EM Powerman: Aernouts siegt, Schulz holt Bronze

Bart Aernouts hat sich beim Powerman Holland als dritter Belgier die EM-Krone aufgesetzt. Der Zweite der Ironman-70.3-EM von 2012 setzte sich im Laufduell mit Landsmann Rob Woestenborghs durch. Die zweifache Deutsche Meisterin im Duathlon, Jenny Schulz, holte im niederländischen Horst überraschend Bronze.

Von > | 22. April 2013 | Aus: SZENE

RAU_1505 Kopie | Bart Aernouts beim IM 70.3 Germany 2012

Bart Aernouts beim IM 70.3 Germany 2012

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.de

Seit Jahren fristet die Powerman-Szene ein eher stiefmütterliches Dasein - zwischen all den Challenge- und Ironmanrennen, der World Triathlon Series der ITU und vielen anderen kommerziellen Multisportevents. Seit mindestens ebenso vielen Jahren scheint das vor allem den belgischen Ausdauerzweikämpfern ziemlich egal zu sein. Fünfmal in Folge triumphierte der 2007 verstorbene Benny Vansteelant beim legendären Powerman Holland. Sein Bruder Joerie sicherte sich immerhin zweimal EM-Gold über die Duathlon-Langdistanz - zuletzt 2012. Nun hat Bart Aernouts, 2010 noch Duathlon-Weltmeister auf der Kurzdistanz, die Tradition der belgischen Erfolge fortgesetzt. In einem spannenden Rennen überließ der 28-Jährige zunächst dem Russen Sergei Yakovlev und Roger Roca aus Spanien das Feld. Gemeinsam mit Landsmann Rob Woestenborghs und dem zweifachen Europameister Anthony Le Duey (FRA) stellte Aernouts das Duo aber noch bevor es auf die 60 Radkilometer ging.

Dort sorgten Aernouts und Woestenborghs dann für die Vorentscheidung - allein der Schweizer Andy Sutz konnte das Tempo des belgischen Duaos mitgehen. Unter den Geschlagenen auchTitelverteidiger Joerie Vansteelant, der leicht angeschlagen ins Rennen gegangen war. Der gab das Unternehmen Titelverteidigung noch vor Halbzeit der Radstrecke auf. Auf den finalen 7,5 Laufkilometern nutzten die beiden verbliebenen Belgier dann ihren numerischen und taktischen Vorteil. Sie schüttelten Sutz ab - der Schweizer freute sich am Ende über Bronze. Eineinhalb Kilometer vor dem Ziel setzte dann Aernouts die siegbringende Attacke. "Wir haben zuletzt viel zusammen trainiert und ich wusste, dass Bart der stärkere Läufer ist", erkannte Woestenborghs den Sieg seines Landsmanns an. Sechs Sekunden trennten den neuen Europameister nach 2:40 Stunden vom Zweitplatzierten. Nico Hoene, der einzige Deutsche im Elitefeld, kam als 32. ins Ziel.

Schulz mischt vorn mit

Mitten in der Weltspitze tummelte sich die derzeit beste deutsche Duathletin im Rennen der Frauen. Schon auf den ersten 15 Laufkilometern meldete Jenny Schulz Ambitionen auf einen Podiumsplatz an. Gemeinsam mit der britischen Titelverteidigerin Lucy Gossage und Sabrina Godard (FRA) wechselte die 29-Jährige aufs Rad. Dort musste sie zwar die Schwedin Eva Nystrom vorbeiziehen lassen - verteidigte mit der viertbesten Radzeit aber ihren Platz in der Spitzengruppe. Der zweitschnellste Laufsplit reichte letztlich nach etwas mehr als drei Rennstunden zu Bronze. Gossage verteidigte ihren Titel - die Britin knackte als einzige Eliteathletin die Drei-Stunden-Marke.

Insgesamt elf Medaillen sammelten die Agegrouper der Deutschen Triathlon Union in Horst. Franziska Ruf, Michael Krüger und Lothar Bathe räumten sogar den EM-Titel ab.