kam im Wasser zwar nicht an die Britin heran, fand sich beim Radfahren aber schnell in einem Quintett wieder, das einen Kilometer vor dem nächsten Wechsel in die Laufschuhe das Solo von Holland beendete und damit die Vorentscheidung noch einmal vertagte. Gwen Jorgensen, die mit einem Handicap von 30 Sekunden in ihren Lauf starten musste, fing Knapp zwar kurz vor dem letzten Wechsel noch ab, für eine Medaille sollte es nach ihrem Sieg im Einzelrennen dieses Mal aber nicht reichen. Beim letzten Wechsel hatten die Franzosen die Nase vorn, die überraschend mit zwei Juniorinnen an den Start gegangen waren. Doch Alistair Brownlee wollte diesen Titel unbedingt.

Brownlee behält die Nerven

Gemeinsam mit Vincent Luis drückte Brownlee schon in der ersten Radrunde derart aufs Tempo, dass der Australier Dan Wilson und Ungarns Akos Vanek nicht mehr folgen und sich auf den Kampf um Bronze einstellen konnten. Für Gregor Buchholz, den vierten Deutschen, ging es in seiner Mixed-Team-Premiere zu diesem Zeitpunkt zumindest noch um den fünften Platz. In der Neuauflage des Zweikampfs aus dem Einzelrennen behielt nach knapp 80 Rennminuten dann zum zweiten Mal Brownlee die Oberhand. Luis brachte Silber in Ziel, Ungarn jagte den Australiern Bronze ab. Buchholz lieferte sich wenige Sekunden später noch einen faszinierenden Sprint gegen den früheren US-Mittelstreckler Allan Webb, der um Haaresbreite den fünften Platz rettete.

Alistair Brownlee  | Alistair Brownlee läuft für das \"Team GB\" als Erster über die Zielline bei der WM im Mixed Team Relay 2014 in Hamburg.

Alistair Brownlee läuft für das "Team GB" als Erster über die Zielline bei der WM im Mixed Team Relay 2014 in Hamburg.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

ITU World Triathlon Hamburg | Mixed Team Relay

  1. Juli 2014, Hamburg (GER)

Nation

Gesamt

Athlet 1

Athlet 2

Athlet 3

Athlet 4

1

Großbritannien

1:19:07

20:51

18:34

21:02

18:41

2

Frankreich

1:19:11

20:33

19:04

20:49

18:46

3

Ungarn

1:19:31

20:30

19:08

20:49

19:05

4

Australien

1:19:52

20:37

18:53

20:53

19:30

5

USA

1:20:07

20:30

19:18

20:54

19:27

6

Deutschland

1:20:07

20:30

19:16

20:57

19:26

7

Italien

1:20:10

20:40

19:02

20:44

19:46

8

Niederlande

1:20:17

20:39

19:07

21:04

19:28

9

Japan

1:21:12

20:31

19:13

21:23

20:07

10

Russland

1:21:14

20:55

19:08

21:40

19:33

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