Auf den Spuren des Captain

Schwimmtraining ist eine ganz wesentliche Angelegenheit in den Tagen vor dem Ironman Hawaii. Abseits vom Pier in Kailua gibt es so manche ganz besondere Krauleinheit auf Big Island. In der Kealakekua Bay zum Captain-Cook-Denkmal zu schwimmen ist fast mehr Genuss als Sport.

Von > | 6. Oktober 2014 | Aus: SZENE

Ironman hawaii 2014 schwimmen cook | Ironman Hawaii 2014 - Schwimmen Captain Cook Bay Hannes

Ironman Hawaii 2014 - Schwimmen Captain Cook Bay Hannes

Foto >Sina Horsthemke

Es gibt auf Hawaii hässlichere Plätze als diese Bucht. Mit weißen Schaumkronen schlagen die Wellen an die schwarzen Lavafelsen an, die Sonne steht zur Mittagszeit am Firmament, mehr Hawaii geht kaum. Draußen auf dem Wasser schaukeln die Kajaks von Hannes Hawaii Tours sanft mit den Wellen. Zwischen den Booten kraulen Triathleten durch die Bucht, es geht im Gruppenausflug durch die Kealakekua Bay. Die Schwimmstrecke zum Captain-Cook-Denkmal ist seit Jahren ein fester Standard im vollgepackten Reiseprogramm von Hannes und Jahr für Jahr ein neues Highlight.

Profis sind häufige Gäste

Selbst Profiathleten kommen immer wieder hierher in die Kealakua Bay. Faris Al-Sultan ist einer der Ironman-Stars, die hier fast dutzendfach durchgekrault sind. Okay, der Münchner Kona-Champion von 2005 kommt noch etwas schneller durch die Bucht als die Jungs, die an diesem Nachmittag mit dem Hannes-Team unterwegs sind. Aber darum geht es auch nicht, hier steht eindeutig das sportliche Erlebnis im Vordergrund, das Kraulen an einem nicht nur historischen, sondern irgendwie auch magischen Platz.

Der Ort ist ein hawaiianisches Heiligtum, denn weit über die Ankunft von Captain Cook auf Hawaii hinaus reicht hier die Historie, vor mehr als Tausend Jahren soll es hier erste Siedlungen gegeben haben. Am 17. Januar 1779 war Cook mit den Mannschaften der beiden Schiffe Resolution und Discovery dann der erste Europäer, der hier an Land ging und Ende Januar gleich mal für das erste christliche Ritual sorgte: die Bestattung eines verstorbenen Mannschaftsmitglieds.

1600 Meter hin, 1600 Meter zurück

Das Denkmal des Kapitäns ist aber erst einmal ganz schön weit weg beim Start in das Schwimmabenteuer. 1600 Meter hin, 1600 Meter zurück heißt es für die gut zwei Dutzend Triathleten, die an diesem heißen Mittag ins fast schon kühle Wasser gehen. Einige von ihnen haben den Weg zur Kealakekua Bay bereits mit dem Rad gemeistert mitsamt der üppigen Höhenmeter, die es zwischen Kailua-Kona der Abfahrt vom Highway 11 hinunter zur Bucht auf der legendären Coffee Road zu absolvieren gilt – da ist etwas Erfrischung perfekt. Die Stimmung nach der Abfahrt durch wilde Palmengarten und üppige Blütenpracht ist ziemlich gut. Dass auf dem Hin- und Rückweg Radrakete Thomas Hellriegel alle, denen der Anstieg hinauf zum Highway bei dieser Hitze etwas steil vorkommt, moralisch unterstützt, verschlechtert die Laune nicht gerade.

Ironman hawaii 2014 Schwimmen Captain Cook 2 | Flossen sind nicht in allen Varianten gern gesehene Begleiter von Triathleten - die von Delfinen aber schon.

Flossen sind nicht in allen Varianten gern gesehene Begleiter von Triathleten - die von Delfinen aber schon.

Foto >Sina Horsthemke

Überhaupt sind die Akteure an diesem Nachmittag wenig allein. Denn plötzlich tauchen beim Schwimmen neben den Kajaks Flossen auf. Werdaran denkt, dass gleich von einer Tigerhai-Attacke die Rede sein wird, irrt. Das hätten wir dann doch auch gleich sagen können! Jeder Schwimmer hat beim Schwimmen plötzlich einen Delfin als persönlichen Assistent zur Seite. In ihrer unbeschreiblichen Schönheit und Verspieltheit jagen die Rückenflosser durchs Wasser und mit den Triathleten durch die Bucht. Ganz so, als wollten sie den Jungs im Wasser sagen: „Auch wenn Ihr es vielleicht noch nicht wisst, aber diesen Schwimmausflug werdet Ihr so schnell nicht vergessen.“