EM-Gold an Lehtonen und Ospaly, Wild Vierter

Der Tscheche Filip Ospalý hat sich mit einem Sieg bei der Challenge Rimini international zurückgemeldet. Im strömenden Regen jagte er Giulio Molinari den EM-Titel ab. Der Schweizer Ruedi Wild wurde nach einer umstrittenen Zeitstrafe hinter Bart Aernouts Vierter. Bei den Frauen sicherte sich die Finnin Kaisa Lehtonen EM-Gold.

Von > | 26. Mai 2015 | Aus: SZENE

Challenge Rimini - Filip Ospaly | Filip Ospaly - Sieger der Challenge Rimini 2015

Filip Ospaly - Sieger der Challenge Rimini 2015

Foto >Gonzalo Arroyo Moreno / Getty Images

Die italienischen Gastgeber hatten in Rimini zumindest auf einem Europameister aus dem eigenen Land gehofft. Am Ende mussten sie sich mit zwei Silbermedaillen begnügen, weil die Finnin Kaisa Lehtonen eine überragende Radleistung ablieferte und Filip Ospalý aus Tschechien nach zuletzt eher holprigen Rennen beim Laufen seine schnellen Beine wiederfand.

Ospalý mit Vollgas, Wild ausgebremst

Beim Schwimmen spielten die beiden späteren Sieger noch keine tragende Rolle. Wobei sich Ospalý in der mehrköpfigen Spitzengruppe behaupten konnte und nach knapp 25 Minuten als Sechster aus der Adria stieg. Bis zur Halbzeit der 90 Radkilometer taten sich die Favoriten, darunter auch Titelverteidiger Giulio Molinari nicht weh. Dann attackierte der Sieger des Cannes Triathlon und riss gemeinsam mit Landsmann Mattia Ceccarelli eine kleine Lücke auf Ospalý. Die Verfolger um den Schweizer Ruedi Wild und Bart Aernouts aus Belgien hatten zu diesem Zeitpunkt schon mehr als drei Minuten Rückstand. Mit einem Polster von 100 Sekunden schlüpfte Molinari später in seine Laufschuhe. Doch das reichte nicht, denn Ospalý kam mit dem kalten und nassen Wetter in Rimini besser zurecht als der Italiener. Zweieinhalb Minuten knöpfte der 39-Jährige dem Europameister von 2014 auf der Laufstrecke ab. Im Ziel fehlte Molinari etwas mehr als eine Minute zur Titelverteidigung. Winzige drei Sekunden lagen im Ziel zwischen Bronze und Blech. Dabei profitierte der Belgier Aernouts von einer umstrittenen Zeitstrafe gegen den Schweizer Wild, der 100 Meter vor dem Ziel an dritter Stelle liegend zu einem 30-Sekunden-Stopp gezwungen wurde und trotz offiziell angemeldeter Proteste Vierter blieb. Als bester Deutscher kam Patrick Dirksmeier Zwölfter.

ETU Middle Distance Triathlon European Championships | Männer

  1. Mai 2015, Rimini (ITA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Filip Ospalý

CZE

4:06:14

24:48

2:23:15

1:14:11

2

Giulio Molinari

ITA

4:07:23

24:43

2:21:22

1:16:48

3

Bart Aernouts

BEL

4:08:09

28:08

2:21:53

1:13:54

4

Ruedi Wild

SUI

4:08:12

26:16

2:23:32

1:13:55

5

Thomas Steger

AUT

4:13:46

28:07

2:22:35

1:18:24

6

Artem Parienko

RUS

4:14:18

26:15

2:25:03

1:18:49

7

Jonathan Ciavattella

ITA

4:14:23

24:51

2:26:16

1:18:36

8

Alberto Alessandroni

ITA

4:15:25

24:52

2:26:22

1:19:52

9

Cyril Viennot

FRA

4:16:18

27:58

2:25:47

1:17:58

10

Ritchie Nicholls

GBR

4:16:50

26:16

2:32:17

1:14:21

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Lehtonen fliegt zum Titel

Bei den Frauen startete Kaisa Lehtonen mit einem Handicap von mehr als zwei Minuten in die zweite Disziplin. Doch die Finnin ließ sich weder von den miserablen äußeren Bedingungen noch von einer ihrer Konkurrentinnen beirren und stiefelte beim Radfahren durch das Feld nach vorn. Bei Kilometer 30 hatte sie in der Tschechin Eva Potuckova und Vanessa Raw aus Großbritannien noch zwei Begleiterinnen. Beim zweiten Wechsel war Lehtonen dann aber allein auf weiter Flur. Weil beim Laufen nur die zuvor schon weit abgeschlagene Sara Dossena (ITA) schneller war, hatte die neue Europameisterin im Ziel noch einige Minuten Zeit, um ihren Erfolg zu genießen. Dossena rannte vom neunten Platz nach dem Radfahren noch auf den Silberrang nach vorn, die Britin Raw sicherte sich Bronze. Einen Tag zum Vergessen erlebten die drei deutschen Starterinnen. Beate Görtz wurde im 18-köpfigen Feld Zwölfte, Jenny Schulz und Carolin Lehrieder erreichten das Ziel nicht. Auch die Schweizerin Simone Brändli gab vorzeitig auf.

Kaisa Lehtonen - Challenge Rimini 2015 | Challenge Rimini 2015 - Kaisa Lehtonen bejubelt den größten Erfolg ihrer Profikarriere.

Challenge Rimini 2015 - Kaisa Lehtonen bejubelt den größten Erfolg ihrer Profikarriere.

Foto >Gonzalo Arroyo Moreno / Getty Images

ETU Middle Distance Triathlon European Championships | Frauen

  1. Mai 2015, Rimini (ITA)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Kaisa Lehtonen

FIN

4:41:14

29:57

2:43:44

1:23:08

2

Sara Dossena

ITA

4:46:39

31:04

2:51:26

1:19:02

3

Vanessa Raw

GBR

4:51:07

28:07

2:51:08

1:26:40

4

Margie Santimaria

ITA

4:55:58

27:54

2:51:23

1:31:35

5

Martina Dogana

ITA

4:56:17

31:02

2:51:29

1:28:27

11

Elisabeth Gruber

AUT

5:12:04

33:21

3:07:40

1:25:17

12

Beate Görtz

GER

5:12:31

39:23

2:54:35

1:33:22

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