"Ein Ironman ist eben erst im Ziel entschieden"

Nils Frommhold hat beim Ironman Melbourne alles auf eine Karte gesetzt: die Flucht nach vorn - und musste am Ende einsehen, dass das Risiko vielleicht zu hoch war, um seinen dritten Ironman-Titel einzufahren. Das lässt er zumindest im tri-mag.de-Interview durchblicken.

Von > | 23. März 2015 | Aus: SZENE

Nils Frommhold | Nils Frommhold

Nils Frommhold

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Nils Frommhold, lange Zeit sah es so aus, als könnten Sie den Ironman Melbourne gewinnen. Woran ist das gescheitert?

Sportlich betrachtet einfach daran, dass am Ende vier andere schneller im Ziel waren als ich! Nachbetrachtend bin ich auf dem Fahrrad zu früh zu hart gegangen und das hat sich auf der zweiten Laufhälfte bemerkbar gemacht. Mein Magen hat rebelliert, ich musste zweimal auf dem "Dixie" anhalten und habe so zwischen Laufkilometer 20 und 35 nahezu meinen kompletten Vorsprung von maximal elf Minuten verspielt.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – haben Sie voll auf den Sieg gesetzt?

Ja, das kann man so sagen. Und ich habe mich auch gut dabei gefühlt. Ich habe an meine Chance geglaubt und habe probiert, mein Rennen dementsprechend durchzuziehen. Das hat auch lange funktioniert, aber ein Ironman ist eben erst im Ziel entschieden - leider.

Haben Sie sich auf dem Rad einfach übernommen?

Ja und Nein! Vielleicht habe ich einfach zu früh das Heft des Handelnden in die Hand genommen, da ich mich schon nach zehn Kilometern vom restlichen Feld absetzen konnte. Bis Kilometer 100 hat mich Luke Bell noch bei meinem Vorhaben unterstützt. Von da an bin ich alles von vorn gefahren. Die letzten 45 Kilometer der zweiten Radrunde bin ich dann sogar deutlich schneller gewesen als in der ersten. Da lag wahrscheinlich auch das Problem. Wenn ich in den Abschnitt vielleicht zwei bis drei Minuten langsamer gefahren wäre, hätte ich zwar nicht den Radrekord geknackt, aber eventuell das Ziel früher erreicht. Daraus kann ich aber nur lernen und meine Rückschlüsse ziehen. Auch wenn man gute Radbeine nutzen sollte, muss man auch immer das Risiko abschätzen, welches man gehen muss. Und das war diesmal noch zu hoch. Nächstes Mal sieht es wieder anders aus

Wie geht Ihre Saison den weiter? Die Hawaii-Qualifikation haben Sie durch das Ergebnis und Kona 2014 schon fast sicher in der Tasche.

Richtig, und das war auch der Grund für meinen frühen Saisoneinstieg. Kona steht ab jetzt dick in meinem Terminkalender und das wird mein großes Ziel für den Herbst. Im Sommer werde ich bei der Challenge Heilbronn und Ende August bei der Ironman-70.3-WM in Zell am See an der Startlinie stehen. Alles weitere werde ich in den nächsten Tagen entscheiden und zeitnah bekannt geben.

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Hier gibt's eine kleine Leseprobe: