Craig Alexander gibt Kona-Pläne auf

Craig Alexander hat die Jagd nach seinem vierten Ironman-Weltmeistertitel aufgegeben. Das gab der 40-jährige Australier unmittelbar nach dem Ironman Melbourne bekannt, den er trotz schnellster Marathonzeit nur als Fünfter beendet hatte. Der Szene bleibt der dreifache Familienvater aber treu - als Coach an der Strecke und Aktiver auf der Ironman-70.3-Distanz.

Von > | 24. März 2014 | Aus: SZENE

Craig Alexander | Craig Alexander

Craig Alexander

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der 23. Platz von Kona hatte Craig Alexander gewurmt. So wollte sich der ehrgeizige Australier nicht von dem Ort verabschieden, an dem er sich selbst ein Denkmal in der Ironmangeschichte gesetzt hat. Nun tut er es doch. "Meine Familie ist das Wichtigste für mich, ich möchte mehr Zeit mit meiner Frau und meinen drei Kindern verbringen", erklärte Alexander nach dem Ironman Melbourne. Er habe keine Lust mehr darauf, den Kindern zu sagen: 'Nein, wir können nicht in den Park, Papa ist zu müde'. Den letzten Ironman seiner 20-jährigen Triathlonkarriere beendete er auf dem fünften Platz. Nicht Fisch, nicht Fleisch würde man hierzulande sagen. Für Alexander war es einfach zu wenig. "Ich habe zwar einen Top5-Platz gerettet, aber ein fünfter Platz hat mich in meiner Karriere nie glücklich gemacht", sagte Alexander im Interview mit "ironman.com" traurig. Sein Körper sei eine Art Leihwagen, der ein paar Meilen zu viel auf dem Tacho habe. Zuletzt sei er nur noch mit angezogener Handbremse umher gefahren. Weil das nicht Alexanders Anspruch an sich selbst ist, hat er nun einen Schlussstrich unter seine Ironmankarriere gezogen.

Abgang als Champion

Doch Alexander wäre nicht Alexander hätte er nicht auch dem letzten Ironman seiner Karriere zumindest noch einen kleinen Stempel aufgedrückt. In 2:43:52 Stunden lief er am Sonntag in Melbourne den schnellsten Marathon aller Starter. Dass das nicht fürs Podium reichte, lag womöglich auch an einem leichten Infekt, den er sich in den Tagen vor dem Rennen eingefangen hatte. Das alles spielt nun aber keine Rolle mehr und ändert nichts daran, dass Craig Alexander die Ironmanbühne als großer Champion verlässt. Dem Triathlon bleibt der Streckenrekordhalter von Kona aber treu. Er wird seine Arbeit als Trainer ausbauen und noch bei dem einen oder anderen Ironman 70.3 an den Start gehen und seine möglichen Nachfolger ärgern.