Corbin knackt den Kursrekord

Linsey Corbin hat beim Ironman Austria einen neuen Streckenrekord aufgestellt. In 8:42:42 Stunden setzte sich die US-Amerikanerin dank einer souveränen Leistung auf dem Rad und beim Laufen klar vor der Schweizerin Simone Braendli und Lisa Hütthaler aus Österreich durch.

Von > | 29. Juni 2014 | Aus: SZENE

Corbin_Klagenfurt_2014 | Linsey Corbin

Linsey Corbin

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Nach ihrem Zieleinlauf ließ sich Linsey Corbin zur Erfrischung erst einmal literweise Bier aus einem überdimensionalen Glas über den Kopf laufen. Vielleicht als eine Art Wachmacher, denn nach einem grandiosen Rennen in Klagenfurt wusste die US-Amerikanerin dann doch nicht mehr so recht, was sie gerade zu Ende gebracht hatte. „Ich glaube, das hier muss sich erst einmal setzen“, sagte die 30-Jährige nach ihrem zweiten Sieg beim Ironman Austria. Bereits 2012 hatte sie gewonnen, aber nicht mit einer solchen Fabelzeit. Jetzt stand sie im Zielbereich und durfte sich für einen beeindruckenden Streckenrekord feiern lassen. 8:42:42 Stunden, damit hatte Corbin nicht nur ihre persönliche Bestzeit  um Längen geschlagen, sondern auch den bisherigen Rekord von Mary Beth Ellis (8:43:38 Std.) aus dem Jahr 2011 um eine knappe Minute verbessert. „Ich bin ziemlich müde, es war unheimlich schnell, und wenn du so schnell bist, dann bist du auch platt“, sagte Corbin.

Devise Vollgas

In der Tat waren die Frauen – wie ihre männlichen Mitstreiter – in Klagenfurt unheimlich schnell unterwegs gewesen. „Die Bedingungen waren unfassbar gut“, sagte Corbin – und wenn sie schon mal so gut sind, dann müssen Weltklasseathleten eben auch alles für Rekorde geben. Entsprechend machte die Schweizerin Simone Braendli gleich beim Schwimmen extrem Druck. Als Gesamtzehnte kam die Eidgenössin aus dem Wasser, sie entstieg dem Lendkanal vor den tobenden Fans nach 45:51 Minuten mit großem Vorsprung. Die Österreicherin Michaela Herlbauer kam bei ihrem Ironman-Debüt als Zweite nach 51:23 Minuten aus dem Wasser vor Edith Niederfriniger aus Italien (51:46 Min.) und der stark schwimmenden Lisa Hütthaler (52:05 Min.). Während in Sofie Goos (Belgien/52:06 Min.) gleich die nächste Mitfavoritin in die erste Wechselzone lief, ließ Corbin noch etwas auf sich warten (53:02 Min.). „Ich wollte hart fahren, musste aber ein großes Risiko eingehen“, erklärte Corbin später und beschrieb damit, was bei guten Bedingungen auf dem Rad von Beginn an die Devise war: Vollgas.

Kein Risiko, kein Sieg

Knapp 60 Kilometer lang lag Braendli allein in Front, dann rauschte von hinten Lisa Hütthaler heran und vorbei. Fortan wurde das Frauenrennen immer schneller, nach 115 Kilometern lag die Österreicherin gut drei Minuten vor ihrer ersten Verfolgerin, Sofie Goos. „Ich habe in der zweiten Runde voll auf Risiko gesetzt“, skizzierte Corbin, wie sie auf den zweiten 90 Kilometern gemeinsam mit Goos nach vorn preschte. Auf den letzten 30 Kilometern setzte sich die US-Amerikanerin dann gemeinsam mit Hütthaler ab – und schon stand beim zweiten Wechsel das nächste Druckszenario für Corbin an. „Ich war müde, als wir vom Rad kamen. Aber ich wollte gleich von Lisa wegkommen.“ Entsprechend ging die 32-Jährige auch an – in Rekordtempo. Sie hielt ihr Tempo von Beginn an auf hohem Niveau, am Ende sprang ein exzellenter Marathon von deutlich unter drei Stunden heraus. Dass sie die Radstrecke zuvor bereits in überragenden 4:47:03 Stunden absolviert hatte, war Corbin kaum anzumerken. Ganz traditionell lief sie auf die Finishline – ihren Cowboyhut schwenkend und ließ sich für ihre persönliche Fabelzeit von den Fans feiern.

9-Stunden-Grenze fällt fünfmal

Hinter der US-Amerikanerin feierte Simone Braendli ein großartiges Resultat. Bis Kilometer 14 musste sie zunächst Hütthaler hinterher laufen. Dann passierte sie die Lokalmatadorin und hielt den zweiten Platz souverän. In 8:49:16 Stunden sprang auch für sie eine ungeahnte persönliche Bestzeit heraus. Auch Hütthaler strahlte, obwohl sie nicht jene Dominanz hatte zeigen können wie bei ihren drei Ironman-70.3-Siegen in dieser Saison – in 8:53:20 Stunden blieb auch sie deutlich unter der 9-Stunden-Schallmauer. „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, sagte Hütthaler, „ich hatte mir so sehr gewünscht, dass ich aufs Podest laufen kann, das ist wunderbar, ich bin total erleichtert.“ Das Lächeln auf der Zielgerade sollte auch in den darauffolgenden Minuten nicht enden: Auch Sofie Goos (8:57:08 Std.) und Österreichs Rookie Michaela Herlbauer (8:59:57 Std.) knackten noch die 9-Stunden-Marke. Als beste Deutsche landete Beate Görtz in einem der schnellsten Frauenrennen aller Zeiten auf dem achten Rang.

Ironman Austria | Frauen

  1. Juni 2014, Klagenfurt (AUT)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Linsey Corbin

USA

8:42:42

53:02

4:47:02

2:56:52

2

Simone Braendli

SUI

8:49:16

45:51

4:57:15

3:01:14

3

Lisa Hütthaler

AUT

8:53:20

52:05

4:48:55

3:07:26

4

Sofie Goos

BEL

8:57:08

52:06

4:54:32

3:05:43

5

Michaela Herlbauer

AUT

8:59:57

51:23

4:58:56

3:04:38

6

Erika Csomor

HUN

9:05:42

56:03

4:47:50

3:16:34

7

Elisabeth Gruber

AUT

9:12:09

56:06

5:03:39

3:06:19

8

Beate Görtz

GER

9:25:25

1:00:28

4:58:22

3:20:52

9

Michaela Rudolf

AUT

9:30:31

1:00:42

5:00:13

3:24:30

10

Kelly Fillnow

USA

9:42:49

59:50

5:18:12

3:18:15

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