Droht nach Neoverbot der Wettkampfabbruch?

Die Profis werden am Sonntag ohne Neoprenanzug um die EM-Titel kämpfen und auch für Agegrouper wird ein Neoprenverbot immer wahrscheinlicher. Nun droht das Frankfurter Gesundheitsamt sogar mit dem Abbruch des laufenden Rennens.

Von > | 3. Juli 2015 | Aus: SZENE

Wasser | Sportlerin wird mit Wasser versorgt

Sportlerin wird mit Wasser versorgt

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das Wort „Unwetterwarnung“ verbindet man normalerweise mit Stürmen, Fluten oder starken Gewittern. Eine Unwetterwarnung für Frankfurt vermeldet nun das Online-Portal wetter.de – wegen der großen Hitze am Wochenende. Auf bis zu 37 Grad Celsius sollen die Temperaturen klettern, und schon jetzt, bei „nur“ 35 Grad, ist die Hitze kaum zu ertragen.

Auch die Wassertemperatur im Langener Waldsee, in dem Sonntag die 3,8 Schwimmkilometer der Ironman European Championships zurückgelegt werden, steigt und steigt: 23,5 Grad Celsius gab Ironman Europe gestern als aktuelle Wassertemperatur bei der Pressekonferenz bekannt. Das liegt für die Hobbyathleten zwar noch im Rahmen (bis einschließlich 24,5 Grad Celsius darf im Neoprenanzug geschwommen werden), wird sich bis Sonntag aber vermutlich noch drastisch ändern: Zuletzt war die Temperatur im See innerhalb von nur zwei Tagen um zwei Grad angestiegen. Für die Profis steht ein Neoverbot schon jetzt fest – sie müssen laut Ironman-Regeln ab einer Wassertemperatur von 22,0 Grad ohne die isolierende Gummihaut ins Rennen.

Wasserengpässe ausgeschlossen

Problematisch wird die Hitze vor allem beim Laufen – und vor allem für die Hobbyathleten, die den Marathon erst am Nachmittag unter die Füße nehmen. Ironman Europe hat vorgesorgt: Zusätzliches Eis ist bestellt und die Verpflegungsstellen zapfen das Wasser direkt aus den Hydranten, sodass Engpässe ausgeschlossen sind. Die Organisatoren plädieren an die Vernunft jedes einzelnen Teilnehmers: „Angesichts des zu erwartenden heißen Sommerwetters bittet das Medical Team alle Athleten, sowohl während des Wettkampfs als auch nach dem Zieleinlauf viel und regelmäßig zu trinken. Den Anweisungen des medizinischen Personals ist jederzeit Folge zu leisten.“

„Dann ziehe ich die Notbremse“

Laut Frankfurter Rundschau droht der Veranstaltung „wegen der extremen Hitze das Aus“. Das Gesundheitsamt behalte sich vor, das laufende Rennen abzubrechen, sollten zu viele Sportler beim Marathon zusammenbrechen. „Wenn wir zu viele Patienten haben, ziehe ich die Notbremse“, wird Leo Latasch, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, in einem Online-Artikel der großen Tageszeitung zitiert. Normalerweise müssten beim Ironman in Frankfurt immer 200 bis 300 Athleten ärztlich behandelt werden. Sollten es deutlich mehr werden, und Athleten irgendwann vor den Versorgungsstationen anstehen, wolle Latasch das Rennen abbrechen lassen. „Die Ärzte können nur eine bestimmte Menge an Patienten versorgen, ich habe die volle Rückendeckung von unserem Amtsleiter.“ 250  Helfer vom Deutschen Roten Kreuz werden am Sonntag an der Strecke stehen.