Bereit oder breit? Bühne frei für Böcherer und Stein

Fast auf den Tag genau vier Monate vor der Ironman 70.3 World Championship in Zell am See wird am Wochenende in Aix-en-Provence die europäische 70.3-Saison eröffnet. Auch die Deutschen Andreas Böcherer und Boris Stein haben sich auf den Weg nach Südfrankreich gemacht. Sie bekommen es dort unter anderem mit dem Franzosen Romain Guillaume, Ex-Europameister Ritchie Nicholls und Michael Weiss aus Österreich zu tun.

Von > | 29. April 2015 | Aus: SZENE

Boris Stein - Bahntest Büttgen | Boris Stein

Boris Stein

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Der Walliseller Triathlon am vergangenen Wochenende war für Andreas Böcherer nicht mehr als ein Warm-up - aber auch nicht weniger. "Super erleichtert", war der Freiburger nach dem Sprint in der Schweiz - seinem ersten Wettkampf nach monatelanger Leidenszeit. Zwei Tage danach feierte er so etwas wie seinen zweiten Geburtstag. Denn am 21. April 2014 war er im Training auf der Karbikinsel St. Lucia angefahren und so schwer verletzt worden, dass er noch heute dankbar dafür ist, überhaupt wieder Sport treiben zu können. Mit richtig "Druck im Kessel" will Böcherer am Sonntag in der Provence den zweiten Schritt zurück in den Profitriathlon machen. "Bereit oder breit?", fragt sich der 32-Jährige vor seinem Comeback ein bisschen selbstironisch.

Harte Brocken für Stein und Böcherer

Böcherers letzter 70.3-Erfolg im mexikanischen Cozumel liegt mehr als zweieinhalb Jahre zurück. Der Titel in Aix-en-Provence wäre sein fünfter Erfolg in der 70.3-Weltserie. Ob er schon wieder kokurrenzfähig ist, wird sich in Frankreich schnell zeigen. Denn die Meldeliste des ersten Europarennens ist so hochklassig wie in keinem der vergangenen Jahre. Neben den Franzosen Frederic Belaubre, Herve Faure, Nicolas Fernandez, Sylvain Sudrie und Romain Guillaume lockt das frühlingshafte Südfrankreich auch die Briten Fraser Cartmell und Ritchie Nicholls sowie den Tschechen Filip Ospaly (Sieger von 2013), Domenico Passuello (ITA) und den Österreicher Michael Weiss an den Start. Das meiste Selbstvertrauen dürfte Passuello mitbringen. Der Italiener besiegte vor wenigen Wochen in Malaysia immerhin den früheren 70.3-Weltmeister und dreifachen Hawaiichampion Craig Alexander. Auch Boris Stein, 2014 Sieger des Ironman und Ironman 70.3 in der Schweiz, hat gemeldet. Nach seiner gesundheitsbedingten Absage des Ironman Südafrika musste Stein umplanen und hat neben Aix-en-Provence nun auch den Ironman 70.3 Barcelona und den Ironman Nizza in seinem Rennkalender angestrichen. "Meine abgeschlossene Langdistanzvorbereitung sollte eine gute Basis für die Mitteldistanz sein", ist der 30-Jährige vor dem Doppelstart in Frankreich und Spanien optimistisch. Komplettiert wird das deutsche Männertrio von Jungprofi Christian Hörper.

Nutzt Collonge den Heimvorteil?

Das Feld der Profifrauen wird von der zweimaligen Siegerin Jeanne Collonge angeführt. Die Französin gewann die Premiere 2011 und wiederholte diesen Erfolg vor einem Jahr. Nachdem sie sich vor zwei Wochen beim Cannes International Triathlon mit dem vierten Platz begnügen musste, dürfte Collonge hochmotiviert an den Start gehen. Gleiches gilt aber auch für die Belgierin Alexandra Tondeur, die am Mittelmeer im gleichen Rennen etwas überraschend Zweite geworden war. Das Maß der Dinge werden aber aller Voraussicht nach die Dänin Camilla Pedersen und Eimear Mullan aus Irland sein. Die deutschen Farben vertreten die Berlinerin Evi Neuscheller und die mehrfache Ostseemansiegerin Nicole Woysch.