Der Traum vom deutschen Podium in Zell am See

Am Sonntag findet im Salzburger Land die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft 2015 statt. Im Rennen der Männer sind die deutschen Triathleten mit allem vertreten was auf der Mittel- und Langdistanz Rang und Namen hat. Frodeno, Kienle, Frommhold und Michael Raelert: Nicht wenige träumen bereits von einem schwarz-rot-goldenen Podium.

Von > | 27. August 2015 | Aus: SZENE

Ironman 70.3 Zell am See - 08 | Ironman 70.3 Zell am See

Ironman 70.3 Zell am See

Foto >Jan Sägert / spomedis

Offiziell 9.600 Einwohner zählt Zell am See an den meisten Tagen im Jahr. Die Ironman-70.3-WM am kommenden Wochenende wird diese Zahl deutlich in die Höhe treiben. Achtung, die Triathleten kommen! In den letzten Tagen trafen knapp 2.500 Athleten zuzüglich Begleiter und Fans in der Ski-Stadt im Herzen Österreichs ein. Unter den für die WM Qualifizierten befinden sich elf deutsche Profis.

Die Profis kommen

Die meisten von ihnen sind längst vor Ort: Andreas Dreitz ist den Radkurs schon mehrfach abgefahren, Michael Raelert gab eine Pressekonferenz auf einem Schiff und Sebastian Kienle hofft wegen der bisher kürzesten Anreise zu einer WM auf einen kleinen Heimvorteil, wie er über Twitter wissen ließ. Aber auch die internationalen Profis besichtigen den Kurs und genießen die Ruhe vor dem WM-Sturm. Alle, außer Titelverteidiger Javier Gomez, dessen Start nach einer Erkrankung noch nicht sicher ist. Ein Ausfall des Favoriten würde die gesamte Dynamik des Rennens verändern, bringt einen deutschen Dreifachtriumphs bei der ersten 70.3-WM auf europäischem Boden aber in den Bereich des Möglichen.

Eine Frage der Reihenfolge

Unter den Deutschen Langdistanz-Assen haben Sebastian Kienle, Jan Frodeno und Michael Raelert die besten Chancen auf das Podium - aber in welcher Reihenfolge? Ohne Tempomacher Gomez könnte es insgesamt etwas gemächlicher zugehen und Frodeno und Kienle werden mit Blick auf die Ironman-WM am 10. Oktober auf dem mit vielen Steigungen versehenen Radkurs nicht zu viel riskieren. Im letzten Jahr demonstrierte Kienle (zurecht), dass ihm der Sieg auf Hawaii um ein Vielfaches wichtiger ist als der Titel über die Halbdistanz. Wenn zwei sich zurückhalten, freut sich vielleicht der Dritte im Bunde: Michael Raelert. Der Rostocker ist nicht für Hawaii qualifiziert und wird sich einen Tag nach seinem 35. Geburtstag sicherlich nicht zurückhalten

Schwer einzuschätzen ist die Form der anderen deutschen Profis wie Andreas Böcherer, der zwar stärker Rad fährt als Raelert, aber nicht so schnell läuft, und Dreitz, der in dieser Saison auf der Mitteldistanz bereits sehr erfolgreich war, aber selten im direkten Vergleich mit den deutschen Topstars stand. Böcherer wird auch auf Hawaii dabei sein. Für Nils Frommhold und Maurice Clavel sind Top-Ten-Platzierungen drin. Dort werden auch die internationalen Profis Terenzo Bozzone, Tim Reed und Tim Don erwartet.

Berichterstattung

Ironman bietet am Renntag eine Live-Übertragung auf www.ironman.com an.

Im österreichischen Fernsehen zeigt ORF Sport+ von 10:35 bis 15:55 Uhr das Rennen live. Zusätzlich berichtet ORF 1 ab 10:45 Uhr und zeigt um 19:15 Uhr eine 40-minütige Zusammenfassung.

Die WM mit grünem Daumen

Das WM-Rennen der Profis startet am Sonntag um 10.45 Uhr. Einen Tag früher geht an gleicher Stelle der "normale" Ironman 70.3 über die Bühne. Der Veranstalter hat sich laut eigenen Angaben in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz ganz hoch auf die Agenda gesetzt. Die Maßnahmen beinhalten die verstärkte Einbindung von regionalen Betrieben und Dienstleistern, wassersparende Sanitäranlagen und Helfer-T-Shirts aus recyceltem Material. Für Sportler werden vegetarische Gerichte angeboten und die Streckenbeschilderung soll bei anderen Rennen wiederverwendet werden.