Dreitz ärgert Potts, Hauschildt in WM-Form

Mit einem mutigen Auftritt hat sich der deutsche Jungprofi Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Timberman einen Podestplatz gesichert. Gegen den US-Amerikaner Andy Potts war der 24-Jährige am Ende aber chancenlos. Die Australierin Melissa Hauschildt untermauerte ihre Favoritenrolle für die 70.3-WM in Las Vegas.

Von > | 20. August 2013 | Aus: SZENE

wiesbaden-14 | 70.3 Germany 2013

70.3 Germany 2013

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Routinier Andy Potts staunte nicht schlecht als ihn die Verfolgergruppe um den Deutschen Andreas Dreitz schon nach wenigen Radkilometern eingefangen hatte. Zuvor war er wie gewohnt mit einem komfortablen Vorsprung aus dem Lake Winnipesaukee gestiegen und allein auf die hügeligen 90 Radkilometer gegangen. Doch sein zwei-minütiger Vorsprung schmolz deutlich schneller als erwartet zusammen. Dreitz, zuletzt starker Siebter bei der 70.3-EM in Wiesbaden, holte nach dem Zusammenschluss nicht lange Luft und mutig zum Rundumschlag aus: Mit dem schnellsten Bike-Split des Tages fuhr er bis zum zweiten Wechsel mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung auf Potts und den Australier Leon Griffin heraus.

Wie gewonnen, so zerronnen

Auf der Laufstrecke bezahlte Dreitz dann aber doch noch etwas Lehrgeld für seinen Husarenritt beim Radfahren. Noch vor Halbzeit hatte Potts den Athleten des Team Erdinger Alkoholfrei eingeholt. Dreitz konnte nicht mitgehen, sodass der US-Amerikaner seine Führung bis ins Ziel noch ausbauen konnte. Auch den Australier Leon Griffin, ein exzellenter Läufer und früherer Duathlon-Weltmeister, musste Dreitz zum Ende des Rennens noch ziehen lassen. Griffin wurde mit der zweitschnellsten Laufzeit des Tages Zweiter. Andreas Dreitz schaffte nach 3:56:37 Stunden den Sprung auf's Podium. Und seine nächste internationale Bewährungsprobe ist nicht mehr weit: Schon am 8. September stellt sich der 24-Jährige bei der Ironman 70.3 WM in Las Vegas den besten der Mitteldistanzprofis der Welt.

Andreas Dreitz | Beim Laufen musste sich Dreitz am Ende Andy Potts und Leon Griffin beugen.

Beim Laufen musste sich Dreitz am Ende Andy Potts und Leon Griffin beugen.

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Hauschildts Homerun

Auch bei den Frauen sahen die Zuschauer in Gilford (New Hampshire) ein schnelles und spannendes Rennen. Nachdem auch hier eine der stärksten Schwimmerinnen im Ironman-Zirkus, Amanda Stevens aus den USA, als Erste das Wasser verlassen hatte, machte die Verfolgergruppe um die frühere australische Hindernisläuferin Melissa Hauschildt die Siegchancen von Stevens schnell zunichte. Noch kurz vor dem Wechsel auf die Laufstrecke löste sich Hauschildt von der vierköpfigen Spitzengruppe und schnürte mit 47 Sekunden Vorsprung die Laufschuhe für ihre Paradedisziplin. Gewohnt aggressiv ging die Ironman-70.3-Weltmeisterin von 2011 zur Sache. Bereits nach zehn Kilometern des Halbmarathons hatte sie mehr als neun Minuten Vorsprung. Nach 4:12:39 Stunden stand sie am Fuße der White Mountains als Siegerin des Frauenrennens und Elfte des Gesamtklassement fest. Mit fast neun Minuten Rückstand sicherte sich Amanda Stevens den zweiten Platz vor Amber Ferreira (USA). Nach ihrem sechsten Saisonsieg in Folge - darunter die Erfolge in Abu Dhabi und bei der ITU Langdistanz-WM in Belfort - geht Hauschildt als Topfavoritin in die Ironman-70.3-WM in Las Vegas.