Bockel, Bracht, Jacobs: Die Jagd hat begonnen

Er begann früh, der Arbeitstag für die Profis am Start der Challenge Roth: Um 6.30 Uhr fiel der Startschuss für Timo Bracht, die Titelverteidiger Dirk Bockel und Caroline Steffen, Eneko Llanos, Nils Frommhold, Anja Beranek, Yvonne van Vlerken und ihre Profikollegen. Ein bisher enges Rennen um den Titel.

Von > | 20. Juli 2014 | Aus: SZENE

Challenge Roth 2013 - Radfahren - 30

Foto >Michael Rauschendorfer

Als Erster sprintet Nils Frommhold, der seinen Start bei der Challenge vergangenes Jahr verletzungsbedingt absagen musste, aus dem Wasser in die erste Wechselzone, an der Spitze einer Zehnergruppe, in der sich unter anderem Dirk Bockel, Pete Jacobs, Andreas Niedrig, Timo Bracht, Eneko Llanos und James Cunnama befinden. Als schnellste Frauen steigen die Schweizerin Caroline Steffen und die Dänin Michelle Vesterby aus dem Wasser, die Deutsche Julia Gajer, die in Roth bereits einmal den zweiten und einmal den dritten Platz belegt hat, folgt 18 Sekunden später. Lokalmatadorin Anja Beranek, die aufgrund einer Entzündung der Plantarfaszie eine zeitlang auch ihr Lauftraining ins Wasser verlegen musste, verliert dennoch etwas den Anschluss und wechselt drei Minuten nach der Frauenspitze aufs Rad, im Schlepptau die amtierende Ironman-Weltmeisterin Mirinda Carfrae, für die Roth das erste Europa-Rennen seit 2004 ist. Nach 1:18:04 Stunden hat auch Rennchef Felix Walchshöfer die erste Etappe geschafft. Er erfüllt sich mit diesem Start bei der 30. Ausgabe des Triathlon in Roth einen Kindheitstraum. Es gibt Umarmungen für Streckenhelfer und Familie, bevor er sich in den Sattel schwingt.

Challenge Roth 2013 - Schwimmen - 15

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Männer Kopf an Kopf, Frauen auf der Perlenschnur

Auf dem Rad gelingt es zunächst Joe Gambles (AUS) und Nils Frommhold sich von der Verfolgergruppe, u. a. mit Dirk Bockel, Timo Bracht, Andreas Niedrig, Pete Jacobs und James Cunnama abzusetzen. Nach 37 Kilometern kämpft sich Jacobs kurzzeitig an die Spitze, bevor Andreas Niedrig die Führung übernimmt und eine Lücke von rund 200 Metern zwischen sich und seine Verfolger reißt, die jedoch nicht lange hält. Es übernimmt wieder Frommhold das Kommando, wenig später der Spanier Eneko Llanos. Der sehr starke Radfahrer Luke McKenzie liegt knapp drei Minuten zurück - ein Abstand, der aufschließbar sein dürfte. Ein sehr enges Rennen bisher bei den Männern.

Bei den Frauen führt Vorjahressiegerin Caroline Steffen. Nach zirka 50 Kilometern liegt sie 2:40 Minuten vor Anja Beranek. Rachel Joyce und Michelle Veterby kurbeln mit vier Minuten Rückstand an dritter und vierter Position, Julia Gajer auf Fünf. Für die nicht ganz so schwimmstarke und durch eine Schulterverletzung noch immer gehandicapte Holländerin Yvonne van Vlerken beginnt das Rennen erst auf dem Rad, sie muss einen Rückstand von sechseinhalb Minuten zufahren.

Zu fahren aber zunächst einmal Anja Beranek und Rachel Joyce - und zwar die Lücke zu Caroline Steffen. Bei Kilometer 89 überholen die beiden die Schweizerin. Beranek an der Spitze.

Nach 120 Kilometern scheint sich auch das Männerfeld langsam zu sortieren: Nils Frommhold liegt mit einem Vorsprung von 1:08 Minuten vor einer von Timo Bracht angeführten Verfolgergruppe. Für Pete Jacobs läuft es weniger rund, er hat auf den letzten 30 Kilometern fast neun Minuten auf die Spitze verloren. Auch an Luke McKenzies Kräften nagt die Aufholarbeit: er liegt vier Minuten hinter Frommhold.

Kraftvoll in die zweite Wechselzone

Der kann seine Führung mit einem Vorsprung von fünf Minuten vor Timo Bracht und Dirk Bockel in die zweite Wechselzone bringen. 30 Sekunden hinter dem Duo: Eneko Llanos, James Cunnama und Markus Fachbach. Ob Frommhold seinen Vorsprung halten kann? Bockel und der laufstarke Timo Bracht haben auf den ersten zwei Kilometern schon einige Sekunden gut gemacht.

Derweil sind die Frauen noch auf der Radstrecke. Inzwischen hat sich Rachel Joyce an die Spitze gekämpft, gut eine Minute dahinter Caroline Steffen. Die Mittelfränkin Anja Beranek verabschiedet sich nach 153 Radkilometern aus der Spitze. Dafür hat sich die fliegende Holländerin Yvonne van Vlerken auf Platz drei vorgeschoben. Dahinter Diana Risler und Mirinda Carfrae mit 6:46 Minuten Abstand - eine Reihenfolge, die auch beim Wechsel auf die Laufstrecke gegen 12.15 Uhr zunächst bestehen bleibt.