Deutsche Agegrouper auf Titeljagd

Die Altersklassenathleten sind das Rückgrat des Ironman Hawaii. Das alljährliche Bild aus dem Helikopter vom wilden Gewühl der Arme und Beine nach dem Schwimmstart ist legendär. Genau wie einige Zeiten deutscher Altersklassenathleten.

Von > | 14. Oktober 2013 | Aus: SZENE

Christian Müller | Christian Müller feierte auf Hawaii bereits 2009 und 2012 den Titel des schnellsten Altersklassenathleten der Welt. Dieses Mal gab es zwar eine neue Bestzeit, aber ein Südafrikaner war schneller.

Christian Müller feierte auf Hawaii bereits 2009 und 2012 den Titel des schnellsten Altersklassenathleten der Welt. Dieses Mal gab es zwar eine neue Bestzeit, aber ein Südafrikaner war schneller.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Ironman Hawaii 2013 war ein Rennen der Superlative: 450 Athleten blieben unter 9:45 Stunden, 628 unter den magischen zehn Stunden. Das Rennen war in den Altersklassen an der Spitze und in der Breite deutlich schneller als in den Vorjahren – und wie so oft sind es auch die Deutschen, die dem Ironman Hawaii in den Agegroups ihren Stempel mitaufdrücken.

Die Bedingungen werden jedes Jahr aufs Neue diskutiert in Kona. Mal ist es für die einen das härteste Rennen aller Zeiten, dann für die anderen die einfachste Auflage der vergangenen Jahrzehnte. Die Wahrheit liegt bei solchen Schwarz-Weiß-Analysen immer irgendwo dazwischen, auch 2013. Beim Schwimmen sind auf dem Rückweg zum Pier durchaus Wellen zu sehen, die Strömung sorgt hier zudem immer dafür, dass die Zeiten langsamer sind als in jedem anderen Rennen auf der Welt.

Leichter Rückenwind, zerstörerisches Tempo

Auf der Radstrecke gibt es dann zwar leichten Rückenwind auf der ersten Hälfte, aber erstens verführt der viele Athleten dazu, richtig Gas zu geben – und zweitens frischt die Brise auch dieses Mal auf dem Rückweg von Hawi zumindest leicht auf, und zwar von vorn und von der Seite. Angemerkt sei allerdings auch, dass sich einige Gruppen bilden, viele Radzeiten sind an diesem Tag richtig schnell. Beim großen Finale im Marathon wird es zwar heiß, das geht auf Hawaii auch gar nicht anders. Aber die große, drückende schwüle Hitze fehlt, weil sich der Himmel etwas bewölkt.

Die Athleten zimmern 2013 im Wasser, auf dem Queen K Highway, dem Alii Drive, der Palani Road und im Energy Lab reihenweise herausragende Leistungen zusammen, ganz besonders in den Altersklassen - und wieder einmal in Kona auch die Deutschen. So hat es der Harald Funk in der Altersklasse 45-49 im Kampf ums Podium mit keinem Geringeren zu tun als dem früheren Weltklasseathleten Rene Rovera aus Frankreich, der nach 9:02:51 Stunden durchs Ziel geht. Funk schwimmt 1:03:47 Stunden, radelt 4:45:37 Stunden und läuft 3:17:57 Stunden – er ist in 9:13:03 Stunden im Ziel, mit Platz drei. Ebenfalls stark sind der dritte und vierte Platz von Marc Unger und Michael Rünz in der M25-29 – die beiden flitzen deutlich unter neun Stunden ins Ziel; Unger schwimmt 58:02 Minuten, fährt 4:36:52 Stunden und läuft 3:13:16 Stunden, seine Endzeit liegt bei 8:54:11 Stunden. Eine gute Minute danach kommt schon Rünz in 8:55:17 Stunden angeflogen, sein Marathon ist exzellent, der Rest auch nicht von schlechten Eltern: Schwimmen: 1:01:22 Stunden, Rad: 4:45:56 Stunden, Laufen: 2:58:46 Stunden.

Bei den Frauen wird Nicole Bretting Dritte in der Klasse der 40- bis 44-Jährigen. In 10:01:56 Stunden läuft sie durchs Ziel – nach 1:10:07 Stunden Schwimmen, 5:11:12 Stunden Radfahren und 3:34:36 Stunden Laufen. Noch einen Rang besser schneidet in der W45-49 Marion Hebding ab. Die Mannheimerin schwimmt 1:12:29 Stunden, radelt 5:19:04 Stunden und läuft 3:28:32 Stunden und damit nach 10:08:32 Stunden ins Ziel.

Vier Titel für Schwarz-Rot-Gold

Die schwarz-rot-goldene Fraktion stellt mit mehr als 200 Startern nicht nur die zweitgrößte Nation beim Ironman Hawaii 2013 nach den USA, sondern am Ende auch vier von 24 Altersklassenweltmeistern. In der W30-34 setzt sich die starke Astrid Ganzow aus Aachen durch, die zunächst 1:04:02 Stunden schwimmt und anschließend auf dem Rad ihr volles Potenzial zeigt: 4:57:29 Stunden braucht sie mit dem Velo, bevor sie 3:33:47 Stunden läuft und in 9:40:15 Stunden den Titel feiert. In der W50-55 setzt sich Christine Heidemann durch, die in 1:07:15 Stunden durchs Wasser krault, anschließend 5:29:46 Stunden auf dem Rad unterwegs ist und 3:36:23 Stunden läuft. Die Lebensgefährtin der Hawaii-Ikone Ken Glah gewinnt ihre Altersklasse in 10:19:37 Stunden.

Auch die deutschen Männer haben am Ende des Tages zwei Titel zu feiern. Christian Müller aus Bühl lässt überhaupt nur einen Altersklassenathleten vor, den Südafrikaner Kyle Buckingham, der den Overall-Titel in 8:37:26 Stunden gewinnt. Dahinter sichert sich Müller als Gesamtzweiter der Altersklassen souverän den Sieg in der Kategorie 40-44. Er schwimmt 1:01:53 Stunden, fährt wie ein Profi in 4:34:39 Stunden über den Kurs und läuft 2:59:18 Stunden. In 8:41:22 Stunden feiert er damit einen persönlichen Kona-Rekord und den nächsten Triumph auf Big Island nach zwei Titeln als schnellster Altersklassenathlet. Ebenfalls souverän ist auch Wolfgang Schmatz in der Altersklasse der 50-54-Jährigen, die er mit fast sieben Minuten Vorsprung gewinnt. Er schwimmt 1:05:20 Stunden, fährt 4:54:10 Stunden und läuft 3:11:00 Stunden – nach 9:16:38 Stunden ist er als Altersklassen-Champion der Ironman Weltmeisterschaft 2013 im Ziel. Er wird sich wie die anderen aufs nächste Jahr freuen.