Die Stimmen der Pressekonferenz

Der Countdown zur Weltmeisterschaft über die 70.3-Distanz läuft, in wenigen Stunden wird der Kampf gegen die Wüste Nevadas, gegen die Konkurrenz und gegen sich selbst eröffnet. Bei der offiziellen Pressekonferenz sprachen Kienle und Co. über ihre Chancen, Ziele und stärksten Gegner.

Von > | 8. September 2013 | Aus: SZENE

Pressekonferenz von der 70.3 Weltmeisterschaft 2013 | Pressekonferenz zur 70.3-Weltmeisterschaft in Las Vegas 2013

Pressekonferenz zur 70.3-Weltmeisterschaft in Las Vegas 2013

Foto >Silke Insel / spomedis

Sebastian Kienle(GER, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2012): „Ich habe gerade auf Twitter gelesen, dass ich meine Siegeschancen um 50 Prozent erhöhen könnte, wenn ich meine Haare noch schneide. Ich könnte Craig Alexander mal fragen, er scheint das ja immer zu machen. Aber meine Freundin wäre wohl nicht allzu begeistert davon. Sie hat mich auch davon abgehalten, meine Siegesprämie letztes Jahr gleich wieder im Casino zu verjubeln, sodass ich mir die Reise hierher dieses Jahr noch leisten konnte. Ich fange gerade erst an zu realisieren, was es heißt, als Titelverteidiger in Henderson zu sein, mein Puls ist jetzt schon auf Renntempo. Es war wichtig für mich, letztes Jahr zu beweisen, dass ich ein Rennen wie die WM gewinnen kann. Dieses Jahr würde ich gerne zeigen, dass das keine einmalige Sache war. Aber das wird schwer. Angesichts von Konkurrenten wie Jan Frodeno, die einen Halbmarathon in weniger als 1:10 laufen können, muss man sich echt überlegen, wie man sie auf dem Rad loswird.“

Craig Alexander (AUS, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2006 und 2011): „Es war bisher ein gutes Trainings- und Wettkampfjahr. Mein Job ist es, in Form zu sein, auch wenn ich aufgrund meines Alters (40 Jahre, d. Red.) und dadurch, dass ich eine Familie habe, nicht mehr so viele Wettkämpfe machen kann wie früher. Morgen wird es ein sehr hartes Rennen mit starker Konkurrenz werden, die Strecke ist eine Herausforderung, sehr hügelig. Auch, wenn ich noch in Kona starte: Dieses Wochenende denke ich nur an das Rennen hier.“

Andy Potts (USA, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2007): „In diesem Startfeld gibt es meiner Meinung nach 12 bis 15 Athleten, die es aufs Podium schaffen können, und sechs bis sieben, die das Rennen gewinnen können. Ich denke, ich habe eine Chance, zumindest werde ich versuchen, jede Möglichkeit zu nutzen, die sich mir bietet. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Ich hoffe, dass ich morgen gewinne.“

Terenzo Bozzone (NZL, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2008): „Das hier ist wohl eines der heißesten 70.3-Rennen überhaupt und das Startfeld ist unglaublich. So viel Talent, das muss einfach eine großartige Show werden. Ich bin dankbar, dass ich morgen dabei sein kann und dass ich dieses Jahr wieder eine Saison hatte, bei der ich vorn mitspielen kann.“

Bevan Docherty (NZL, 1. Platz ITU Triathlon World Championship Series 2010): „Ich habe eine Menge Spaß auf den längeren Strecken seit ich aus der ITU-Serie ausgestiegen bin. Alles ist entspannter und das zeigen meine Ergebnisse auch. Zusammen mit Leuten wie Craig Alexander an der Startlinie zu stehen ist eine erfrischende Abwechslung für mich und ich bin dankbar dafür. Zwar ist Kona mein Saisonhighlight, aber ich bin gut genug in Form, um hier ein Wörtchen mitreden zu können.“ 

Leanda Cave (GBR, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2012): „Dieses Jahr fühlte ich mich stärker unter Beobachtung wegen meiner Titel, die ich vergangenes Jahr gewonnen habe (Weltmeisterin auf der Ironman 70.3- und der Ironman-Langdistanz, d. Red.). Aber ich habe gut trainiert und bin in Form. Beim Rennen am Sonntag, denke ich, wird es unter anderem wichtig sein, die Athleten, die von der Olympischen Distanz kommen, zu Beginn des Rennens nicht entwischen zu lassen. Ich freue mich auf den Wettkampf, ich bin bereit dafür.“

Kelly Williamson (USA, 2. Platz Ironman 70.3-WM 2012): „Diese Saison war nicht ganz so geschmeidig wie die letzte, es gab Höhen und Tiefen. Mein Körper fühlt sich nicht ganz so fit an wie letztes Jahr, aber das kann man nach einem so großartigen Jahr auch nicht unbedingt erwarten. Ich werde versuchen, den Abstand auf dem Rad nicht zu groß werden zu lassen und freue mich, mit diesem unglaublichen Startfeld morgen auf die Strecke gehen zu dürfen.“

Heather Wurtele (CAN, 1. Platz Ironman Coeur d’Alene 2013): „Das ist das beste Jahr meiner Karriere! Meine Laufleistung hat sich verbessert, das ist nun eine zusätzliche Waffe, um nicht nach dem Radfahren abgehängt zu werden. Ich werde alles geben, um morgen in diesem großartigen Startfeld zu bestehen. Und natürlich freue ich mich als Kanadierin ganz besonders, dass die 70.3-WM nächstes Jahr in meiner Heimat stattfinden wird. Dort wird das Wetter kühler sein, das Rennen weniger eine Frage, wie man die klimatischen Bedingungen verkraftet. Das könnte einem ganz anderen Athleten-Typus entgegenkommen.“

Melissa Hauschildt (AUS, 1. Platz Ironman 70.3-WM 2011): „Dieses Jahr läuft für mich viel besser als das vergangene. 2012 war sehr schwierig, ich habe meine Laufumfänge für die Langdistanz drastisch erhöht und es dabei wohl übertrieben. Ich war nie zu 100 Prozent fit. Dieses Jahr ist das anders. Ich laufe nicht mehr so viel, versuche es entspannter anzugehen. Ich habe zum Beispiel den Sommer in Boulder verbracht, war mit meinem Mann und meiner Trainingsgruppe Laufen und Radfahren. Wir werden sehen, was das für das Rennen gebracht hat.“