70.3 UK: Mullan und Nicholls siegen, Möller Dritte

Rookie Ritchie Nicholls hat den Ironman 70.3 UK am Wimbleball Lake gewonnen. Der 26-jährige Brite überraschte dabei unter anderem Ex-Kurzdistanz-Weltmeister Tim Don und verhinderte zugleich den vierten Sieg des Schotten Fraser Cartmell. Bei den Frauen verteidigte Vorjahressiegerin Eimear Mullan ihren Titel, Kristin Möller reiste mit einem Podiumsplatz nach Hause.

Von > | 17. Juni 2013 | Aus: SZENE

RAU_4371 | Kristin Möller

Kristin Möller

Foto >Michael Rauschendorfer

Ausgerechnet ein Brite verdarb dem Schotten Fraser Cartmell in Wimbleball die Party zu seinem 31. Geburtstag. Nach drei Siegen (2007, 2008 und 2011) musste sich Cartmell mit dem dritten Platz zufrieden geben. Spielverderber waren aber weder Tim Don noch William Clarke, die im Vorfeld hoch gehandelt wurden. Richie Nicholls, zuletzt noch Fünfter bei den Europameisterschaften über die Mitteldistanz in Barcelona, lieferte bei seiner 70.3-Premiere ein taktisch fehlerloses und cleveres Rennen ab. Zu clever - und vor allem auf der Laufstrecke zu schnell - für Don, Cartmell und Clarke.

Nicholls zu schnell für Don

Ein Quintett mit Cartmell, Clarke, Don, Nicholls und dem Jordanier Lawrence Fanous stieg nach knapp 24 Minuten aus dem 14 Grad (!) kalten Wimbleball Lake im Südwesten Englands. Außenseiter Fanous spielte im Verlauf des Rennens keine Rolle mehr. Und auch Clarke konnte das Tempo seiner drei Landsleute auf dem schweren Kurs am Exmoor National Park nicht mitgehen. Neun Minuten legte das Trio um den späteren Sieger bis zum zweiten Wechsel zwischen sich und den erst 2012 auf die längeren Distanzen umgestiegenen Clarke. Selbst für den überragenden Läufer zu viel, um auf den verbleibenden 21 Kilometern einen der drei Podiumsplätze anzugreifen. Die zweitbeste Laufzeit reichte am Ende des Tages nur für den vierten Platz. Schneller war nur Ritchie Nicholls. In 1:14:39 Stunden spulte der 26-Jährige den Halbmarathon bei lausigen zehn Grad und typisch britischem Wetter ab. Deutlich zu schnell für Cartmell, aber auch für Don, den Kurzdistanzweltmeister von 2006. Der holte sich fünf Minuten hinter dem Überraschungs-Champion Platz zwei. Cartmell beschenkte sich selbst mit dem dritten Platz. "Ich bin sehr zufrieden damit. Natürlich geht es auch leichter, aber ich liebe dieses Rennen und komme immer wieder gern hierher", so Cartmell im Ziel. Swen Sundberg, der für das Rennen gemeldet hatte, war zwar nicht am Start, wurde aber würdig vertreten. Altmeister Uwe Widmann war der schnellste "Nicht-Brite" - das reichte immerhin zum fünften Platz. Wenn auch mit knapp zehn Minuten Rückstand auf den Viertplatzierten Clarke.

Ironman 70.3 UK | Männer

  1. Juni 2013, Wimbleball (GBR)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km run

1

Ritchie Nicholls

GBR

4:15:04

24:01

2:32:49

1:14:39

2

Tim Don

GBR

4:20:07

23:56

2:32:45

1:19:42

3

Fraser Cartmell

GBR

4:20:30

23:57

2:32:47

1:20:04

4

William Clarke

GBR

4:25:51

23:59

2:41:01

1:16:31

5

Uwe Widmann

GER

4:35:28

25:35

2:42:12

1:22:51

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Möllers Aufholjagd zu spät

Vermutlich hätte Eimear Mullan das Rennen der Frauen ohnehin gewonnen. Ganz sicher wäre es mit Lucy Gossage, Tamsin Lewis und Catriona Morrison aber deutlich spannender geworden. Doch das prominente britische Trio verzichtete kurzfristig auf den Start in Wimbleball. So waren Holly Lawrence (GBR) und Kristin Möller die einzigen ernstzunehmenden Konkurrentinnen der Irin. Vor allem Lawrence brachte die Vorjahressiegerin gleich in Zugzwang. Drei Minuten knöpfte sie Mullan ab, Möller kassierte gleich viereinhalb. Und Lawrence wehrte sich auf auf den 90 Radkilometern nach Kräften. Zwei Minuten blieben ihr vor dem finalen Halbmarathon. Möller büßte weitere vier Minuten auf die erst 23-jährige Waliserin ein. Die holte sie sich zwar beim Laufen zurück. Das reichte aber nicht, um sie wieder einzufangen. Das gelang aber Mullan. Die schnappte sich die Lawrence wenige Kilometer vor dem Ziel, verhinderte den britischen Doppelsieg und verteidigte zugleich ihren Titel aus dem vergangenen Jahr. "Ich musste den ganzen Tag wahnsinnig hart arbeiten und bin sehr glücklich über meinen zweiten Sieg", freute sich Mullan nach knapp fünf Rennstunden.

Ironman 70.3 UK | Frauen

  1. Juni 2013, Wimbleball (GBR)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Eimear Mullan

IRL

4:56:59

29:00

2:55:08

1:28:19

2

Holly Lawrence

GBR

4:58:01

25:55

2:56:33

1:30:54

3

Kristin Möller

GER

5:02:33

30:35

3:00:50

1:25:46

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