Saller, Nieschlag, Philippin: DTU hofft auf Edelmetall

Am Samstag und Sonntag gehen neben den Elite-Athleten im kanadischen Edmonton auch die U23-Triathleten auf Medaillenjagd. Unter ihnen rechnet sich auch ein deutsches Trio um Vize-Europameisterin Sophia Saller Medaillenchancen aus.

Von > | 29. August 2014 | Aus: SZENE

Justus Nieschlag | Justus Nieschlag

Justus Nieschlag

Foto >Deutsche Triathlon Union / Petko Beier

Man muss nicht U23-Weltmeister werden, um eine große Karriere im Triathlon durchlaufen zu können - doch wer die Titelkämpfe in der Vergangenheit für sich entscheiden konnte, dem blühte meist eine solche: Non Stanford, Emma Jackson, Daniela Ryf, Lisa Nordén, Franz Löschke, Gregor Buchholz, Jonathan und Alistair Brownlee sowie Javier Gómez sind nur einige der U23-Titelträger seit dem Jahr 2003. Fast alle, die den Titel holten, konnten sich anschließend auf höchster ITU-Ebene sportlich etablieren.

"Sofort hellwach sein"

Schon deshalb lohnt sich ein Blick auf die U23-Weltmeisterschaften. Und für die Deutsche Triathlon Union (DTU) noch mehr, weil sie hier im direkten Aufeinandertreffen mit den starken Konkurrenten aus Frankreich und Großbritannien erste Erfolge der neuen Herangehensweise im Nachwuchsbereich überprüfen können - und, weil sie sich sogar Chancen ausrechnet, etwas Zählbares aus Edmonton mitbringen zu können: Sowohl bei den Männern, als auch bei den Frauen sollen für das deutsche Team zumindest Top-Ten-Platzierungen drin sein. Und vielleicht sogar noch etwas mehr.

Den Auftakt machen am Samstag um 16:45 Uhr (MESZ) die U23-Männer, bei denen Justus Nieschlag das DTU-Team als einziger Starter vertreten wird. "Justus ist in guter Form, eine Top-6-Platzierung ist für ihn an einem normalen Tag möglich", zeigt sich DTU-Cheftrainer Ralf Ebli vor dem Rennen optimistisch. Nieschlag selbst hofft vor allem, dass sein Magen unter der Laufbelastung hält - mit dem habe er in den vergangenen Rennen häufiger Probleme gehabt. Seit der Ankunft versuche er außerdem bereits, seinen Tagesrhythmus auf den Start um 8:45 Uhr morgens einzustellen, erklärt Nieschlag vor dem Rennen, "um dann hellwach zu sein". Dann wolle er "im Schwimmen vorn dabei sein, um auf der Radstrecke die Flucht nach vorn suchen zu können."

Sallers zweite olympische Distanz

Wenn das gelingt, ist die erhoffte Top-6-Platzierung für Nieschlag möglich - auch wenn die Konkurrenz in Edmonton stark ist: Denn in diesem Jahr rücken der amtierende Junioren-Weltmeister Dorian Coninx (FRA) sowie der Dritte der Junioren-WM 2013, Grant Sheldon (GBR), in den U23-Bereich auf. Zudem sind unter anderem der WM-Serien-erprobte Südafrikaner Wian Sullwald, US-Schwimmspezialist Ben Kanute, Matthias Steinwandter (ITA) und der Vorjahresdritte der U23-WM, Declan Wilson (AUS), am Start.

Sophia Saller  | Gelingt Sophia Saller nach dem Coup von Kitzbühel auch in Edmonton eine Überraschung?

Gelingt Sophia Saller nach dem Coup von Kitzbühel auch in Edmonton eine Überraschung?

Foto >Jan Sägert / spomedis

Am Tag darauf, am Sonntag um 23:35 Uhr (MESZ), sind dann die U23-Frauen mit ihrem Rennen an der Reihe. Dort stellt die DTU in Hanna Philippin und Sophia Saller zwei Athletinnen, von denen man sich mindestens Top-Ten-Platzierungen erhofft. "Gegen einen Großteil der Mädchen bin ich noch nie gestartet", erklärte Saller vor dem Rennen zurückhaltend - zumal der Wettkampf erst ihr zweiter über die olympische Distanz sein wird. Den ersten hatte sie in Kitzbühel in diesem Jahr allerdings gleich mit dem Vize-Europameistertitel hinter Nicola Spirig abgeschlossen. "Das Training läuft sehr gut und ich fühle mich gut in Form", so Saller optimistisch.

Philippin setzt aufs Radfahren

Im Kampf um die vorderen Platzierungen muss sie es dabei in dem mit knapp 30 Starterinnen verhältnismäßig dünn besetzten Rennen unter anderem mit den Lokalmatadorinnen Amelie Kretz und Joanna Brown aufnehmen, die 2013 als Dritte und Fünfte die damals WM-Vierte Hanna Philippin einrahmten. Die hofft, nachdem sie auch die Elite-Europameisterschaften in diesem Jahr auf Rang vier beendete, vielleicht das Podest erklimmen zu können - und setzt dabei als starke Radfahrerin auf die etwas hügelige Radstrecke. Konkurrenz bekommen die beiden Deutschen dabei außerdem unter anderem von Weltcup-Siegerin Gillian Backhouse (AUS), Sophie Corbridge (NZL) und Paolo Diaz (MEX).