Andreas Raelert beim Saisonstart unter Druck

Am kommenden Wochenende entert der Ironmantross zum ersten Mal in diesem Jahr Europa. Bei der vierten Auflage des Ironman 70.3 Mallorca geht es für Andreas Raelert schon fast um alles. Der Rostocker braucht dringend Punkte im Kona Pro Ranking. Titelverteidiger Eneko Llanos, Jan Raphael, der Schweizer Mike Aigroz und einige andere aber auch. Bei den Frauen bekommt es Lisa Hütthaler mit der Hawaiidritten Liz Blatchford zu tun.

Von > | 8. Mai 2014 | Aus: SZENE

Andreas Raelert | Nach dem ersten DNF seines Lebens hofft Andreas Raelert auf ein bessere Ergebnis 2014.

Nach dem ersten DNF seines Lebens hofft Andreas Raelert auf ein bessere Ergebnis 2014.

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Eigentlich ist Andreas Raelert am Sonntag nur einer von vielen. Genauer gesagt, einer von sehr vielen - nämlich insgesamt rund 3.800 Athleten aus mehr als 60 Ländern. Dennoch werden sich die meisten Zuschauer- und Athletenaugen auf den 37-jährigen Rostocker richten. Fast sieben Monate mussten sein Fans auf diesen Tag warten. Seit dem Aus beim Ironman Hawaii 2013 im vergangenen Oktober hatte sich Raelert rar gemacht und erst vor wenigen Wochen beim Goderner Osterduathlon in der von Schwerin sein Wettkampf-Comeback gefeiert. Mehr als ein kleines Warm-up war das aber nicht. Am Sonntag muss bei Raelert alles passen. Mit mickrigen 400 Punkten auf seinem Kona-Pro-Ranking-Konto reist der Sieger der Mallorca-Premiere von 2011 nach Alcudia. Raelert steht unter Druck - zum ersten Mal muss er für seinen Startplatz beim Ironman Hawaii in die weltweite Punktehatz. Ein Sieg beim größten 70.3-Rennen der Welt würde dem erfolgreichsten deutschen Langdistanzprofi der letzten Jahre die Tür Richtung Kona zumindest einen Spalt weit aufmachen. Doch Raelert ist nicht der einzige, der gewinnen will - daran ändert auch die Startnummer 1 nichts, die er vom Veranstalter bekommen wird.

Offener Schlagabtausch

Mit am Start sind ausgerechnet die beiden Athleten, denen sich der Deutsche im vergangenen Jahr geschlagen geben musste. Eneko Llanos und Bart Aernouts erwischte 2013 einen fast perfekten Tag. Der Spanier jagte im Finale in gut 68 Minuten über die Promenade von Alcudia und fing den ebenfalls bärenstarken Belgier Aernouts kurz vor dem Ziel noch ab. Raelert war damals ohne Chance. Zumindest ein kleines Fragezeichen steht für Sonntag aber hinter der Form von Eneko Llanos. Der hatte in den vergangenen Wochen gesundheitliche Probleme und ist möglicherweise noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Landsmann Ivan Rana, der sich in den vergangenen Jahren auf der Mittel- und Langdistanz etabliert hat, könnte in die Bresche springen. Dafür muss sich aber auch der Hawaii-Sechste gegen weitere starke Konkurrenz - auch aus Deutschland - behaupten. Neben Johannes Moldan und Andreas Dreitz, dem Überraschungssieger der Challenge Fuerteventura, hat auch Jan Raphael für das Rennen gemeldet. "Ich habe wirklich Bock", freut sich der Mann vom Powerhorse Triathlon Team. Es habe in der Vorbereitung zwar hier und da ein paar Rückschläge gegeben. Die seien aber überwunden, so Raphael optimistisch. Auch eine kleine Erkältung dürfte den 34-Jährigen nicht vom Start abhalten. Für ein schnelles und spannendes Rennen werden am Sonntag zudem die Weltklasseschwimmer Daniel Halksworth (GBR) und Benjamin Sanson (FRA) sowie der Schweizer Mike Aigroz, der frühere ITU-Kurzdistanzler William Clarke (GBR) und der Schwede Björn Andersson sorgen.

Hütthaler, die Gejagte

Etwas kleiner, aber kaum weniger hochklassig, ist das Feld der Profifrauen, die beim Ironman 70.3 Mallorca um den vierten Sieg kämpfen. Die Österreicherin Lisa Hütthaler ist die einzige, die weiß, wie man das Rennen gewinnt. Sie holte sich vor einem Jahr den Titel. Die damals unterlegene Yvonne van Vlerken ist dieses Mal nicht am Start. Die Niederländerin wird nach ihrem Radtsurz vor ein paar Wochen bei der Challenge Rimini ihr Comeback feiern. Die größte Gefahr droht Hütthaler deshalb wohl von den Britinnen Tamsin Lewis - 2013 Vierte - und Liz Blatchford. Die kommt mit der Empfehlung des dritten Platzes beim Ironman Hawaii auf die spanische Ferieninsel. Mindestens eine der drei müssen die fünf deutschen Frauen also schlagen, um einen Platz auf dem Podium zu holen. Die besten Aussichten darauf dürften Natascha Schmitt - 2012 schon einmal Dritte -, die erfahrene Mareen Hufe und Youngster Laura Philipp vom Team Erdinger Alkoholfrei haben.