Böcherer zerreibt Raelert, Dreitz und Kienle

Gegen die Rad- und Laufstärke von Andreas Böcherer hatten bei der Challenge Heilbronn weder Michael Raelert, noch Andreas Dreitz oder Sebastian Kienle eine Chance. Überraschend deutlich fiel dabei der Vorsprung des Freiburgers aus.

Von > | 21. Juni 2015 | Aus: SZENE

Andreas Böcherer Ziel

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Dass sich ein Andreas Böcherer in der derzeitigen Form nach seinem Comeback vor Nichts und Niemandem fürchten muss, war schon vor dem Start der ersten Challenge Heilbronn klar. Wie wenig Respekt der Freiburger aber im Rennen vor den großen Namen auf der Startliste zeigte, überraschte dann doch nicht nur die Zuschauer, sondern sicher auch die Konkurrenz. Schon beim Schwimmen setzte er die Kontrahenten gemeinsam mit Michael Raelert früh unter Druck. Dabei machte zwar Raelert noch den Hauptteil der Arbeit, doch sobald Böcherer sein Rad aus dem zur Wechselzone umfunktionierten Parkhaus schob, war Schluss mit jeglicher Form vornehmer Zurückhaltung.

Böcherer diktiert das Tempo

Als Führender einer kleinen Gruppe um Michael Raelert, den Italiener Giulio Molinari und Nils Frommhold bearbeitete Böcherer seine Pedalen mit solcher Kraft, dass sogar die Weltspitze-Radfahrer Andreas Dreitz und Sebastian Kienle keine Zeit gutmachen konnten. Im Gegenteil: Sie verloren immer mehr Boden auf Böcherer, der sich auf der zweiten Hälfte der anspruchsvollen Radstrecke bald auch seinen Begleitern entledigte, die Einer nach dem Anderen die Übermacht des in den letzten zwei Jahren lange verletzten Freiburgers anerkennen mussten. 

"Bitte nicht komplett zerstören"

Trotzdem schien das Rennen in der zweiten Wechselzone mitten in Heilbronn noch nicht gelaufen: Drei Minuten hatte Böcherer seinem engsten Verfolger Michael Raelert zwar abgenommen. Wer aber um die Laufstärke des zweimaligen Ironman-70.3-Weltmeisters Raelert weiß, der hätte nun sicher mehr als einen Euro auf den Verfolger gewettet. Dann die Überraschung: nach einer von drei Laufrunden hatte Böcherer seinen Vorsprung auf die Sekunde gehalten. In der zweiten Runde baute er ihn sogar soweit aus, dass seine Ehefrau ihn unbedingt bremsen wollte, "damit er sich für den Ironman in Frankfurt nicht total zerstört."

Zerstörung passt als Begriff allerdings besser zu dem, was Böcherer mit seiner Konkurrenz anstellte. Drei Minuten lag Raelert im Ziel hinter sinem Landsmann, Andreas Dreitz und Sebastian Kienle sogar um die fünf Minuten. Vor allem auf der Radstrecke ließ Böcherer seine Muskeln spielen - und kam offensichtlich so gut damit zurecht, dass er "nach dem Radfahren trotzdem noch der Frischeste gewesen ist", wie der besiegte Michael Raelert anerkennend feststellen musste.

CHALLENGE HEILBRONN | MÄNNER

  1. Juni 2015 Heilbronn

Name

Nation

Gesamt

1,9 Swim

90 Bike

21,1 Run

1

Andreas Böcherer

GER

3:56:06

22:31

2:14:38

1:14:44

2

Michael Raelert

GER

3:59:06

22:30

2:17:49

1:14:29

3

Andreas Dreitz

GER

4:00:47

23:07

2:19:46

1:13:50

4

Sebastian Kienle

GER

4:01:19

25:19

2:18:41

1:13:01

5

Giulio Molinari

ITA

4:02:07

22:39

2:17:52

1:17:21

6

Nils Fommhold

GER

4:05:01

22:39

2:24:31

1:13:39

7

Maurice Clavel

GER

4:06:02

23:08

2:22:51

1:15:39

8

Horst Reichel

GER

4:13:06

22:50

2:31:25

1:14:26

9

Markus Rolli

GER

4:17:30

23:11

2:27:49

1:21:25

10

Julian Mutterer

GER

4:19:11

23:33

2:33:26

1:17:51

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