Atkinson gewinnt Chaosrennen in Thailand

Die frühere 70.3-Weltmeisterin Melissa Hauschildt und Courtney Atkinson gewannen am Wochenende den Koh Samui Triathlon in Thailand. Weil Polizisten in die Streckenführung eingriffen und fast alle Athleten noch während des Rennens mit Zeitstrafen belegt wurden, geriet das Rennen auf der Urlaubsinsel in Südostasien aber fast zur Nebensache.

Von > | 22. April 2013 | Aus: SZENE

DEL_3770 | Courtney Atkinson

Courtney Atkinson

Foto >Delly Carr / triathlon.org

So richtig freuen konnten sich Melissa Hauschildt und Courtney Atkinson über ihre Siege beim Koh Samui Triathlon nicht. Denn anstatt ihre sportlichen Leistungen zu würdigen, führten nach dem Rennen Verwirrungen um die Streckenführung und lange Zeitstrafen für fast alle Athleten zu heftigen Diskussionen. Fast zehn Minuten Vorsprung hatten der  frühere australische Kurzdistanzprofi Courtney Atkinson und sein Landsmann Ben Allen etwa bei Halbzeit der zweiten Radrunde des offiziell 122,65 Kilometer langen Kurses auf ihre Verfolger, darunter David Dellow und Paul Ambrose, herausgefahren. Dann bog das Duo an einer Straßengabelung nach rechts ab, um wie in der ersten Runde eine Zehn-Kilometer-Zusatzschleife zu fahren. Kurz darauf seien sie von einem Polizeimotorrad gestoppt und zurückgeschickt worden, berichtet Atkinson. Vier ihrer Verfolger protestierten als sieebenfalls von den Polizisten angehalten wurden, setzten ihre Fahrt auf der vermeintlich falschen Strecke aber fort und büßten damit allen Ambitionen auf den Sieg ein. Alle folgenden Athleten - auch sämtliche Profifrauen - wurden von der Polizei auf die Abkürzung geschickt. Statt wie geplant 122 standen nach dem Radfahren damit bei allen Sportler nur 112 Kilometer auf dem Tacho. Interessant: Laut offizieller Ausschreibung muss die ominöse Zusatzschleife im Nordosten der Insel tatsächlich nur in der ersten der zweiRadrunden gefahren werden.

Steffen gegen Hauschildt ohne Chance

Doch es ging kurios weiter: Noch während des Rennens reagierten die Veranstalter und brummten, abgesehen vom Quartett um Dellow, bei Halbzeit der Laufstrecke (30 Kilometer) allen Athleten eine 15-minütige Stop-and-Go-Strafe auf. Eine wahrscheinlich einmalige Aktion im weltweiten Triathlon. Dass Atkinson das Ziel nach knapp über sechs Stunden als Erster erreichte, geriet angesichts des organisatorischen Wirrwarrs beinahe zur Nebensache. Die Plätze zwei und drei gingen laut offizieller Ergebnisliste an Ben Allen und den Spanier Marcel Zamora. Bester des Quartetts, das sich nach dem Rennen betrogen fühlte, war der Brite Daniel Halksworth auf Platz vier. Trotz des 15-Minuten-Penalties für Atkinson hatte der im Ziel immer noch mehr als eine Viertelstunde Rückstand auf den Sieger.

Koh Samui Triathlon | Männer

  1. April 2013, Koh Samui (Thailand)

Name

Nation

Gesamt

4 km Swim

122 km Bike

30 km Run

Courtney Atkinson

AUS

6:00:18

51:49

2:49:44

2:16:33

Ben Allen

AUS

6:05:22

51:49

2:49:41

2:21:31

Marcel Zamora

ESP

6:13:58

57:51

2:58:03

2:15:18

Daniel Halksworth

GBR

6:15:42

53:46

3:16:51

2:02:10

Todd Skipworth

AUS

6:15:58

53:44

3:16:46

2:02:31

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Im Rennen der Frauen verlor Titelverteidigerin Caroline Steffen beim Radfahren fast fünf Minuten auf Hauschildt, die sich ihren Sieg mit der schnellsten Laufzeit des Tages endgültig verdiente. Weil Steffen auch beim Laufen nicht überzeugen konnte, musste sich die Schweizerin hinter der Britin Liz Blatchford mit dem dritten Platz begnügen.

Koh Samui Triathlon | Frauen

  1. April 2013, Koh Samui (Thailand)

Name

Nation

Gesamt

4 km Swim

122 km Bike

30 km Run

Melissa Hauschildt

AUS

6:14:49

1:00:10

3:04:49

2:07:06

Liz Blatchford

GBR

6:20:36

58:37

3:11:06

2:07:53

Caroline Steffen

SUI

6:32:18

1:00:13

3:09:36

2:19:38

Belinda Granger

AUS

6:37:27

1:00:11

3:09:33

2:24:57

Alexandra Louison

FRA

6:45:08

1:12:11

3:17:56

2:12:00

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