Schritt für Schritt: Anne Haug und Dan Lorang im Doppelinterview

Der Weg Richtung Rio ist eingeschlagen. DTU-Topathletin Anne Haug will an der Seite ihres alten und neuen Trainers Dan Lorang in zwei Jahren eine Olympiamedaille gewinnen. Die World Triathlon Series 2014 ist ein Zwischenschritt - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das Erfolgsduo im großen triathlon-Doppelinterview.

Von > | 25. März 2014 | Aus: SZENE

Dan und Anne-Rio 2016_NEU | Anne Haug und Dan Lorang

Anne Haug und Dan Lorang

Foto >DTU / Jo Kleindl

Im November 2011 trennten sich die Wege von Anne Haug und ihrem Coach Dan Lorang. Haug wechselte für viele überraschend und auf eigene Faust nach Canberra in Australien – in die Trainingsgruppe von Darren Smith, um sich ihren Traum von den Olympischen Spielen 2012 in London zu erfüllen. Ihr Plan ging auf – auch wenn es im Hyde Park für die 31-Jährige am Ende nicht zur erträumten Medaille gereicht hat. Mittlerweile ist Haug zurück in Deutschland und Lorang bei der DTU am Olympiastützpunkt in Saarbrücken für die Eliteathleten zuständig. Dass man sich im Leben tatsächlich immer zweimal sieht, könnte für die beiden zum Glücksfall werden.

Anne Haug, seit Ende 2013 arbeiten Sie wieder mit ihrem Trainer Dan Lorang zusammen. Was hat sich verändert?
Es ist nicht mehr wie früher. Es ist anders, besser als früher. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren beide weiterentwickelt. Deshalb hat es anfangs auch etwas Zeit gebraucht, sich wieder kennenzulernen – auf sportlicher Ebene (lacht). Sonst ist alles super. Ich habe so ein Grundvertrauen, weil ich vor Australien schon so lange mit Dan zusammengearbeitet habe. Von daher gab es bei mir auch nie Zweifel, ob das mit uns klappen könnte.

Sie mussten Ihre Saisonvorbereitung für die Grundausbildung bei der Bundeswehr unterbrechen. Ein Nachteil auf dem Weg zu Ihren großen Zielen?
Natürlich hat das meine Vorbereitung ein bisschen beeinflusst. Ich konnte in dieser Zeit gar nicht trainieren. Mir fehlen also sechs Wochen. Auf der anderen Seite hat mir die Bundeswehr eine Riesenchance gegeben, die ich nicht ungenutzt lassen konnte. Sie gibt mir die Sicherheit, mich voll auf den Sport konzentrieren zu können. Von daher war das eine Auszeit, die dazugehört hat und sicher auch ihren Sinn hatte.

Inwiefern?
Ich konnte in den sechs Wochen im November und Dezember vor allem mental abschalten, habe jetzt wieder die nötige Frische, um ins Rennen zu gehen. Klar habe ich auch ein bisschen Trainingsrückstand. Zu meinem Nachteil war das Ganze aber sicher nicht.

Dan Lorang, die World Triathlon Series steht vor der Tür. Ihre erste als Bundestrainer der DTU-Elite. Was erhoffen Sie sich von der kommenden Saison?
Ich erwarte, dass meine Athleten die Trainingsergebnisse, die man jetzt schon sieht, in den Wettkämpfen umsetzen können. Dass jeder die Ziele erreicht, die wir individuell gesteckt haben.

Welche sind das?
Das ist schwierig zu sagen. Natürlich wollen wir immer unter die besten Zehn. Trotzdem kann man nicht einfach sagen: Dein Ziel ist jetzt eine Top-5-Platzierung. Es spielen dabei einfach zu viele Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Athleten aus den anderen Nationen. Wir haben viele Tests im Training, dazu werden wir Weltcups einstreuen, um zu schauen, wie die Form der Jungs und Mädels ist. Irgendwann muss es nach vorn gehen, wir müssen eine Entwicklung sehen, dann kommen die Platzierungen von selbst. Ich denke, es ist alles eine Frage der Zeit.

2013 war abgesehen von Anne Haug und der Team-WM in Hamburg eine eher ernüchternde Saison für die DTU-Elite. Wo haben Sie den Hebel angesetzt, um 2014 wieder weiter vorn mitzumischen?
Ein wichtiges Thema war das Freiwasserschwimmen, was im Wettkampf einfach die entscheidende Rolle spielt. Wenn man sich die vergangenen Jahre anschaut, sieht man, dass wir da gewisse Defizite hatten, wenngleich es auch gute Schwimmleistungen gab. Trotzdem ist das der Schwerpunkt im Training, an dem wir gearbeitet haben und immer noch arbeiten. Und zwar bei allen Athleten. Bei denen, die es gut beherrschen, wollen wir es perfektionieren. Mit allen anderen geht Schwimmtrainer Hannes Vitense immer wieder ins Freiwasser, und wir wählen die Trainingslager entsprechend aus. Wir müssen es einfach schaffen, unsere Athleten in den Rennen von der zuletzt häufig passiven in eine aktive Rolle zu bringen.

Das vollständige Interview mit Anne Haug und Dan Lorang sowie alle wichtigen Termine und TV-Sendezeiten zur World Triathlon Series 2014 und Tipps für die Reise zum Grand Final in Edmonton lesen Sie in triathlonNr. 120, die aktuell im Zeitschriftenhandel und auf www.spomedis-shop.de erhältlich ist.