Ryf behält die Nerven

Die Schweizerin Daniela Ryf hat erstmals die versammelte Weltelite bezwungen. In einem hauchdünnen Rennen setzte sie sich in Seoul gegen die Chilenin Barbara Riveros Diaz und Emma Moffatt durch. Anja Dittmer verpasste den Sprung unter die besten zehn knapp.

Von > | 8. Mai 2010 | Aus: SZENE

Ryf und Spirig | Nicola Spirig und Daniela Ryf nach einem Sieg von Ryf im Ziel

Nicola Spirig und Daniela Ryf nach einem Sieg von Ryf im Ziel

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Es war eins der knappsten Rennen der WM-Geschichte, das die Schweizerin Daniela Ryf im südkoreanischen Seoul für sich entschied. Nur zehn Sekunden lagen im Ziel zwischen den sechs schnellsten Frauen. Im Sprint ihres Lebens zwang Ryf nicht nur Sydney-Siegerin Barbara Riveros Diaz sondern auch die Australierinnen Emma Moffatt und Emma Snowsill in die Knie.

Peirsol schneller als die Männer

Erwartungsgemäß hatte kurz nach dem Startschuss einmal mehr die US-Amerikanerin Hayley Peirsol das Rennen an sich gerissen. Doch richtig absetzen konnte sich die ehemalige Spitzenschwimmerin dieses Mal nicht. Nur knapp vor ihrer Landsfrau Sarah Haskins und der Britin Kerry Lang kletterte Peirsol nach starken 19:07 Minuten aus dem Han River und war damit sogar schneller als Javier Gomez, der das Feld der Männer nach dem Schwimmen angeführt hatte. Immerhin schon 40 Sekunden hinter dem Spitzentrio: Die erste Verfolgergruppe mit Daniela Ryf, der WM-Führenden Riveros Diaz und der Neuseeländerin Andrea Hewitt.

Auf den 40 Radkilometern scheiterte das Führungstrio mit dem Versuch, die großen Favoritinnen auf Distanz zu halten. Schon in der dritten von acht Runden hatten Ryf und einige weitere Athletinnen das Loch nach vorn geschlossen. Weitere zwei Runden später gelang einer weiteren Gruppe des Anschluss, so dass schließlich ein 30-köpfiges Peloton geschlossen und in enger Formation durch die Olympiastadt von 1988 raste.

Moffatt riskiert zu viel

Wie Atkinson bei den Männern, suchte auch Emma Moffatt schon unmittelbar nach dem Wechsel in die Laufschuhe nach einer Vorentscheidung. Und zunächst schien der Plan der amtierenden Weltmeisterin auch aufzugehen. Immerhin 13 Sekunden lief die Australierin bis Kilometer fünf auf ihre vier gefährlichsten Verfolgerinnen heraus. "Ich habe mich wirklich gut gefühlt", erklärte Moffatt nach dem Rennen den Grund für ihre Taktik. "Leider ist mir auf der letzten Runde die Kraft ausgegangen." Zwei Kilometer vor dem Ziel zerstörten Riveros Diaz und Hewitt die Siegträume von Moffatt und alles deutete auf eine Neuauflage des Zielsprints von Sydney hin. Doch weder der chilenische Shooting Star, noch Hewitt, Moffatt oder die starke Nicola Spirig konnten auf der Zielgerade den unwiderstehlichen Antritt von Daniela Ryf kontern. Im Sekundenabstand stürzten Riveros, Moffatt, Spirig, Hewitt und schließlich auch Rekord-Weltmeisterin Emma Snowsill hinter der überglücklichen Schweizerin ins Ziel.

DTU-Team deutlich verbessert

Die Formkurve des deutschen Teams scheint nach dem enttäuschenden Abschneiden in Sydney nach oben zu zeigen. Auch wenn Anja Dittmer, Svenja Bazlen und Kathrin Müller nach wie vor nicht mit den allerbesten mithalten können, dürfte Bundestrainer Roland Knoll mit den Plätzen elf (Dittmer), 14 (Bazlen) und 16 (Müller) und einer geschlossenen Mannschaftsleistung zufrieden sein.

Dextro Energy Triathlon ITU World Championship Series 2010

  1. Mai 2010, Seoul (Südkorea)

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

Gesamt

1

Daniela Ryf

SUI

19:53

1:06:05

33:23

2:01:00

2

Barbara Riveros Diaz

CHI

20:02

1:05:58

33:24

2:01:02

3

Emma Moffatt

AUS

19:46

1:06:15

33:27

2:01:04

4

Nicola Spirig

SUI

20:48

1:05:12

33:29

2:01:05

5

Andrea Hewitt

NZL

20:01

1:05:58

33:29

2:01:06

6

Emma Snowsill

AUS

20:36

1:05:22

33:29

2:01:10

7

Mariko Adachi

JPN

19:55

1:06:01

33:33

2:01:16

8

Jessica Harrison

FRA

19:50

1:06:12

33:52

2:01:31

9

Helen Jenkins

GBR

19:57

1:06:03

34:05

2:01:44

10

Sarah Haskins

USA

19:16

1:06:40

34:23

2:02:02

11

Anja Dittmer

GER

21:00

1:05:04

34:36

2:02:15

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