Ruzafa schafft das Triple, Müller verpasst Top Ten

Ruben Ruzafa hat sich bei der Xterra World Championship auf Maui zum dritten Mal den Siegerkranz aufgesetzt. Der Spanier setzte sich nach einem überragenden Moutainbikeritt gegen Josiah Middaugh und Ben Allen durch. ITU-Weltmeisterin Kathrin Müller schrammte in der Frauenkonkurrenz an den Top Ten vorbei, Flora Duffy von den Bermudas holte sich ihren ersten Titel.

Von > | 27. Oktober 2014 | Aus: SZENE

ITU Cross Triathlon WM 2014 - 11 | ITU Cross Triathlon World Championships 2014

ITU Cross Triathlon World Championships 2014

Foto >Jan Sägert / spomedis

Dass die Zahl "3" im Triathlon eine zentrale Rolle spielt, liegt in der Natur der Sportart. Bei den Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui trieb es Ruben Ruzafa nun auf die Spitze: Der Spanier sicherte sich nicht nur als dritter Athlet in der Geschichte des Rennens den dritten Sieg, er komplettierte zugleich den Titel-Hattrick der Iberer, für den Javier Gómez vor zwei Jahren die Grundlage geschaffen hatte. Mit insgesamt sechs Siegen zog Spanien damit an den  USA vorbei, die seit 14 Jahren auf einen Nachfolger von Michael Tobin warten.

Ruzafa rettet sich vor Middaugh

Das Rennen am Kapalua Beach begann wie es viele erwartet hatten. Ben Allen kletterte nach knapp 22 Minuten als Führender aus dem Pazifik. Die Überraschung: Ruzafa büßte weniger als eine Minute auf den Australier ein und nahm den schweren 32 Kilometer langen Mountainbike-Kurs als Gsamt-Zwölfter in Angriff. Keine zehn Kilometer brauchte er dann, um Allen und die anderen einzufangen und sich abzusetzen. Die erneut schnellste Radzeit aller Starter bescherte dem Spanier einen soliden Vorsprung von knapp drei Minuten. Nur der US-Amerikaner Josiah Middaugh schien vor dem abschließenden Lauf noch in Schlagdistanz und der Lage, Ruzafa seinen dritten WM-Titel abjagen zu können. Schon bei den ITU-Crosstriathlon-Weltmeisterschaften im August in Zittau hatte sich Middaugh ein spannendes Duell mit Ruzafa geliefert - und sich letztlich Silber geholt. 90 Sekunden knöpfte er dem weltbesten Crosstriathleten auf Maui beim Laufen ab - doch auch dieses Mal reichte es nicht zum Sieg. Ruzafa rettete etwas mehr als eine Minute - und bekam zum dritten Mal nach 2008 und 2013 den begehrten Blumenkranz aufgesetzt. Middaugh wurde wie schon 2012 Zweiter, der Australier Ben Allen landete zum zweiten Mal in Serie auf Platz drei. Der "Outrigger Resorts Double Award", eine Kombinationswertung aus Ironman- und Xterra-WM ging an den Belgier Bart Aernouts, der auf Maui Sechster wurde und in der Addition seiner Zielzeiten auf 11:07:24 Stunden kam. Rund zehn Minuten länger brauchte der Österreicher Michael Weiss.

Xterra World Championship | Männer

  1. Oktober 2014, Maui/Hawaii (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,6 km Swim

32 km MTB

9,6 km Run

1

Ruben Ruzafa

ESP

2:29:57

22:53

1:26:54

39:22

2

Josiah Middaugh

USA

2:31:13

24:29

1:27:43

37:58

3

Ben Allen

AUS

2:34:51

21:44

1:30:53

41:19

4

Dan Hugo

RSA

2:36:29

22:43

1:31:39

41:15

5

Mauricio Mendez

MEX

2:38:55

22:02

1:37:14

38:50

6

Bart Aernouts

BEL

2:38:56

24:03

1:33:04

40:38

7

Conrad Stoltz

RSA

2:38:58

22:56

1:33:04

41:59

8

Michael Weiss

AUT

2:39:07

24:24

1:32:25

41:18

9

Rom Akerson

CRC

2:39:41

22:39

1:34:31

41:30

10

Bradley Weiss

USA

2:40:10

23:02

1:34:52

41:01

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Bruchpilotin Duffy nicht zu stoppen

Selbst ein kapitaler Sturz und ein mechanisches Problem an ihrem Bike konnte Flora Duffy von den Bermudas im Rennen der Frauen ausbremsen. Nur wenige Sekunden hinter Titelverteidigerin Nicky Samuels war Duffy zuvor aus dem Wasser gestiegen und hatte ihre neuseeländische Konkurrentin schon nach zwei Kilometern attackiert und abgeschüttelt. Auf ihrer Flucht nach vorn erwischte sie eine Wurzel und flog mit ihrem Bike kopfüber ins Gebüsch. Kurz nachdem sie sich wieder aufgerappelt und zurück aufs Rad gestiegen war, streikte auch noch die Technik. Doch selbst das warf Duffy nicht aus der Bahn. Mit Löchern in ihrem Rennanzug, dem besten MTB-Split und einem komfortablen Polster auf die Chilenin Riveros ging die Vorjahresdritte auf die knapp zehn Kilometer lange Laufstrecke. Hier war Riveros zwar etwas schneller - aber nicht schnell genug, um den ersten WM-Titel für die Bermudas zu verhindern. Der stand nach 2:48 Stunden auch offiziell fest. Silber ging an die Chilenin, Nicky Samuels gab sich mit Platz drei zufrieden. Einen gebrauchten Tag erwischte die so zuversichtlich nach Maui gereiste Kathrin Müller, die nach dem Schwimmen noch aussichtsreich im Rennen gelegen hatte. Doch schon auf der Radstrecke büßte die Deutsche überraschend viel Zeit auf Duffy, Riveros und die Tschechin Erbenova ein. Auch beim Laufen hatte die ITU-Weltmeisterin nichts mehr zuzusetzen. Am Ende wurde sie knapp hinter der Österreicherin Carina Wasle Elfte. Dass sie damit zwei Plätze besser war als bei ihre Premiere im Vorjahr dürfte nur ein schwacher Trost sein.

Xterra World Championship | Frauen

  1. Oktober 2014, Maui/Hawaii (USA)

Name

Nation

Gesamt

1,6 km Swim

32 km MTB

9,6 km Run

1

Flora Duffy

BER

2:48:00

22:19

1:41:41

42:56

2

Barbara Riveros

CHI

2:50:05

24:05

1:43:01

42:01

3

Nicky Samuels

NZL

2:56:32

22:09

1:47:11

46:14

4

Emma Garrard

USA

2:56:55

26:16

1:45:59

43:36

5

Helena Erbenova

CZE

2:57:57

29:44

1:42:48

44:23

6

Suzie Snyder

USA

2:59:54

25:59

46:34

7

Charlotte McShane

AUS

3:03:00

25:04

1:53:41

43:13

8

Melanie McQuaid

CAN

3:03:18

25:30

1:47:51

48:56

9

Jacqui Slack

USA

3:03:46

24:52

1:49:33

48:19

10

Carina Wasle

AUT

3:04:55

28:41

1:47:44

47:24

11

Kathrin Müller

GER

3:05:14

24:44

1:48:34

50:58

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