Bert Jammaer: "Wenn ich Faris schlagen kann, dann hier"

Er gehört zu sechs Profis, die den legendären Ironman Lanzarote zweimal gewinnen konnten. Am kommenden Wochenende könnte Bert Jammaer das Rennen auf den Kanaren zum dritten Mal für sich entscheiden. Der 33-jährige Belgier glaubt an sich - weiß aber auch, dass eine schwere Aufgabe auf ihn wartet.

Von > | 14. Mai 2013 | Aus: SZENE

Bert 1_Folkert | Bert Jammaer

Bert Jammaer

Foto >Folkert Behrends

Zweimal hat Bert Jammaer den Ironman Lanzarote schon gewonnen. 2008 triumphierte der gelernte Feuerwehrmann beim schwersten Ironman Europas für viele überraschend, im Jahr darauf verteidigte er seinen Titel. 2010 wurde er nur von Eneko Llanos geschlagen. Mittlerweile ist der 33-jährige Belgier zweifacher Vater. Warum er den Vulkan-Klassiker zum dritten Mal gewinnen kann und wer seine größten Konkurrenten sind, hat er uns im Interview verraten.

Bert Jammaer, Ihr letzter Sieg auf Lanzarote liegt vier Jahre zurück. Was hat sich seitdem verändert und wie haben Sie sich auf Ihren vierten Start vorbereitet?

Ich bin Vater und habe zwei Kinder. Ich genieße es, die Zeit mit ihnen in Belgien zu verbringen. Deshalb habe ich mich dieses Jahr auch anders vorbereitet als sonst, habe im Winter sehr viel auf dem Crossbike und im Hallenbad trainiert und in erster Linie an meiner Grundfitness gearbeitet. So kam ich gut vorbereitet nach Lanzarote und konnte in den Trainingslagern etwas intensiver arbeiten. Ich kenne die Insel seit vielen Jahren und weiß, wo ich was trainieren kann. Als Vorbereitung auf das Rennen war ich im Januar eine Woche und im März und April jeweils zehn Tage hier und habe sehr gezielt trainiert. Der Volcano Triathlon war eine gute Standortbestimmung. Mit dem vierten Platz bin ich sehr zufrieden. Ich habe nicht die Laufgeschwindigkeit eines Daniel Unger, aber das Gesamtresultat hat gestimmt.

Bert Jammaer | Bert Jammaer kennt Lanzarote wie seine Westentasche

Bert Jammaer kennt Lanzarote wie seine Westentasche

Foto >Folkert Behrends

Wie wollen Sie das Rennen am Samstag angehen?

Ich werde von Anfang an alles geben. Mit Faris Al Sultan und Phillip Graves als Gegner ist es schwer eine Taktik zu haben, die sich an den Konkurrenten orientiert. Graves schwimmt extrem schnell und fährt noch schneller Rad, explodiert aber häufig beim Laufen. Wenn ich da mitgehen würde, könnte mir das auch passieren. Es geht für mich nicht darum ein Rennen am Anfang anzuführen, sondern am Ende. Ich werde also nicht versuchen, um jeden Preis an die Spitze zu gehen. Die Erfahrung auf diesem Kurs spricht für mich und genau das möchte ich voll ausspielen.

Faris Al-Sultan feierte 1999 als 21-Jähriger auf Lanzarote sein Ironmandebüt. Jetzt kehrt er zurück. Wie bewerten Sie das?

Das sich Faris kurzfristig  für den Ironman Lanzarote entschieden hat, motiviert mich ungemein! Er hat 2005 das größte Rennen der Welt gewonnen und war im vergangenen Jahr Fünfter, aber ich weiß nicht, in welcher Form er derzeit ist. Faris ist in allen Disziplinen ausgeglichen stark. Ein Rennen gegen ihn zu bestreiten, ist sehr kompliziert. Da werden zwei verschiedene Taktiken aufeinander treffen. Ich starte aber, um zu gewinnen. Sollte Faris der Schnellere sein, hat sich ein Gesetz des Ironmans bestätigt: es gewinnt der, der den besten Tag hat. Aber wenn es einen Ort gibt, an dem ich mit zutraue Faris zu schlagen, dann ist es auf Lanzarote! Sollte das klappen, würde ich am liebsten ihn auf dem zweiten Platz sehen als jemanden anders. Die Mission ist schwer, aber nicht "impossible".