Ruzafa entthront Stoltz, Deutsche chancenlos

Der Spanier Ruben Ruzafa hat sich bei den ITU Cross Triathlon World Championships die Krone aufgesetzt. Der Vorjahreszweite deklassierte seine Konkurrenten, darunter den dreifachen Weltmeister Conrad Stoltz, schon auf dem Mountainbike. Der US-Amerikaner Josiah Middaugh kämpfte sich beim Laufen noch auf den Silberrang nach vorn, Bronze ging an Braden Currie aus Neuseeland.

Von > | 16. August 2014 | Aus: SZENE

Ruben Ruzafa Neu | ITU Cross Triathlon World Championships

ITU Cross Triathlon World Championships

Foto >Jan Sägert / spomedis

Am Tag vor dem Rennen hatte sich Ruben Ruzafa mit einer Kampfansage zurückgehalten. Man werde sehen, was passiert, sagte der Spanier da noch ganz bescheiden. Eher bescheiden war dann auch das, was Ruzafa beim Schwimmen ablieferte. Nur als 18., mit einem Rückstand von mehr als zwei Minuten sprang der Vizeweltmeister von 2013 aus dem Olbersdorfer See. Ganz vorn sorgte ein Deutscher für das Tempo. Christian Otto, der amtierende Deutsche Crosstriathlonmeister, spannte sich vom ersten Meter an vor das 63-köpfige Feld. Wenige Meter vor dem Costa Ricaner Leonardo Chacon stürmte der Sachse in die Wechselzone. Doch Otto durfte sich nicht lange über den Platz an der Sonne freuen. Zu stark präsentierten sich die internationalen Offroad-Stars. Allen voran Ruzafa.

Middaugh kämpft, Ruzafa kontert

Wild entschlossen wühlte sich der amtierende Xterra-Weltmeister nicht nur durch den aufgeweichten Boden des Zittauer Gebirges, er rollte auch das Feld einmal komplett von hinten auf. Bei Halbzeit des Radfahrens lag Ruzafa schon fast eine Minute vor Chacon und mehr als zwei vor einer Verfolgergruppe um Titelverteidiger Conrad Stoltz, dessen vierter Sieg in Folge damit schon in weiter Ferne schien. Bis zum Wechsel in die Laufschuhe vergrößerte Ruzafa seinen Vorsprung noch auf knapp drei Minuten. Der US-Amerikaner Josiah Middaugh hatte sich inzwischen von den Verfolgern abgesetzt und machte sich auf die Verfolgung des Spaniers. Malte Plappert, der zu diesem Zeitpunkt beste DTU-Athlet, schob sein Bike neun Minuten nach Ruzafa zurück in die Wechselzone. Faris Al-Sultan - nach dem Schwimmen noch an fünfter Position - verlor beim Radfahren mehr als 20 Minuten auf die schnellsten und ging als 42. auf die finalen neun Laufkilometer. Am Ende stand für den Ironman-Weltmeister von 2005 Platz 41 im Ergebnisprotokoll. Im Kampf um die Medaillen spitze sich das Rennen schließlich doch noch einmal zu. Middaugh knöpfte dem führenden Ruzafa bis Laufkilometer sieben fast zwei Minuten ab. Doch der Spanier konterte und hielt seinen schärfsten Verfolger bis ins Ziel auf Distanz. Nach starken 2:34:33 Stunden trug der neue Weltmeister die Flagge seines Landes über den Zielstrich. Middaugh fehlten schließlich 55 Sekunden zum ganz großen Triumph. Der Neuseeländer Braden Currie verteidigte Bronze gegen den Österreicher Michael Weiss.

U23-Bronze an Malte Plappert

Die sieben DTU-Starter hatten in einem hochklassigen Rennen weder mit den Medaillen noch mit den Top Ten etwas zu tun. Christian Otto landete als bester Deutscher auf dem 20. Platz. Malte Plappert, der sich beim Laufen völlig verausgabte und zwischenzeitlich gehen musste, wurde 22., schaffte in der Klasse der U23 aber den Sprung aufs Podium. Andreas Theobald, ebenfalls U23-Athlet, kam in dieser Wertung auf den vierten Rang. Die Plätze 38 und 39 gingen an Bastian Dobrowald und Sebastian Veith, die sich damit noch knapp gegen Faris Al-Sultan behaupten konnten. Von einer frühen Radpanne zurückgeworfen, reichte es für Felix Schumann nur zu Rang 50.

ITU Cross Triathlon World Championships | Männer

  1. August 2014, Olbersdorf (GER)

Name

Nation

Gesamt

1,5 km Swim

36 km MTB

9 km Run

1

Ruben Ruzafa

ESP

2:34:33

21:14

1:37:11

34:11

2

Josiah Middaugh

USA

2:35:28

22:30

1:38:41

32:21

3

Braden Currie

NZL

2:37:10

20:29

1:41:42

33:06

4

Michael Weiss

AUT

2:38:28

20:44

1:43:21

32:02

5

Leonardo Chacon

CRC

2:39:00

19:08

1:44:24

33:30

6

Kris Coddens

BEL

2:39:29

22:37

1:42:33

31:56

7

Francois Carloni

FRA

2:39:57

21:21

1:40:37

35:47

8

Conrad Stoltz

RSA

2:40:42

20:08

1:43:15

35:23

9

Brice Daubord

FRA

2:42:31

20:14

1:49:07

31:15

10

Pavel Andreev

RUS

2:42:49

21:53

1:45:18

33:44

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