Stoltz geschlagen, Armstrong hält mit

Conrad Stoltz und Lance Armstrong waren es, die im Vorfeld der Xterra-US-Meisterschaften die Schlagzeilen bestimmten. Das Rennen aber dominierten andere: Dan Hugo und Nicolas Lebrun bestimmten in Utah das Geschehen. Lance Armstrong hielt mit, ohne aber zu glänzen.

Von > | 25. September 2011 | Aus: SZENE

Lance Armstrong | Lance Armstrong auf dem Mountainbike

Lance Armstrong auf dem Mountainbike

Foto >xterraplanet.com

"Any publicity is good publicity" lautet eine Weisheit, die vor allem in der PR-Branche verbreitet ist. Jede Form von Aufmerksamkeit ist gut? Nicht jeder Triathlet scheint sich da so sicher zu sein. Während die Veranstalter und Xterra-Spezialisten Conrad Stoltz und Nicolas Lebrun jubelten, als Lance Armstrong vor gut einer Woche sein Triathlon-Comeback bei den Xterra USA Championships ankündigte, ertönten auch aus dem Profifeld einige kritische Stimmen. "Juan wer?", fragte spöttisch Jan Frodeno via Twitter in Anlehnung an Armstrongs Alter Ego "Juan Pelota", auf dem der über seine Triathlonversuche twittert. "Auf gehts, Conrad Stoltz und Dan Hugo", feuerte der Olympiasieger aus der Ferne stattdessen die beiden Xterra-Spezialisten aus seiner Heimat Südafrika an.

Mutiger Hugo abgefangen

Und das Rennen begann gut, zumindest für einen von ihnen. Mit einer Schwimmzeit von 21:28 Minuten setzte sich Dan Hugo an die Spitze - und machte auf dem Mountainbike weiter Druck. Er vergrößerte den Vorsprung auf die Verfolgergruppe auf den rund 30 extrem bergigen Kilometern sogar noch um etwa zwei Minuten. Nur einer machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Der Franzose Nicolas Lebrun, beim Schwimmen deutlich zurückgefallen, arbeitete sich auf dem Rad wieder etwas nach vorne. Hatte er zunächst zweieinhalb Minuten auf den Führenden verloren, machte Lebrun auf dem Rad etwa eine Minute auf den Ausreißer Hugo gut. Und legte auf der Laufstrecke erst richtig los: In 38:27 Minuten kletterte der Franzose über den anspruchsvollen Zehn-Kilometer-Parcours und schaffte es damit, den Südafrikaner von der Spitzenposition zu stoßen. Mit gut 20 Sekunden Vorsprung sicherte er sich am Ende den Sieg vor Hugo, gut eine Minute später folgte der Drittplatzierte Josia Middaugh, der sich als bester Amerikaner den US-Meistertitel sicherte.

Wesentlich weniger eng verlief dagegen das Rennen der Frauen. Hier dominierte erneut eine alte Bekannte: Die Kanadierin Melanie McQuaid, dreimalige Xterra-Weltmeisterin, setzte sich schon beim Schwimmen an die Spitze, baute ihren Vorsprung auf dem Rad um einige Minuten aus und musste ihr großes Polster beim Laufen letztlich nur noch verwalten. Drei Minuten rettete sie am Ende vor der starken Läuferin Lesley Patterson (USA) ins Ziel, beinahe fünf Minuten nach McQuaid folgte deren Landsfrau Danelle Kabush als Dritte.

Armstrong konkurrenzfähig

Ein anderer, der den Xterra-Triathlon in den vergangenen Jahren dominierte, ist der Südafrikaner Conrad Stoltz. Vier Mal gewann der 37-Jährige bereits die Xterra-Weltmeisterschaften, will seinen Titel im Oktober unter anderem gegen Olympiasieger Jan Frodeno verteidigen. In Utah musste er es aber zunächst mit Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong aufnehmen. Armstrong, der stark schwamm, in 21:55 Minuten kaum eine halbe Minute auf Ausreißer Hugo verlor - dann aber schwach wechselte. "Ein wenig eingerostet", berichteten die Spotter, hätten die Wechsel bei Armstrongs Triathloncomeback nach 23 Jahren gewirkt. Die Offroad-Qualitäten des Amerikaners waren dagegen vorzeigbar. In 1:24:42 Stunden lieferte er auf dem Rad eine ansprechende Leistung, ohne jedoch zu glänzen. Nicolas Lebrun und auch Conrad Stoltz, der beim Schwimmen einige Sekunden auf Armstrong verloren hatte, konnten sogar wieder zum Amerikaner aufschließen und bis zum zweiten Wechsel noch einige Sekunden auf Armstrong gewinnen. Während Hugo dann sofort die Jagd auf die Spitze startete, ging es für Stoltz nur noch ums Podium - und auch das verfehlte er. Mit dem schnellsten Lauf des Tages stürmte der US-Amerikaner Josiah Middaugh noch an Armstrong und Stoltz vorbei auf den dritten Rang. Zwei Minuten dahinter wurde Stoltz Vierter - wiederum zwei Minuten vor Armstrong, der solide lief. Und beteuerte, er habe sein Lauftraining wegen einer Plantarfasciitis, einer meist hartnäckigen Sehnenentzündung an der Fußsohle, zuletzt einschränken müssen. Bluff oder nicht: Am Ende steht ein gutes Resultat für Armstrong, nun US-Vizemeister im Xterra-Triathlon, bei seinem ersten Triathlonrennen seit 23 Jahren. Ob das aber auch gute Werbung für den Triathlonsport ist, darüber entscheidet nicht zuletzt der eigens auf Armstrong und dessen Vergangenheit angesetzte Dopingermittler Jeff Novitzky.

2011 Xterra USA Championship, Frauen

  1. September 2011, Ogden (Utah/USA)

1,5 km Swim

30,5 km Bike

10,2 km Run

Gesamt

1

Melanie McQuaid

CAN

24:02

1:34:16

44:42

2:43:00

2

Lesley Patterson

USA

24:40

1:40:24

40:55

2:45:59

3

Danelle Kabush

CAN

26:56

?

?

2:47:43

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2011 Xterra USA Championship, Männer

  1. September 2011, Ogden (Utah/USA)

1,5 km Swim

30,5 km Bike

10,2 km Run

Gesamt

1

Nicolas Lebrun

FRA

24:00

1:21:59

38:27

2:24:26

2

Dan Hugo

RSA

21:28

1:22:56

40:26

2:24:50

3

Josiah Middaugh

USA

23:36

1:24:03

37:58

2:25:37

4

Conrad Stoltz

RSA

22:15

1:22:48

42:27

2:27:30

5

Lance Armstrong

USA

21:55

1:24:32

42:58

2:29:25

6

Branden Rakita

USA

21:23

1:27:32

41:12

2:30:07

7

Ben Allen

AUS

20:46

1:31:55

40:45

2:33:26

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