In Abu Dhabi startet die Triathlonsaison 2012

Bei der dritten Auflage das Abu Dhabi Triathlon werden die Karten neu gemischt - und wohl auf der Radstrecke verteilt. Der Raddruck jenseits der 100-Kilometer-Marke könnte das As im Ärmel auf dem Weg zum Sieg sein. Gute Karten sollten dabei Andreas Böcherer und Chris Lieto haben.

Von > | 29. Februar 2012 | Aus: SZENE

Im Formel-1-Stadion von Abu Dhabi | Abu Dhabi International Triathlon 2011

Abu Dhabi International Triathlon 2011

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die drei Erstplatzierten des Ironman Hawaii 2011 fehlen beim frühen Showdown der Langstrecken-Profis in diesem Jahr in Abu Dhabi: Die Australier Craig Alexander und Pete Jacobs gehen dem Wüstentriathlon mit den ungewohnten Distanzen aus dem Weg, auch Andreas Raelert fehlt in der Starterliste des boomenden Events. Doch das Feld der dritten Auflage des Abu Dhabi International Triathlon kann sich durchaus sehen lassen: Mit Eneko Llanos aus Spanien und Frederik van Lierde aus Belgien stehen die beiden bisherigen Sieger am Start. Eine ganze Reihe Weltklasseathleten möchte ihnen am Samstag (6:40 Uhr Ortszeit) dabei das Leben schwer machen.

Radfahrer im Vorteil

Das ungewöhnliche Rennformat lässt erwarten, dass das Rennen in der zweiten Disziplin entschieden wird: Auf der drei Kilometer langen Schwimmstrecke wird sich wohl kaum ein Athlet ernsthaft absetzen können. Die 200 Radkilometer sind flach, zehren aber dennoch an Kräften und Nerven: Über lange Passagen geht es schnurgeradeaus über einen breiten Highway durch die Sandwüste Arabiens, der Gegenwind, die Hitze, das Salz auf der Haut und der Sand im Getriebe sind Gegner, die schwer berechenbar sind.

Lieto vs. Böcherer?

Die stärksten Radfahrer im Feld sind wohl der Amerikaner Chris Lieto, der in der Lavawüste Hawaiis schon so manches Ausrufezeichen gesetzt hat (2011 mit einem Bikesplit von 4:25:10 Stunden), der junge Australier Clayton Fettell - und Andreas Böcherer. Der Freiburger, im Gründungsjahr selbst Mitglied im Abu Dhabi Triathlon Team, hat die dritte Auflage des jungen Wüstenklassikers als ersten Saisonhöhepunkt geplant. Spätestens seit seiner Galavorstellung beim Ironman Hawaii vor fünf Monaten (8. Platz) darf man den schwimm- und radstarken Badener zu den ganz großen Favoriten auf Kursen wie diesem zählen.

Auch der Vorjahres-Zweite Dirk Bockel aus Luxemburg und sein Trainingspartner Rasmus Henning aus Dänemark gehören zum Kreis der Top-Favoriten. Im Kampf um eines der höchsten Preisgelder der Triathlonsaison (250.000 US-Dollar, davon jeweils 50.000 für die beiden Sieger) möchten auch Faris Al-Sultan und Maik Twelsiek ein Wörtchen mitreden.

Thronfolgerin gesucht

Im Rennen der Frauen fehlt die Siegerin der beiden ersten Austragungen des Abu Dhabi International Triathlon: Julie Dibens überlässt ihren Landsfrauen Rachel Joyce, Leanda Cave und Jodie Swallow, sowie der Ironman-70.3-Weltmeisterin Melissa Rollison (AUS) die Favoritenrollen in einem Rennen, das hier noch nicht so offen war. Die Chance auf den prestigeträchtigen und einträglichen Sieg möchten sich auch die Schweizerin Caroline Steffen und die Schottin Catriona Morrison nicht entgehen lassen. Auch die Deutschen Sylvia Felt, Kristin Möller und Daniela Sämmler wollen im Kampf um die Dollars der Scheichs mitmischen.

2.200 Anmeldungen

Der Abu Dhabi International Triathlon findet am Samstag zum dritten Mal statt. Die drei Kilometer lange Schwimmstrecke ist vom Luxusresort Emirates Palace an den Stadtstrand vor der Skyline der pulsierenden Wüstenmetropole gewandert. Die Radstrecke führt über die Wüstenautobahn zweimal zwischen Abu Dhabi und dem 40 Kilometer entfernten Formel-1-Kurs auf Yas Island hin- und her, die dritte Runde wird nur halb gefahren, um die 200 Kilometer zu komplettieren. Der abschließende 20-Kilometer-Lauf führt über zwei Runden die Strandpromenade Abu Dhabis entlang. Neben der Langdistanz sind auch Rennen über die halbe Strecke von 1,5 Kilometer Schwimmen, 100 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen sowie das Viertel über 750 Meter Schwimmen, 50 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen ausgeschrieben. Insgesamt werden 2.200 Athletinnen und Athleten aus 67 Ländern am Start erwartet.