Dreitz jubelt, Raelert strauchelt

Mission accomplished: Vorjahressieger Andreas Dreitz hat seinen Titel beim Ironman 70.3 Mallorca souverän verteidigt. Michael Raelert musste seinen Traum vom zweiten Sieg schon zu Beginn der Radstrecke begraben und kam als 39. ins Ziel.

Von > | 9. Mai 2015 | Aus: SZENE

Andreas Dreitz | Ironman 70.3 Mallorca 2015, Sieger Andreas Dreitz

Ironman 70.3 Mallorca 2015, Sieger Andreas Dreitz

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Andreas Dreitz bleibt der König von Mallorca. Fast zweieinhalb Minuten lang konnte sich der Deutsche vom Team Erdinger Alkoholfrei im Ziel am Strand von Alcúdia feiern lassen, bis sein schnellster Konkurrent das Rennen beendete. Überraschenderweise war das nicht Michael Raelert. Der Rostocker, der neben Dreitz und dem Spanier Ivan Raña als Favorit galt, war nach den 1,9 Schwimmkilometern zwar in Führung auf die Radstrecke gegangen, stand dann aber schon nach drei Kilometern am Streckenrand: Ein Platten, der sich so schnell nicht beheben ließ, machte dem Sieger von 2012 einen Strich durch die Rekordrechnung, bevor das Rennen überhaupt richtig begonnen hatte. Fast drei Stunden lang war Raelert deshalb auf der Radstrecke unterwegs - und nachdem der Sieger-Zug mit Dreitz als Lok längst abgefahren war, "joggte" er den Halbmarathon in 1:22 Stunden. Platz 39 im Profifeld - das stand am Ende vor dem Namen Raelert in der Ergebnisliste.

Mit Küng zum Kloster

Freie Fahrt für Dreitz: Nach dem Schwimmen, das er mit 30 Sekunden Rückstand zur Spitze beenden konnte, arbeitete er sich auf dem Rad zunächst an die Spitze, um dann im Tramuntana-Gebirge am langen Anstieg zum Kloster Luc immer mehr Boden gutzumachen. Der einzige, der da anfangs noch mithalten konnte, war der Schweizer Manuel Küng, der zwischendurch sogar die Führung übernahm. Hinter den beiden Spitzenreitern bemühte sich eine internationale  Jagdgemeinschaft um Anschluss, darunter der Schweizer Jan van Berkel, Patrick Lange aus Deutschland, der Franzose Antony Costes, David Mcnamee aus Großbritannien und Patrik Nilsson aus Schweden.

Doch vergeblich: Dreitz fuhr wie im vergangenen Jahr in einer anderen Liga und verpasste auf der anspruchsvollen und technisch schwierigen 90-Kilometer-Runde sogar seinem Schweizer Fluchthelfer Manuel Küng mehr als sieben Minuten Rückstand. Ein komfortables und sehr beruhigendes Zeitpolster für Dreitz: Da er nicht zu den stärksten Läufern gehört, muss er versuchen, seine Rennen auf dem Rad zu gewinnen – und dann hoffen, dass der Vorsprung für die Laufstrecke reicht. Dieses Mal gab es eigentlich keinen Grund zur Sorge: Auch angesichts der Tatsache, dass der laufstarke Michael Raelert keine Gefahr mehr darstellte, spulte Dreitz beinahe gelassen die 21,1 Laufkilometer an der Strandpromenade von Alcúdia ab. Ein Halbmarathon von 1:19:06 Stunden reichte dem Deutschen zum zweiten Sieg in Folge, während Küng bis auf den achten Platz zurückfiel.

Lauf-Asse auf Aufholjagd

Küngs Schwäche nutzten einige starke Läufer, allen voran der Schwede Patrik Nilsson. Der Sieger des letztjährigen Ironman Malaysia schaffte es mit dem schnellsten Halbmarathon auf den zweiten Platz. Auch David Mcnamee aus Großbritannien zog sein Ass erst in der zweiten Wechselzone aus dem Ärmel: Nachdem er auf dem Rad neun Minuten auf Dreitz verloren hatte, holte er sechs davon auf der Laufstrecke wieder auf. Zweitbester Deutscher wurde Patrick Lange als starker Fünfter, der spanische Favorit Ivan Raña kam als Sechster ins Ziel und mit Jan van Berkel schaffte es vor Küng ein weiterer Schweizer in die Top Ten.

Ironman 70.3 Mallorca | Männer

  1. Mai 2015, Alcúdia (Spanien)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90,1 km Bike

21,1 km Run

1

Andreas Dreitz

GER

3:56:48

22:43

2:10:14

1:19:06

2

Patrik Nilsson

SWE

3:59:12

22:42

2:18:42

1:12:56

3

David Mcnamee

GBR

3:59:43

22:34

2:18:55

1:13:31

4

Artem Parienko

RUS

4:00:54

23:14

2:18:38

1:14:43

5

Patrick Lange

GER

4:01:33

22:41

2:18:32

1:15:28

6

Ivan Rana

ESP

4:02:56

22:38

2:21:47

1:13:49

7

Jan van Berkel

SUI

4:04:40

22:40

2:18:48

1:18:39

8

Manuel Küng

SUI

4:05:14

22:16

2:18:16

1:20:02

9

David Plese

BRN

4:06:02

24:56

2:20:12

1:15:56

10

Allan Steen Olesen

DEN

4:06:29

23:36

2:17:47

1:20:20

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