"Alle anderen sehen dünner und fitter aus"

Treffen sich die besten fünf Ironman-Athleten der Welt. Sagt der eine: "Die Legenden von Kona sind alle wahr." Die Stimmen von der Pressekonferenz der Männer auch.

Von > | 12. Oktober 2014 | Aus: SZENE

Ironman Hawaii 2014 - Podium Männner | Ben Hoffmann, Sebastian Kienle und Jan Frodeno im Ziel des Ironman Hawaii 2014

Ben Hoffmann, Sebastian Kienle und Jan Frodeno im Ziel des Ironman Hawaii 2014

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Ironman-Athleten können unterwegs ziemlich grimmig dreinschauen. Bei der Pressekonferenz der besten fünf Männer des Ironman Hawaii war davon nichts mehr zu sehen. Allen voran die beiden Deutschen des Podiums, Sebastian Kienle und Jan Frodeno, schauten fröhlich in die Medienrunde.

Sebastian Kienle (GER), Ironman-Weltmeister:

„Ich denke, dass ich richtig gut bin, wenn ich meine besten Tage habe, und richtig schlecht, wenn ich meine schlechten Tage habe. Ich war nach Mont-Tremblant richtig down, das hat die Zweifel nur wachsen lassen. Und dann kommst du hierher, und alle sehen dünner und fitter aus. Man muss in diesem Sport aber seinen Fähigkeiten vertrauen. Bei mir ist es so, dass ich zu 100 Prozent fit sein kann, aber wenn die mentale Einstellung nicht dazu passt, dann funktioniert es eben nicht. In diesem Jahr hatte ich zwar mehr Druck als in den beiden Jahren vorher, aber es hat ja am Ende sehr gut funktioniert. An guten Tagen weiß ich nach dem Rennen nicht mehr, was ich vor dem Start gedacht habe, an schlechten weiß ich das aber ganz genau – woran ich heute Morgen dachte, weiß ich jetzt überhaupt nicht mehr. Letztes Jahr war es auf dem Rad ein bisschen schneller, aber so ganz extrem fand die Bedingungen heute gar nicht. Immer wenn ich hier in den letzten Tagen nach dem Schwimmen an den Bannern mit den Champions vorbeigegangen bin, die am Pier stehen, dann habe ich gedacht: Da will ich auch mal stehen.“

Ben Hoffman (USA), 2. Platz:

„Hier mit Sebastian mitzugehen, wäre naiv gewesen - mein Ziel war, unter die Top Ten zu kommen. Auf dem Rad habe ich dann die Möglichkeit erkannt, mit Frederik im Anstieg nach Hawi mitzugehen, und die habe ich genutzt. Im Marathon habe ich dann ganz gezielt mein eigenes Tempo angeschlagen. Auf Hawaii ist es entscheidend, ein smartes Rennen zu machen.“

Jan Frodeno (GER), 3. Platz:

„Die Legenden von Kona stimmen alle, sie sind alle wahr. Es war heute unheimlich hart da draußen, und ich bin absolut begeistert von meinem Rennen. Allerdings hat heute leider nicht alles funktioniert, eigentlich sogar ziemlich wenig. Zwischendurch war ich kurz davor aufzuhören, vor allem, als ich an unserem Haus vorbeigelaufen bin. Aber ich glaube, dass es dazugehört, auch in ganz schlechten Momenten weiterzumachen und nicht aufzugeben, das ist auch Teil des Ironman. Ich habe jetzt ein bisschen daran geschnuppert, worum es hier hauf Hawaii geht. Das will ich in den nächsten Jahren etwas ausbauen."

Andy Potts (USA), 4. Platz:

„Letztes Jahr konnte ich hier nicht starten, deshalb bin ich unheimlich dankbar und froh, dass ich diesem Jahr die Gelegenheit hatte, hier zu starten und einen guten Tag zu haben. Letztes Jahr habe ich das Rennen am Fernseher gesehen und dabei viel gelernt. Natürlich ist Platz vier ein wenig undankbar. Wenn man sich nach dem Zieleinlauf heute den zweiten und vierten Platz schönreden wollte, könnte man sagen: Zwei Deutsche und zwei US-Amerikaner sind in den Top 4. Insgesamt glaube ich, dass sich das Rennen unheimlich weiterentwickelt, die Leistungsstärke verdichtet sich, und es wird noch härter.“

Cyril Viennot (FRA), 5. Platz:

„Als ich 2011 zum ersten Mal hierher kam, da war es mein Ziel, irgendwann einmal Sechster zu werden, weil das bislang die beste französische Platzierung war. Deshalb bin ich jetzt sehr glücklich mit dem fünften Platz. Ich denke, dass es in Frankreich eine große Party geben wird.“