Einsame Flugshow von Michael Raelert?

Vier Wochen vor der Premiere des Ironman 70.3 Berlin musste der Veranstalter eine Notlandung hinlegen und die Strecke fast komplett auf das alte Tempelhofer Flughafengelände verlegen. Dort will Michael Raelert nach zwei kurzfristigen Ironman-70.3-Absagen aus der Heimat endlich in die Triathlonsaison 2013 abheben. Seine härtesten Konkurrenten und die mutmaßlich schnellsten Damen kommen ebenfalls aus Deutschland.

Von > | 14. Juni 2013 | Aus: SZENE

Michael Raelert | Michael Raelert geht als Favorit in die Premiere des Ironman 70.3 Berlin

Michael Raelert geht als Favorit in die Premiere des Ironman 70.3 Berlin

Foto >Ronny Kiaulehn

Berlin und Flughafen - das passte in jüngster Vergangenheit selten gut zusammen. Auch die Organisatoren des ersten Ironman 70.3 in der Hauptstadt hätten gern einen großen Bogen um das Gelände des alten Flugplatzes Tempelhof gemacht - einen attraktiven Bogen durch den Grunewald, wo die Radstrecke eigentlich entlang führen sollte. Nur einen Monat vor dem Rennen dann die Notlandung: Wegen verweigerter Genehmigungen von Behörden haben die Organisatoren des Ironman 70.3 Berlin die Radstrecke aufs frühere Flughafengelände Tempelhofer Freiheit verlegt. Die neue Strecke mit ihren 24 Wendepunkten wurde heiß diskutiert und veranlasste 250 Athleten dazu, eine von der World Triathlon Corporation angebotene Ab- oder Ummeldung auf ein anderes Rennen in Anspruch zu nehmen. Insgesamt werden am Sonntag am nördlichen Ufer der Spree nun noch etwa 1.000 Premierengäste erwartet.

Turbinen warm laufen lassen

Der auf dem Papier schnellste von ihnen ist Michael Raelert. Der zweifache Ironman-70.3-Weltmeister (2009 und 2010) hält seit November 2009 auch die Weltbestzeit über diese Distanz: Er gewann die Weltmeisterschaft in Clearwater in 3:34:04 Stunden. Ob er in seiner Wahlheimat Berlin eine ähnlich gute Leistung zeigen kann, ist jedoch offen: Der 32-Jährige hatte im Frühjahr mit Verletzungen zu kämpfen und musste seinen Saisoneinstieg mehrfach verschieben. Jetzt soll endlich ein Rennen zur Formüberprüfung her: „Mein klares Ziel ist die Ironman-Europameisterschaft am 7. Juli in Frankfurt“, sagt Raelert, „darauf liegt mein Fokus – und dort möchte ich ein richtig starkes Rennen zeigen.“

Einzel- oder Formationsflug?

Sollte Raelert auf dem Flughafengelände unerwartete Startprobleme haben, stehen mit Michael Göhner, Per Bittner, Christian Ritter und Dorian Wagner gleich vier unterschiedlich erfahrene Co-Piloten bereit, den Steuerknüppel zu übernehmen - und ein Neuling: Der Potsdamer Christian Prochnow wird in Berlin seine Ironman-70.3-Premiere in Angriff nehmen. Gut möglich, dass der Olympia-Teilnehmer von 2008 auch an einem guten Raelert-Tag auf regelkonformen Formationsflug setzt, in Raelerts Nähe bleibt und am Ende für eine Überraschung sorgt.

Deutsches Trio gegen McBride

Auch bei den Frauen stehen die Chancen auf einen Heimsieg nicht schlecht. Silvia Felt, Katja Konschak und Nicole Woysch müssen sich dafür aber gegen die Kanadierin Rachel McBride durchsetzen, die im letzten Jahr den Ironman 70.3 in Austin gewann und 2013 mit Platz sieben beim International Abu Dhabi Triathlon und mit der ITU-WM-Bronzemedaille über die Langdistanz bereits ihre gute Form bewiesen hat. tri-mag.de berichtet am Sonntag aktuell über das Rennen in der Bundeshauptstadt.