Björn Steinmetz: "Möchte Felix als Freund behalten"

Björn Steinmetz ist der neue Mann von Ironman Deutschland. Der Gründer und langjährige Renndirektor der Challenge Kraichgau ist ab sofort unter anderem für die Ironman-Flaggschiffe in Frankfurt und Wiesbaden verantwortlich. Warum der 40-Jährige so überraschend die Seiten gewechselt hat und welche Reaktionen er erwartet, hat er uns im Interview verraten.

Von > | 31. Oktober 2013 | Aus: SZENE

Björn_Steinmetz2 | Björn Steinmetz

Björn Steinmetz

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Herr Steinmetz, erklären Sie uns Ihren überraschenden Wechsel von der Challenge Family zur Ironmanserie.

Ich habe einen auslaufenden Vertrag mit Felix Walchshöfer und der Challenge. Vor der Ironman-EM in Frankfurt kamen die Verantwortlichen von Ironman auf mich zu. In diesen ersten Gesprächen haben sie mir eine berufliche Perspektive aufgezeigt. Später haben wir diese Gespräche intensiviert und ich bekam ein entsprechendes Angebot. Für alle acht von Deutschland aus geführten Ironmanrennen verantwortlich zu sein, ist eine Riesenkiste und beruflich eine große Herausforderung für mich. Im Endeffekt war es eine emotionslose Entscheidung, die mich beruflich weiterbringen soll.

Sie sind eng mit Felix Walchshöfer und der Challenge verbunden. War die Entscheidung wirklich emotionslos?

Ehrlich gesagt habe ich sie lange vor mir hergeschoben. Die Situation ist schon hochemotional für mich, schließlich war ich fünf Jahre lang für die Challenge tätig. Felix ist mein Freund und ich möchte ihn auch als Freund behalten. Er wird sicher nicht begeistert sein, aber ich war an einem Punkt, an dem ich Emotionen und berufliche Weiterentwicklung trennen musste.

Wie hat Felix Walchshöfer reagiert?

Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, ihm aber eine E-Mail geschrieben. Darauf hat er noch nicht reagiert.

Die Challenge Kraichgau ist unter Ihnen zu einem Kultrennen der Challengefans geworden. Befürchten Sie wütende Reaktionen aus der Athletenszene?

Eigentlich nicht. Natürlich sind der Kraichgau und die Challenge eng verbunden und sicher wird es auch Reaktionen geben. Aber ich denke, dass sie sich im Rahmen halten. Wir werden das Rennen mit dem bewährten Team organisieren und durchführen und wollen den gleichen Wohlfühlfaktor anbieten - nur unter einem neuen Label.

Wie stehen die Chancen, die Ironman-70.3-WM 2015 ins Kraichgau zu holen?

(lacht) Da müssen Sie mit Thomas Dieckhoff (CEO IRONMAN Europa, Mittlerer Osten und Afrika, Anm. d. Red.) reden, ob er das hinkriegt.

Sie sind seit einigen Jahren auch Präsident des Baden-Württembergischen Triathlonverbands. Werden Sie dieses Amt angesichts der neuen Aufgaben abgeben?

Nein. Ich werde meine ehrenamtliche Tätigkeit weiterführen. Das ist von Ironman auch explizit so gewünscht. Wir wollen so auch versuchen, noch näher an die Landesverbände heranzurücken und aus der guten eine noch bessere Zusammenarbeit zu machen.

Mit dem Ironman 70.3 Rügen haben Sie zur Amtseinführung gleich noch ein neues Rennen mitgebracht. Warum Rügen?

Es ist eine wunderschöne Location für ein Saisonfinale. Die Wechselzone im Osteseebad Binz wird direkt am Strand liegen. Die 90-Kilometer-Radrunde führt am Königstuhl und dem Kreidefelsen vorbei. Gelaufen wird am Strand. Ob es zwei oder vier Runden werden, steht noch nicht fest. Das machen wir von den Anmeldezahlen abhängig.