Diederen überrascht Bittner und Bayliss

Der Niederländer Bas Diederen hat die vierte Auflage der Challenge Barcelona über die Langdistanz gewonnen. Der amtierende Ironman-Agegroup-Weltmeister ließ sich auch von der Radattacke des Österreichers Georg Swoboda nicht beirren, den er auf den zweiten Platz verwies. In einem engen Rennen setzte Per Bittner als Dritter die erfolgreiche Serie deutscher Profis am Mittelmeer fort. Im Rennen der Frauen kam Daniela Sämmler beim Sieg der Britin Lucy Gossage ebenfalls auf Platz drei.

Von > | 30. September 2012 | Aus: SZENE

DSC_0154_Neu | Bas Diederen

Bas Diederen

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Bittners hart erkämpfter dritter Platz war bereits die fünfte Podiumsplatzierung eines deutschen Langdistanz-Profis im Urlaubsort Calella de Mar. Der Leipziger selbst, Horst Reichel, Georg Potrebitsch und Bernd Eichhorn hatten seit der Premiere 2009 den Sprung unter die besten drei geschafft. Zum Sieg reichte es aber auch in diesem Jahr nicht. Zu stark waren der Österreicher Georg Swoboda auf dem Rad - und Bas Diederen aus den Niederlanden auf der Marathonstrecke.

Swoboda stark, Diederen stärker

Diederen, 2011 der schnellste Agegrouper der Welt, war am Morgen als Vierter - und damit in Schlagdistanz zum britischen Favoriten Stephen Bayliss - auf die 180 Radkilometer gegangen. Die schnellsten Schwimmer: Außenseiter Carlos Lopez Diaz (ESP) und der Russe Stanislav Krylov, die nach knapp 48 Minuten aus dem Wasser gestiegen waren. Um Krylov formierte sich danach auf dem schnellen Radkurs in der Nähe von Barcelona ein Quartett, zu dem neben Bayliss auch Diederen und Per Bittner gehörten. Im Mittelteil flog Georg Swoboda - als 60. nach dem Schwimmen scheinbar aussichtslos zurück - durchs komplette Feld. 20 Kilometer vor dem zweiten Wechsel hatte der amtierende österreichische Staatsmeister schon fast fünf Minuten zwischen sich und seine Verfolger gelegt. Am Ende war er auf den 180 Kilometern in 4:17:41 (inkl. Wechsel) mehr als 15 Minuten schneller als Bittner, Diederen und Bayliss. Der Brite kam zwei Wochen nach seinem Sieg bei der Challenge Henley-on-Thames dieses Mal nicht ins Ziel. Auf der Marathonstrecke war nun nur noch eine Frage zu klären: Würde Swobodas Vorsprung von acht Minuten reichen, um Diederen und Bittner in Schach zu halten? Er reichte nicht. Immerhin sechs Minuten nahm der noch mit auf die zweiten Hälfte des Marathons. Doch zwischen Kilometer 30 und 35 gingen ihm dann die Kräfte aus. Keine fünf Kilometer vor dem Ziel eroberte der 32-jährige Diederen schließlich die Führung und sicherte sich nach 8:20:07 Stunden in seiner ersten Saison als Profi seinen ersten großen Titel. Swoboda rettete sich knapp vor Bittner auf dem zweiten Platz ins Ziel. Den schnellsten Marathon lief in gut 2:52 Stunden der Spanier Blanchart Tinto. Das reichte immerhin noch zum vierten Rang.

Challenge Barcelona-Maresme | Männer

  1. September 2012, Calella de Mar (ESP)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Bas Diederen

NED

8:20:07

48:03

4:35:48

2:54:35

2

Georg Swoboda

AUT

8:22:14

57:40

4:17:41

3:04:47

3

Per Bittner

GER

8:22:47

49:37

4:34:28

2:57:16

4

Miguel Blanchart Tinto

ESP

8:23:16

49:34

4:38:47

2:52:57

5

Joe Skipper

GBR

8:23:57

54:08

4:38:54

2:58:38

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Weerd will zu viel, Sämmler mit starkem Debüt

Auch im Rennen der Frauen spielte eine Niederländerin die Hauptrolle. Mirjam Weerd war die mit Abstand beste Radfahrerin im Feld. Dennoch reichte es wie bei ihrem Pendant Georg Swoboda nicht zum Sieg. Als Vierte war Weerd 56 Minuten nach dem Start aus dem Mittelmeer gestiegen. Knapp vor ihr nur die Serbin Blazevic und die beiden Deutschen Meike Krebs und Daniela Sämmler, deren Langdistanzdebüt sehr vielversprechend begann. Doch dem Raddruck der Niederländerin war das Trio danach nicht gewachsen. Drei Minuten fuhr die allein auf den ersten 60 Radkilometern auf ihre Verfolgerinnen heraus. Bis zum zweiten Wechsel verloren Krebs, Sämmler, die Dänin Lisbeth Kristensen und die Vorjahresdritte Lucy Gossage (GBR) noch mehr als zehn Minuten. Im Gegensatz zu Swoboda hatte Weerd auf dem Rad aber offenbar zu viel Energie investiert. Bis Laufkilometer 15 schmolz der Vorsprung der 37-Jährigen schon auf knapp fünf Minuten zusammen - und wenige Kilometer später war sie ihre hart erarbeitete Führung los. Doch nicht die Deutschen, sondern die Britin Gossage nutzte die Schwäche der lange Zeit Führenden. 3:02 Stunden waren am Ende nicht nur die mit Abstand beste Laufzeit des Tages, sondern auch der Schlüssel zum Sieg. In starken 8:58:43 Stunden schnappte sich die 32-Jährige aus Nottingham letztlich überlegen den ersten Langdistanz-Titel ihrer Karriere. Weerd belohnte sich für ihren großen Aufwand beim Radfahren mit dem zweiten Platz. Daniela Sämmler und Meike Krebs kamen nicht mehr ganz heran und reihten sich dahinter auf den Plätzen drei und vier ein. Eine starke Leistung - vor allem von Sämmler, die sich erst acht Wochen vor dem Rennen zum Start in Calella entschlossen hatte.

Challenge Barcelona-Maresme | Frauen

  1. September 2012, Calella de Mar (ESP)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Lucy Gossage

GBR

8:58:43

57:30

4:56:28

3:02:56

2

Mirjam Weerd

NED

9:07:25

56:01

4:47:16

3:22:07

3

Daniela Sämmler

GER

9:11:55

55:58

4:58:05

3:16:23

4

Meike Krebs

GER

9:12:23

55:55

4:58:08

3:16:15

5

Lisbeth Kristensen

DEN

9:14:14

56:06

4:55:53

3:20:13

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