Riederer gewinnt in der Türkei, Saller sprintet am Podest vorbei

Dem Schweizer Sven Riederer ist mit einem Sieg beim Weltcup in Alanya das versöhnliche Finale einer durchwachsenen Saison gelungen. Auch Sophia Saller lief bei ihrer dritten Olympischen Distanz erneut auf Podestkurs - musste sich im Zielsprint aber knapp geschlagen geben.

Von > | 28. September 2014 | Aus: SZENE

Sven Riederer | Sven Riederer gewinnt den Weltcup in Alanya.

Sven Riederer gewinnt den Weltcup in Alanya.

Foto >Janos Schmidt / ITU

Eine Podestplatzierung in ihrem ersten Weltcup-Rennen hat sie denkbar knapp verpasst - doch von Enttäuschung oder gar Frust gab es bei der DTU-Nachwuchsathletin Sophia Saller nach einer herausragenden Saison in Alanya dennoch selbstverständlich keine Spur: Nach dem zweiten Rang bei den Elite-Europameisterschaften in Kitzbühel und dem Weltmeistertitel in der U23-Klasse bestritt die Mathematik-Studentin im türkischen Alanya überhaupt erst ihr drittes Rennen über die Olympische Distanz - und hatte dort bis wenige Meter vor dem Ziel sogar die Silbermedaille vor den Augen. Im Zielsprint aus einer großen Gruppe heraus musste sich die vom früheren Frodeno-Coach Roland Knoll trainierte 20-Jährige aber der Tschechin Vendula Frintova und Yulia Yelistratova geschlagen geben.

Lindemann schwimmt auf Anhieb an der Spitze

"Ich schätze, am Sprinten werde ich im Winter ein wenig arbeiten", schrieb Saller nach dem Rennen auf ihrer Facebook-Fanseite. "Ich habe den zweiten Platz verpasst, aber den vierten gewonnen." Denn bis zu jenem Sprint lief das Rennen für sie fast perfekt: Lediglich beim Schwimmen, das DTU-Teamkollegin Laura Lindemann nutzen konnte, um sich mit einer kleinen Gruppe vom Feld um die Favoriten um Maaike Caelers (NED) abzusetzen, konnte Saller die Füße der Spitzenfrauen diesmal nicht ganz halten und fand sich zunächst in der ersten Verfolgergruppe mit Rebecca Robisch und Lisa Sieburger wieder, die nach wenigen Kilometern mit 45 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte. Doch einige Damen in der großen Verfolgergruppe machten gemeinsame Sache, eröffneten die Jagd auf die Spitze - und hatten sie mit vereinten Kräften schon bald darauf gestellt.

Sophia Saller | Sophia Saller führt die Verfolgegruppe an.

Sophia Saller führt die Verfolgegruppe an.

Foto >Janos Schmidt / ITU

So gab es auf der Laufstrecke ein Ausscheidungsrennen aus einer großen Laufgruppe heraus, aus der sich nur eine nach vorne absetzen konnte: Maaike Caelers suchte nach einer Saison, die geprägt war von Verletzungen und Ausfällen, das Heil in der Offensive und lief zu einem überlegenen Sieg, bevor eine halbe Minute nach ihr Saller knapp am Podest vorbeisprintete. Lisa Sieburger und Junioren-Weltmeisterin Laura Lindemann - die in Alanya ihr erstes Rennen über die Olympische Distanz bestritt - liefen auf die Ränge 15 und 19, Rebecca Robisch gab das Hitzerennen auf der Laufstrecke vorzeitig auf.

ITU Weltcup Alanya | Frauen

  1. September 2014, Alanya (Türkei)

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

1

Maaike Caelers

NED

1:59:31

21:17

1:03:15

33:22

2

Vendula Frintova

CZE

2:00:01

20:29

1:04:01

33:55

3

Yulia Yelistratova

UKR

2:00:02

21:21

1:03:12

33:51

4

Sophia Saller

GER

2:00:04

20:45

1:03:53

33:53

5

Audrey Merle

FRA

2:00:06

20:21

1:04:15

33:49

15

Lisa Sieburger

GER

2:01:04

21:29

1:03:06

34:54

19

Laura Lindemann

GER

2:01:41

20:21

1:04:13

35:32

Swipe me
Maaike Caelers | Maaike Caelers gewinnt den Weltcup in Alanya.

Maaike Caelers gewinnt den Weltcup in Alanya.

Foto >Janos Schmidt / ITU

Riederer und Justus mit versöhnlichen Saisonfinals

Eine Saison voller Verletzungspech und Pannen - was sich die Siegerin des Frauenrennens am Samstag von der Seele gelaufen hatte, davon konnte auch der Eidgenosse Sven Riederer bis zum Weltcuprennen in Alanya ein Lied singen. Und ähnlich wie Caelers münzte der Routinier aus der Schweiz das beim letzten europäischen Weltcuprennen des Jahres in Leistung um: Mit solider Schwimmleistung glückte ihm der Sprung in die Spitzengruppe, in der aus dem Kreis der starken Läufer nur der ehemalige Leichtathlet Alan Webb fehlte, weil der bei seiner Weltcuppremiere beim Schwimmen rund 30 Sekunden auf die Spitze verlor. In einer knappen Laufentscheidung auf den letzten Metern zermürbte Riederer schließlich die Konkurrenten und sicherte sich vor dem Italiener Alessandro Fabian und David Castro (ESP) den Sieg. Kurios dabei: Anders als beim Rennen der Frauen zuvor wurde das Rennen der Männer am Sonntag nicht von einem Startpontoon gestartet - weil der nämlich ein Unwetter in der Nacht zuvor nicht überstanden hatte.

Ähnlich wie Riederer präsentierte sich auch DTU-Athlet Steffen Justus nach seiner Plantarsehnenverletzung wieder auf dem Wege der Besserung: Vor allem beim Schwimmen, das Justus als Dritter hinter Marco van der Stel (NED) und Dmitry Polyanskiy beendete, zeigte der Wahl-Saarbrücker eine starke Leistung. Auch beim Laufen konnte er sich auf der etwas zu kurzen Strecke lange in Schlagdistanz zur Spitze um Riederer halten und beendete den Wettkampf auf dem guten fünften Rang. Teamkollege Maximilian Schwetz wurde auf der Radstrecke in einen Sturz verwickelt und wurde ins Krankenhaus gebracht. "Es ist aber nichts Schlimmeres passiert", teilte Schwetz im Anschluss an das Rennen mit.

ITU Weltcup Alanya | Männer

  1. September 2014, Alanya (Türkei)

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

1

Sven Riederer

SUI

1:45:57

19:16

55:36

29:39

2

Alessandro Fabian

ITA

1:46:03

19:12

55:38

29:48

3

David Castro

ESP

1:46:11

19:12

55:40

29:51

4

Raphael Montoya

FRA

1:46:14

19:17

55:36

29:49

5

Steffen Justus

GER

1:46:18

19:10

55:40

29:59

Swipe me